Was macht eigentlich …(13)

Dr. Karl-Ernst Schmidt im O|N-Interview: "Bin in kein tiefes Loch gefallen"

Der ehemalige Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt bei seiner Verabschiedung im Jahr 2015.
Archivfotos: O|N/Gerhard Manns

17.08.2020 / BAD HERSFELD - Zwölf Jahre lang war der CDU-Politiker Dr. Karl-Ernst Schmidt Landrat im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Seit seinem Abschied im Jahr 2015 sind knapp fünf Jahre vergangen. Doch wie verbringt der 70-Jährige aus Nentershausen-Dens seinen Ruhestand? OSTHESSEN|NEWS hat bei dem ehemaligen Kommunalpolitiker nachgefragt.

OSTHESSEN|NEWS: Ihrer Tätigkeit als Landrat gehen Sie schon einige Jahre nicht mehr nach. Wie haben Sie diese Zeit verbracht? 



Dr. Karl-Ernst Schmidt: "Vorweg: ich bin in kein tiefes Loch gefallen und hatte auch keine Langeweile. Ich lebe auf dem Lande auf dem elterlichen Bauernhof. Da gibt es immer etwas zu tun. Wenn man will und Spaß daran hat, findet man auch immer Arbeit. Zudem hat unser Sohn gebaut. Da ist es immer gut, wenn Jemand dabei ist und auch das eine oder andere erledigen kann. Hin und wieder gehe ich auch zur Jagd. Leider noch zu wenig nutzen meine Frau und ich unsere eigentlich für den "Ruhestand" erworbenen E-Bikes. Letzten Herbst habe ich mir einen Oldtimer-Traktor zugelegt, mit dem ich gelegentlich ebenfalls die engere Heimat erkunde."

O|N: Wie schauen Sie rückblickend auf Ihre Zeit als Landrat zurück? 

Schmidt: "Wenn es seinerzeit nicht unbedingt erwartbar war, dass ich zum Landrat gewählt würde, war ich die zwölf Jahre meiner Amtszeit gerne Landrat, bis zuletzt. Mir hat es immer Freude gemacht, mit Menschen umzugehen, mit ihnen zu sprechen und so unsere Arbeit direkt zurück gekoppelt zu bekommen. Dazu hatte ich das Glück, dass unsere Kinder zu der Zeit bereits erwachsen waren und meine Frau mich zu den Wochenendterminen sehr häufig begleiten konnte. So haben wir – trotz wenig Freizeit – vieles gemeinsam erlebt. Insgesamt war es eine interessante und abwechslungsreiche Zeit. Ich habe viel gesehen und auch einiges dazu gelernt. Die Jahre als Landrat haben mich erfüllt und ich blicke gerne zurück."

O|N: Die Corona-Pandemie hat sehr viele Menschen hart getroffen. Was waren für Sie die größten Einschränkungen? 

Schmidt: "Es mag sein, dass der Ein oder Andere "Maskentragen", "Abstandhalten" und etwas "häufigeres Händewaschen" als Einschränkung empfindet. Ich nicht. Vielmehr sehe ich das als Prävention, einem weiteren Ausbreiten der Pandemie vorzubeugen. Ich meine, das ist - gerade bei uns auf dem Lande - keine besondere Einschränkung. Vielmehr sollte solches Verhalten als gelebte Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen verstanden und gelebt werden. Auch mit dem bereits sehr frühzeitig abgesagten Urlaub können meine Frau und ich sehr gut leben. Haben wir als Rentner (und dazu auf dem Land lebend) doch jeden Tag Urlaub."

O|N: Wie stark verfolgen Sie noch die kommunalpolitischen Inhalte beziehungsweise sind Sie noch politisch aktiv? 
 
Schmidt: "Wenn man seit frühester Jugend politisch interessiert und kommunalpolitisch "aktiv" war, wäre es nicht normal, wenn das politische Interesse mit der Pensionierung verloren gegangen wäre. Natürlich interessiere ich mich dafür, was passiert, halte mich aber aus der Tagespolitik heraus. Ich gehöre noch dem Vorstand unseres Gemeindeverbandes und dem CDU-Kreisvorstand an und gebe Auskunft, wenn ich gefragt werde. Aber "politisch aktiv" bin ich nicht mehr."

O|N: Haben Sie Tätigkeiten im Ehrenamt, die Sie seit Ihrem Ausscheiden als Landrat mehr verfolgen können?
 
Schmidt: "Ich habe noch wenige ehrenamtliche Ämter innerhalb des Ortes beziehungsweise der Gemeinde inne.  Einige davon habe ich auch schon während meiner Zeit als Landrat ausgeübt, zwei weitere sind nach dem Ausscheiden hinzugekommen." (Kevin Kunze)+++

Zwölf Jahre lang war Schmidt Landrat des Kreises Hersfeld-Rotenburg.

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