Was machen eigentlich ... (10)

Jens und Gülli aus der Sonne? - jetzt bei "Christian & Friends Tastekitchen"

Die drei vor Christan & Friends-Tastekitchen: Jens Diegelmann, Sezgin Gülseren und Christian Steska in der Nonnengasse
Fotos: Suria Reiche

27.07.2020 / FULDA - Schon von Weitem sieht man das Grinsen von Jens Diegelmann, dessen Beine in karierten Kniestrümpfen stecken, als er schnellen Schrittes durch die Nonnengasse läuft. Seit vergangenem Sommer kümmert er sich hier um die Gäste von Koch Christian Steska, der vor etwa sechs Jahren seine "Tastekitchen" eröffnet hat. Exklusive Speisen, entspannte Atmosphäre – und nun auch Jens, mit dem zu den Räumen im Inneren auch eine bestuhlte Außenterrasse, Frühstück, Lunch und ein Service gekommen ist, bei dem sich jeder Gast willkommen fühlt.



Die Sonne scheint auf die Klostermauer in der Nonnengasse, als Jens mit einer Auswahl an Weinen zu einem der Tische auf der Außenterrasse kommt. Ein kurzes Geplänkel, ein flotter Spruch, der ganze Tisch lacht und Jens schenkt einen der Weine in die Gläser. Der 47-Jährige ist in seinem Element. 17 Jahre Sonne haben ihn nicht nur das Posen gelehrt, sondern auch, wie man als Kellner mit seinen Gästen umgeht, damit sie sich wohlfühlen. Hier in der "Christian & Friends Tastekitchen" hat er dazu sogar noch mehr Gelegenheit als früher in der Sonne, sagt er: "Ich muss mich nicht mehr mit Polizei, defekter Anlage oder Türstehern rumschlagen, sondern kann mich auf meine Gäste, die Gerichte und die Weine konzentrieren." Er habe lange genug Schnitzel mit Grüner Soße verkauft, sagt er dann, "ich mag es sehr, dass es hier bei Christian ein bisschen gehobener zugeht."

Seit etwa einem Jahr ist der 47-Jährige hier und bedient bis zu 20 Gäste, mehr Sitzmöglichkeiten gibt die Lokalität nicht her. Aber auch das macht sie zu etwas Besonderem, Intimen, Gemütlichen. Zuerst bediente Jens hier nur abends. Irgendwann habe er aber gesagt, dass Steska doch auch Mittagessen und Frühstück anbieten könne, erinnert er sich. "Die Miete für die Räumlichkeiten muss ja sowieso bezahlt werden. Dann können wir doch auch mehr aus dem Restaurant herausholen", sagt er. Gastronom durch und durch eben. Seither gibt es in der "Tastekitchen" nicht nur "Frühstücksklassiker wie Egg Benedict neu interpretiert", wie Steska sagt, sondern auch Desserts zum Lunch, die von keiner Geringeren kommen als Gülli, die den meisten Fuldaern ebenfalls aus der Sonne bekannt ist.

Seit mehr als 15 Jahren verbindet die drei eine Freundschaft, die diese Kombination möglich gemacht hat. Kennengelernt haben sich zumindest Jens und Steska in ihrer alten Wirkungsstätte, der Sonne, in deren Küche auch Steska schon gekocht hat, nachdem er unter anderem in der Gastronomie in München gelernt und gearbeitet hatte. "Wirklich zueinander gefunden haben wir aber über unsere Liebe zum Wein", sagen sie dann lachend und werden wieder ernst: "Wir wissen, was wir aneinander haben und was der jeweils andere kann."

Und so ist es auch mit Gülli. "Wir kennen uns ewig und können nicht voneinander lassen", sagt Steska, in dessen Küche Gülli gerade Desserts für den Lunch zubereitet. Es gibt gefüllte Schokoküchlein und Zitronencreme. Zubereitet mit einem Lächeln auf den Lippen. Genau wie damals in der Sonne. Und doch irgendwie ganz anders. (Suria Reiche) +++

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