Im Kulturviertel Hahnekiez
Ort mit Geschichte: "Gebäude I" wird neuer Standort für Polizei und Bürgerbüro
Fotos (3): Polizeipräsidium Osthessen
28.04.2026 / SCHLITZ -
Die Entwicklung des Kulturviertels Hahnekiez in Schlitz (Vogelsbergkreis) nimmt weiter Gestalt an. Mit der geplanten Sanierung und Umnutzung des sogenannten "Gebäudes I" steht der nächste bedeutende Baustein auf dem ehemaligen Brauereigelände fest. Das historische Backsteingebäude soll künftig die Polizei, die Redaktion des Schlitzer Boten sowie das Bürgerbüro der Stadtverwaltung beherbergen.
Im Rahmen einer Informationsveranstaltung stellten Bürgermeister Heiko Siemon (CDU) sowie die Fuldaer Investoren Martin und Christian Geisendörfer die Planungen vor. "Für ihn sei das ein besonderer Tag", betonte der Rathauschef. Nach der bereits abgeschlossenen Sanierung der Kulturhalle, dem Bau der neuen Gastronomie sowie der Anlage von derzeit 83 Parkplätzen folgt nun mit "Gebäude I" der nächste Entwicklungsschritt.
Mit am Tisch saßen auch die künftigen Nutzer des Gebäudes, die sich aus erster Hand ein Bild von den Planungen machten: Osthessens Polizeipräsident Michael Tegethoff, Thomas Herget, Leiter der Polizeistation Lauterbach, Polizei-Pressesprecher Christoph Seibert, Tobias Farnung, Chefredakteur und Prokurist vom Parzeller Verlag, Holger Hohmeier, Geschäftsstellenleiter des Schlitzer Boten, sowie Johann Gekkel, Leiter des Bürgerbüros der Stadtverwaltung.
Die Baumaßnahme liegt im Zeitplan. Ziel ist es, die Arbeiten im ersten Quartal 2027 abzuschließen und den Einzug der künftigen Nutzer zu ermöglichen. Projektleiter Christian Geisendörfer zeigte sich zuversichtlich, dass der Baubeginn im Sommer erfolgen kann und die Umsetzung innerhalb von sechs bis sieben Monaten realisierbar ist.
Synergien für Verwaltung, Polizei und Medien
Auch aus Sicht der zukünftigen Nutzer bietet der neue Standort zahlreiche Vorteile. Polizeipräsident Michael Tegethoff erläuterte die Beweggründe für den Umzug der Polizei: Das bisherige Gebäude des Polizeipostens in der Schulstraße entspricht neben energetischen und technischen Nachbesserungsbedarfen nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne, offene und bürgernahe Polizei. Die neue Lösung hingegen sei ein "Glücksfall". Der Polizeipräsident betonte, dass der Umzug die weitere Präsenz der Polizei in Schlitz sicherstelle. Die Bürgernähe bleibe erhalten und dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Schlitz gäbe es Synergieeffekte durch die gemeinschaftliche Nutzung von Räumen und Dienstleistungen des Bürgerbüros, die für die Polizei, aber vor allem für die Bevölkerung von Vorteil seien. Zu den zentralen Aufgaben zählen weiterhin Anzeigenaufnahme, Beratung und Opferschutz.Für das Bürgerbüro schafft der neue Standort dringend benötigte Verbesserungen. Fachbereichsleiter Johann Gekkel nannte insbesondere die bestehende Barrierefreiheit, eine hohe Frequenz sowie Anforderungen an Datenschutz und Parkmöglichkeiten als zentrale Gründe für den Umzug. Gleichzeitig wird die enge Zusammenarbeit mit der Polizei durch die räumliche Nähe weiter erleichtert.
Impulse für das Rathaus und das gesamte Quartier
Bürgermeister Siemon sieht in der Verlagerung von Bürgerbüro und Stadtmarketing, das in das Gebäude direkt gegenüber ziehen wird, neue Perspektiven für die Nutzung des Rathauses. "Der Bürgermeister bleibt im Rathaus", merkte er mit einem Lächeln an. Abschließend unterstrich Dipl.-Ing. Martin Geisendörfer die Bedeutung des Projekts und dankte für das entgegengebrachte Vertrauen. Die Investoren bringen umfangreiche Erfahrung in der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude mit. Die Investitionskosten bezifferte er auf "im unteren siebenstelligen Bereich".
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