Spatenstich für die Freifläche

Kultur, Gastronomie und Nostalgie - Der Hahnekiez nimmt Gestalt an

Der Spatenstich für die Freifläche am Schlitzer Hahnekiez ist gesetzt. (v.l.n.r.: (...), Michael Dorlas, Heiko Siemon, Sebastian Metzendorf, Martin Wedler, Jonas Mahr)
Fotos: Philipp Gerhard

10.02.2026 / SCHLITZ - Einem alten Areal neues Leben einzuhauchen, aber den nostalgischen Charme zu behalten, klingt nach einer Mammutaufgabe, wird am Schlitzer Hahnekiez (Vogelsberg) allerdings schon bald Realität. Der symbolische Spatenstich für die Freifläche wurde nun gesetzt und somit gehen die Bauarbeiten im Kulturviertel in die heiße Phase. Bürgermeister Heiko Siemon (CDU) und Architekt Michael Dorlas klärten am Dienstagvormittag auf, was geplant ist und wie es umgesetzt wird.


Im November letzten Jahres wurde der Spatenstich für das neue Brauhaus am Hahnekiez gesetzt, welches bis zum Sommer fertiggestellt werden soll (OSTHESSEN|NEWS berichtete damals). Das Tourismusbüro und die Kulturhalle sind bereits fertiggestellt und vor allem Letztere ist schon in Benutzung und wird von der Schlitzer Bevölkerung dankend angenommen. Nun soll es auf den 7.200 Quadratmetern Außenfläche mit dem Bau weitergehen.

Nostalgie trifft auf Moderne

"Wir werden zunächst die ganzen Flächen bis hin zum Bistro sowie den Parkplatz asphaltieren. Ab dann werden wir dann alles pflastern", erklärte Bürgermeister Heiko Siemon. Der Innenhof sei früher schon mit Basaltsteinen gepflastert gewesen und eben diese Steine werden wiederverwendet, um die Nostalgie der Fläche aufrechtzuerhalten. Dabei solle dieser Bereich autofrei bleiben, bis auf eine Zufahrt für nötige Anlieferungen. Durchgeführt werden die Außenarbeiten vom heimischen Bauunternehmen Metzendorf, für das die Arbeiten eine Herzensangelegenheit sind.

Landschaftsarchitekt Michael Dorlas führte die Pläne weiter aus und erklärte auch, dass es vor dem Gastronomiebereich auch einen Spielplatz für die Kinder geben soll. Dabei habe man sich direkt an das Klientel gewendet und bei Schulen und Kindergärten nachgefragt, was sie sich denn für Spielgeräte wünschen. Die Kinder fertigten aus Pappe selbst Ideen an, die man nun versucht, so akkurat wie möglich umzusetzen. Auch sollen beispielsweise alte Fässer zum Hindurchkriechen wiederverwendet werden, um die Seele des alten Hahnekiez aufleben zu lassen. Auch eine Kaffeeterrasse ist geplant, die einen herrlichen Blick über die Stadt Schlitz ermöglichen soll.

Auch ökologische Gesichtspunkte waren für den Ausbau des Hahnekiez von großer Wichtigkeit. "Wir werden sehr viel Grün machen", so der Bürgermeister. Hierbei sollen E-Ladesäulen installiert werden sowie eine Zisterne, die das Regenwasser für die Blumen des Areals und auch für den Bau sammelt. Auch die Beleuchtung solle insektenfreundlich werden und Lichtverschmutzung vorbeugen.

Die Gesamtkosten des Projekts betragen laut dem Schlitzer Bürgermeister rund 1,7 Millionen Euro und werden zu zwei Dritteln von Bund und Land übernommen. "Das Projekt ist eigentlich genau das, was sich ein Städteentwicklungsprogramm wünscht – in eine alte Industriebaracke vor einer Burgensilhouette werden Fördergelder investiert, um den Bereich zu entwickeln", betonte Siemon. Durch diese Förderung musste die Stadt im Haushalt auch keine neuen Schulden aufnehmen.

Mit den Bauvorhaben erwacht nicht nur der Hahnekiez wieder zum Leben. Ganz Schlitz profitiert von den Investitionen, indem der neue und große Parkplatz beispielsweise auch andere Institutionen entlastet und das ganze Viertel einen Treffpunkt für die Bevölkerung bietet. Das Projekt ist also nicht nur ein Segen für das wieder aufflammende Kulturareal, sondern auch für die Stadt und die gesamte Region. (Philipp Gerhard) +++

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