Zwei Platzverweise, laute Pfiffe
Goldtraum geplatzt: Deutschland unterliegt Dänemark im EM-Finale
Fotos: Sina Schuldt/dpa
02.02.2026 / HERNING -
Die deutschen Handballer können sich nach 2004 und 2016 nicht ein drittes Mal zum Europameister küren. Im Endspiel ist Dänemark wie schon bei Olympia zu stark.
Gekämpft, gehofft und am Ende doch verloren: Deutschlands Handballer haben sich den Gold-Traum bei der Europameisterschaft trotz eines starken Auftritts nicht erfüllen können. In der «Hölle von Herning» verlor das Team von Bundestrainer Alfred Gislason das dramatische Finale gegen Weltmeister und Olympiasieger Dänemark mit 27:34 (16:18). Somit konnte sich die DHB-Auswahl nicht zum dritten Mal nach 2004 und 2016 zum EM-Champion küren.
Vor 15.000 Zuschauern, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), waren Johannes Golla, Juri Knorr und Marko Grgic mit jeweils fünf Toren bester Werfer für die deutsche Mannschaft, die eine erfolgreiche Revanche für die deutliche 26:39-Niederlage im Olympia-Finale 2024 verpasste.
Fischer muss kurzfristig passen
Dänemark um Welthandballer Mathias Gidsel vom deutschen Meister Füchse Berlin hat als erst zweites Team in der Geschichte die drei wichtigsten Trophäen zur selben Zeit in seinem Besitz: Olympiasieger, Weltmeister und Europameister. Das war bisher nur Frankreich im Jahr 2010 gelungen.Emotionaler Kampf in Halbzeit eins
Anders als bei der 26:31-Niederlage in der Hauptrunde begann Andreas Wolff, der wie Kapitän Johannes Golla ins All-Star-Team des Turniers gewählt wurde, im deutschen Tor. Auch die etatmäßigen Außen Lukas Mertens und Lukas Zerbe, die sechs Tage zuvor nicht einmal im Kader standen, waren dabei. «Wir müssen eine überragende Abwehr hinstellen und brauchen eine starke Torhüterleistung», forderte Gislason.Von Beginn an entwickelte sich eine hitzige und umkämpfte Partie, in der die deutsche Mannschaft nach einer Viertelstunde beim 7:10 mit drei Toren hinten lag. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel für Tom Kiesler bereits beendet. Der Abwehrspezialist, der sich nach einer Magen-Darm-Erkrankung rechtzeitig zum Finale fit gemeldet hatte, sah nach einem Foul an Gidsel schon früh die Rote Karte.
Dänemark nicht zu stoppen
Nach dem Wechsel ging die wilde Hatz weiter. Die DHB-Auswahl kam schnell zum Ausgleich, der ihr aber sofort wieder aus den Händen glitt, weil sie rund sechs Minuten ohne Tor blieb. Zum Glück wurde Wolff nun immer stärker und verhinderte mit einigen Glanzparaden zunächst einen höheren Rückstand.
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