Sieg gegen Frankreich
Medaillentraum lebt: Handballer stürmen ins EM-Halbfinale
Foto: Sina Schuldt/dpa
29.01.2026 / HERNING -
Im entscheidenden Hauptrundenspiel zeigen die deutschen Handballer eine starke Leistung und belohnen sich mit dem Einzug ins Halbfinale. Ein Spieler ragt heraus.
Bundestrainer Alfred Gislason verfolgte mit einem zufriedenen Lächeln den Jubeltanz der deutschen Handballer. Angetrieben von einem famosen Juri Knorr ist die DHB-Auswahl ins Halbfinale der Europameisterschaft gestürmt und darf weiter von der ersten EM-Medaille seit dem Gold-Triumph vor zehn Jahren träumen. Der Olympia-Zweite behielt im Hauptrunden-Endspiel gegen Rekord-Weltmeister Frankreich die Nerven und überzeugte beim 38:34 (19:15) mit einer im Turnier bisher vermissten Offensiv-Power.
Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich begeistert. Der CDU-Politiker gratulierte der deutschen Mannschaft aus Berlin. «Das ist eine große Freude», sagte Merz bei einer Pressekonferenz. Jetzt hoffe er auf einen Einzug ins Finale.
Jetzt gegen Island oder Kroatien
Vor 10.850 Zuschauern in Herning war Knorr mit zehn Toren bester Werfer für die phasenweise furios agierende DHB-Auswahl, die in der zweiten Turnierphase mit 8:2 Punkten die starke Konkurrenz aus Frankreich, Spanien, Portugal und Norwegen distanzierte. Halbfinal-Gegner in der Vorschlussrunde ist entweder Kroatien oder Island. Als erstes Team hatte sich Weltmeister und Olympiasieger Dänemark für das Halbfinale qualifiziert.Wie schon beim Wunder von Lille bei den Sommerspielen 2024, als Deutschland im Viertelfinale in der Verlängerung siegte, gab es im DHB-Lager nach dem Abpfiff grenzenlose Freude. Klar ist: In dieser Form darf das DHB-Team bei der Endrunde in Dänemark, Norwegen und Schweden weiter auf das erste EM-Edelmetall seit dem sensationellen Titelgewinn 2016 hoffen. Der starke Auftritt gegen Frankreich dürfte auch die Diskussionen um die Zukunft von Gislason, dessen Vertrag bis zum Ende der Heim-WM 2027 gilt, verstummen lassen.
Deutsches Offensiv-Feuerwerk
Die Ausgangslage vor dem Showdown war klar: Der deutschen Mannschaft reichte schon ein Remis zum Einzug ins Halbfinale, der viermalige Europameister musste unbedingt gewinnen. Entsprechend motiviert gingen beide Teams in die Partie, in der das DHB-Team kurzfristig auf den erkrankten Abwehrspezialisten Tom Kiesler verzichten musste.Abwehrprobleme bleiben folgenlos
Frankreich setzte der deutschen Offensivstärke nur die Torgefahr von Dika Mem entgegen. Der Star vom FC Barcelona, der im Sommer 2027 zum deutschen Meister Füchse Berlin wechselt, war kaum zu stellen. Dennoch nahm die DHB-Auswahl unter dem Jubel der zahlreichen deutschen Fans ein Vier-Tore-Polster in die Pausenkabine mit.Zwölf Minuten vor Ultimo stand die Partie beim 29:28 aber plötzlich wieder auf der Kippe. Wolff kehrte zurück und entschärfte gleich den ersten Wurf. In der dramatischen Schlussphase hatte Deutschland das bessere Ende für sich und greift nun nach einer Medaille. (dpa)+++
Foto: Sina Schuldt/dpa
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