Prozess wegen Doppelmord in Richelsdorf
Groß angekündigtes Geständnis verschoben - Forensischer Gutachter fehlt
Archivbilder O|N/Rene Kunze/Katharina Geppert
31.01.2026 / FULDA -
Der Gerichtssaal am Landgericht Fulda war am Freitag genauso voll besetzt wie beim gestrigen Prozessauftakt. Der Grund: Verteidiger Christian Celsen hatte gestern ein umfassendes Geständnis des Angeklagten für diesen Verhandlungstag angekündigt. Doch nach mehrfachen Beratungspausen musste Richter Jörg Weddig alle Verfahrensbeteiligten und das Publikum wieder nach Hause schicken.
Zunächst hatte der Verteidiger das Wort ergriffen. Rechtsanwalt Celsen betonte zwar, seine Einlassung solle kein vorgezogenes Plädoyer werden, aber die Fragen, die er dann aufwarf, sollten den wegen Doppelmordes angeklagten 51-Jährigen offensichtlich in neuem Licht erscheinen lassen. "Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Arbeitshypothese der Anklage drei Mordmerkmale aufgeführt: Heimtücke, Habgier und um eine weitere Straftat - den Raub - zu ermöglichen. Doch die entscheidenden Fragen 'Warum und wie?' kann sie nicht beantworten", so der Verteidiger. Stattdessen arbeite sie nur mit Vermutungen.
"Pleite war er schon immer!"
Nach einer Beratungspause lehnte Richter Dr. Weddig den Antrag als überflüssig ab. Es komme bei der Aussage ja nicht auf den genauen Wortlaut, sondern nur auf den Inhalt an, argumentierte er.
Zwei Nächte nicht geschlafen?
Der Verteidiger bedauerte die Vertagung. "Mein Mandant will sich ja einlassen. Er hat schon zwei Nächte nicht geschlafen", betonte er. Der Angeklagte selbst führte schließlich aus, er habe seine Aussage schon mehrfach in seiner Zelle geübt, bitte aber schon im Voraus um Verständnis dafür, dass er sie nicht frei vortragen, sondern ablesen werde. Auch am kommenden Dienstag wird das Interesse an seiner Tatversion sicher groß sein. (ci)+++
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