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Landtagspräsidentin zu Gen-Z-Protesten

Äußerungen zur Gewalttat: Schüler Union, JU, Linke und Handel reagieren

Die Polizei war am Samstag mit großem Gerät im Einsatz.
Foto: 5Vision News

01.11.2026 / FRANKFURT AM MAIN - Nach den Ausschreitungen bei den Gen-Z-Protesten in Frankfurt am Main haben die Schüler Union Hessen und Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) die Gewalt verurteilt. Die CDU-nahe Schülerorganisation wirft den Veranstaltern zudem vor, sich nicht ausreichend von gewaltbereiten Extremisten abgegrenzt zu haben.



Bei den Protesten am Samstag wurden Polizeibeamte angegriffen, Schaufenster eingeschlagen und Geschäfte geplündert. "Wer Polizisten mit Steinen und Pyrotechnik angreift, hat mit friedlichem Protest nichts mehr zu tun. Für diese Gewalt gibt es keinerlei Rechtfertigung", erklärt der 18-jährige Landesvorsitzende Leonard Luca Bock.

Auch Landtagspräsidentin Astrid Wallmann verurteilt die Angriffe: "Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, der greift unsere Gesellschaft an. Die Gewalteskalation ist in keiner Weise zu tolerieren. Wer Einsatzkräfte attackiert, Geschäfte zerstört und plündert, der schadet auch den vielen friedlichen Demonstranten und deren Anliegen. Ich danke allen Einsatzkräften der Polizei und wünsche den Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung."

Vorwürfe gegen die Organisatoren der Gen-Z-Demo

Die Schüler Union erkennt an, dass die Demonstration mit mehreren Tausend Teilnehmern über weite Strecken friedlich verlaufen sei. Dennoch müssten sich die Organisatoren kritischen Fragen stellen. Nach Darstellung der Schülerorganisation hätten Sicherheitsbehörden bereits im Vorfeld vor einer möglichen Unterwanderung durch gewaltbereite Linksextremisten gewarnt. Die Veranstalter hätten berechtigte Bedenken jedoch weitgehend zurückgewiesen, statt sich frühzeitig und unmissverständlich von diesen Kräften abzugrenzen und die Hintergründe der Bewegung offenzulegen.

Kritik übt die Schüler Union auch an der politischen Ausrichtung der Proteste. Forderungen nach besserer Bildung und einem bezahlbaren Leben seien nachvollziehbar. Diese Anliegen dürften aber nicht von ideologischen Parolen und sachfremden Konflikten überlagert werden. Eine Bewegung, die beanspruche, für eine ganze Generation zu sprechen, müsse unterschiedliche politische Auffassungen zulassen und auf pauschale Feindbilder verzichten.

"Unsere Generation hat berechtigte Anliegen und verdient es, politisch ernst genommen zu werden. Wer dafür auf die Straße geht, muss aber auch Verantwortung übernehmen. Fehlende Transparenz, mangelnde Abgrenzung gegenüber Extremisten und pauschale Feindbilder schaden am Ende genau den jungen Menschen, für die man angeblich sprechen will", betont Bock.

Junge Union Hessen will strafrechtliche Verfolgung

Auch die Junge Union Hessen (JU) reagiert nach den Ausschreitungen in Frankfurt mit deutlicher Kritik und fordert eine umfassende Aufklärung. Aus ihrer Sicht handelte es sich nicht um Demonstranten, sondern um gewalttätige Plünderer. Die JU verlangt, dass die Täter anhand von Bildern und Videos identifiziert und strafrechtlich verfolgt werden.

Ein Schwerpunkt ihrer Forderungen liegt auf der Frage, ob Personen aus sogenannten "migrantischen Milieus" beteiligt waren. Die JU warnt vor abgeschotteten Parallelgesellschaften, in denen staatliche Regeln nicht akzeptiert würden. Wer Gewalt gegen Polizisten ausübe oder Geschäfte plündere, müsse die volle Härte des Rechtsstaats spüren.

Auch die Organisatoren der "Gen Z regelt"-Demonstration sollen sich laut JU kritischen Fragen stellen. Sicherheitsbehörden hätten im Vorfeld vor gewaltbereiten Gruppen gewarnt. Die JU meint, die Initiatoren müssten erklären, welche Maßnahmen sie getroffen haben und welche Konsequenzen sie aus der Eskalation ziehen. Zum Schluss würdigt die JU ausdrücklich den Einsatz der Polizei. Die Beamten hätten unter Gefahr für die eigene Gesundheit gehandelt und verdienten dafür Dank und Respekt.

Handelsverband Hessen möchte Händlern helfen und Schäden begrenzen

Auch der Handelsverband Hessen verurteilt die Ausschreitungen und Plünderungen in Frankfurt deutlich. Besonders betroffen seien kleine, privat geführte Geschäfte, die gezielt angegriffen wurden. Jetzt gehe es darum, den Händlerinnen und Händlern schnell zu helfen und die Schäden zu begrenzen. Zugleich betont der Verband die Trennung zwischen der friedlichen Jugenddemo und den späteren Gewalttaten. Die Anliegen der jungen Menschen dürften nicht durch die Randale überlagert werden.

Die Ereignisse müssten nun sorgfältig analysiert werden, um Wiederholungen zu verhindern. Der Verband spricht von einer "Gewalt- und Zerstörungswut", die nicht politisch motiviert wirke, sondern aus reiner Lust am Randalieren entstanden sei. Dafür dürfe es in Innenstädten keinen Raum geben. Zum Schluss dankt der Handelsverband den Einsatzkräften für ihren schwierigen Einsatz.

Linke Hessen äußert Vorwürfe gegenüber Polizei und Landesregierung

Die Linke Hessen kritisiert den Polizeieinsatz bei der Gen‑Z‑regelt‑Demo in Frankfurt. Nach Angaben der Partei sei die Demonstration zunächst friedlich und bunt gewesen, bis die Polizei eingegriffen habe und die Lage eskalierte. Der Landesvorsitzende Jakob Migenda sagt: "Wer friedlich für seine Zukunft demonstriert, darf nicht mit Polizeigewalt konfrontiert werden." Er wirft Polizei und Landesregierung vor, im Vorfeld eine "Drohkulisse" aufgebaut zu haben.

Der Wiesbadener Kreisvorsitzende Jona Löbcke, der die Demonstration vor Ort begleitete, berichtet von unverhältnismäßigen Maßnahmen: "Selbst mein vierjähriges Kind wurde von der Polizei kontrolliert, weil es eine Fahne getragen hat."

Zu späteren Auseinandersetzungen erklärt die Linke, diese seien von Personen ausgegangen, die nicht Teil der Demo gewesen seien. Ein politischer Zusammenhang sei nicht erkennbar. Die Partei warnt davor, diese Vorfälle zu nutzen, um den friedlichen Protest der vielen jungen Teilnehmenden zu diskreditieren. (pm/ksk/mis) +++

Leonard Luca Bock
Foto: Manuel T. Schmid / Screenshot Instagram O|N
Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU)
Foto: Archiv O|N

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