Öffentliche Schlammschlacht
Neue Vorwürfe im Streit um die Kissinger Hütte
Archivfotos: O|N
30.10.2026 / SANDBERG -
Der öffentliche Streit um die Kissinger Hütte geht weiter: Ex-Pächterin Beverly Borg erhebt in einem neuen Facebook-Beitrag weitere Vorwürfe gegen den Rhönklub. Darum geht es.
Borg kritisiert Entscheidungen beim Bau und fordert eine Auflistung, wofür Spendengelder verwendet wurden. Auch ihre eigenen Spenden verlangt sie zurück. Zugleich widerspricht sie dem Eindruck, sie habe sich grundsätzlich über die Höhe der Pacht von 6.545 Euro brutto beschwert.
Diese sei ihr von Anfang an bekannt gewesen, schreibt Borg. Aus ihrer Sicht habe sie aber nicht mehr im Verhältnis zu dem gestanden, was letztlich entstanden sei. Zuvor seien andere Pläne und Skizzen vorgelegt worden.
Kritik an Bauentscheidungen und Ausstattung der Kissinger Hütte
Borg führt mehrere Beispiele an, die aus ihrer Sicht Fragen zu Planung und Kosten aufwerfen. Eine bereits gebaute Rollstuhlrampe am vorderen Zugang sei wieder entfernt worden. Sie kritisiert, dass Rollstuhlfahrer stattdessen über einen Schotterweg auf der Rückseite fahren müssten. Außerdem stellt sie die Entscheidung für ein Glasgeländer infrage, das ihren Angaben zufolge 12.000 Euro kosten solle. Ein Holzgeländer hätte nach ihrer Darstellung 5.000 Euro gekostet.Dem Rhönklub Bad Kissingen wirft Borg vor, dem Ziel, innerhalb eines Jahres fertig zu werden, zu viel untergeordnet zu haben. Aus ihrer Sicht seien dabei Kosten und die Bedürfnisse der künftigen Betreiber nicht ausreichend berücksichtigt worden. Sie schreibt dazu: "Wir haben den Vorsitzenden und den Kassier mehrfach darüber informiert, wie die Stimmung am Kiosk in Bezug auf den Rhönklub und das Gebäude ist." Sie sei aufgefordert worden, dies zu ignorieren, so Borg.
Borg fordert Auskunft über Spendengelder
Bei den Spenden verlangt Borg Transparenz. Nun solle der Rhönklub offenlegen, wohin das Geld geflossen sei. Ihre eigenen Spenden fordert sie zurück, um sie anderen Organisationen zukommen zu lassen.Keine Pacht für den Kiosk, aber kostenlose Verpflegung
Borg äußert sich zudem zum bisherigen Kioskbetrieb. Pacht habe man dafür nicht bezahlt, räumt sie ein. Dafür hätten die Mitglieder des Rhönklubs, die auf der Baustelle gearbeitet hätten, kostenlos Getränke und Mittagessen erhalten. Sie nennt zwei bis drei Kästen Getränke pro Woche. Baustellenmitarbeiter hätten Rabatte bekommen, teilweise sei die Verpflegung kostenlos gewesen.Auch auf die Klosterschänke auf dem Volkersberg geht Borg ein. Der Rhönklub habe gewünscht, dass man sich auf ein Projekt konzentriere. Als es in dem Haus einen Kühlschaden gegeben habe, habe man die Gelegenheit dazu genutzt, erklärt sie, und den Pachtvertrag in Bad Brückenau-Volkers gekündigt.
Trotz der erneuten öffentlichen Vorwürfe äußert Borg den Wunsch nach einem Ende der Auseinandersetzung. Sie bedankt sich für Unterstützung, für eingegangene Pachtangebote und bei ihren Arbeitgebern, die sie nach eigenen Angaben sofort wieder aufgenommen hätten. Für die Kissinger Hütte hofft sie auf einen geeigneten Pächter: "Irgendwann kommt ein geeigneter Pächter und haucht dem Bau da oben hoffentlich Leben ein", schreibt sie in ihrem Post. (Karl Kovacs) +++
Visualisierung: Messerschmitt & Rüth Architekten Arge
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