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Alphörner berühren hunderte Menschen

Benefizkonzert für Kissinger Hütte mit viel Herz, aber auch Schmerz

Die Geschwister und Pächter der Hütte, Diana und Dennis Tisma, fassten am Ende das Konzert und diese schier überwältigende Anteilnahme passend zusammen: "Es ist der absolute Wahnsinn." Die Geschwister und Pächter der Hütte, Diana und Dennis Tisma, fassten am Ende das Konzert und diese schier überwältigende Anteilnahme passend zusammen: "Es ist der absolute Wahnsinn."
Fotos: Mathias Schmidt

31.03.2025 / BAD BOCKLET - "Augen schließen und einfach zuhören" - Das war der Vorschlag von Priska Kolbeck, der 1. Stimme der Alphornbläser Schwarze Berge, als sie eines der vielen Lieder am Sonntagmittag ankündigte. Es war etwas fürs Herz und das aus gutem Grund. Denn das Benefizkonzert im Schloss Aschach (Bad Bocklet im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen) - maßgeblich von eben jenen Alphornbläsern auf die Beine gestellt - stand im Zeichen des Zusammenhaltes der gesamten Rhön für die Kissinger Hütte und des gesamten Teams drumherum. Die Geschwister und Pächter der Hütte, Diana und Dennis Tisma, fassten am Ende das Konzert und diese schier überwältigende Anteilnahme passend zusammen: "Es ist der Wahnsinn."



Etwa zwei Stunden lauschten hunderte Hüttenfans den Klängen der aus etwa ein dutzend Alphörnern dreier Vereine: den Alphornbläser Schwarze Berge, Lautertaler Alphornbläser, und den Rhöner Alphornklang. Unter ihnen waren neben dem Team der Kissinger Hütte auch Verantwortliche des Rhönklubs Zweigverein Bad Kissingen (Besitzer der Hütte), des Fördervereins Freunde der Kissinger Hütte, sowie der Bayrische Staatssekretär Sandro Kirchner (CSU), Landrat Thomas Bold (CSU) und Bürgermeister des Marktes Bad Bocklet, Andreas Sandwall.

An Gefühlen und Emotionen mangelte es dabei keine Minute. Viel zu aufreibend waren immerhin die vergangenen Tage, nachdem am 18. März die so beliebte Kissinger Hütte in der unterfränkischen Rhön Feuer fing. Über 100 Einsatzkräfte konnten den Holzbau mit seinem einzigartigen Charme leider nicht retten, die Flammen ließen kaum etwas zurück. Zwar kam niemand zu Schaden, doch war dies für viele weit mehr als nur ein materieller Verlust. Vor allem für die Geschwister Tisma, die ihre Existenz verloren. Aber der Zusammenhalt in der Rhön ist stark.

"Wenn man die Hütte kennt, da oft übernachtet hat und man diese Nachrichten sieht, wird es einem schon anders. Ich finde es toll, dass so viele gekommen sind, das hätte ich bei dem Wetter nicht gedacht", betonte Bürgermeister Sandwall im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Über solch eine große Anteilnahme freute sich auch Priska Kolbeck, Mitorganisatorin des Benefizkonzerts und 1. Stimme der Alphornbläser Schwarze Berge. "Ich konnte es einfach nicht glauben, als ich die Nachricht zum Brand gesehen habe. Wenn man da oben spielt, fühlt man sich mit der Natur verbunden. Dazu noch dieses herzliche Hüttenteam, es ist einfach genial. Daher haben wir gesagt: Wir machen jetzt ein Benefizkonzert und warten nicht noch drei oder vier Wochen. Dass dann wirklich so viele kommen, damit haben wir nicht gerechnet."

111 Jahre Kissinger Hütte: "Sie ist ein Herzenswunsch"

Auch der Rhönklub Zweigverein Bad Kissingen, Besitzer der Hütte, war vom Konzert und den zahlreich erschienenen Hüttenfans begeistert. "Wir sind dankbar für dieses Engagement. Es gibt uns den Antrieb, weiterzumachen", erklärten Schriftführerin Simone Müller und Besitzer Thomas Höchemer. 111 Jahre war die Hütte ein Aushängeschild der Rhön - und soll nach dem Brand zurückkehren. "Wir sind auf der Seite derer, die nun tun und brauchen Hilfe, denn der Wille und die Kraft sind da. Wir brauchen nur Unterstützung!"

Und diese kommt aus allen Ecken der gesamten Rhön. Das spüren vor allem die Geschwister Tisma. Beim Benefizkonzert flossen die ein oder anderen Tränen. Es sind Tränen der Hoffnung. "Diese Anteilnahme ist der absolute Wahnsinn, man kann es sich gar nicht vorstellen. Tausend Dank an alle - wir hoffen, dass wieder etwas Neues und Tolles entstehen kann", betonte Koch Dennis Tisma motiviert. Eben jene Motivation spürt auch Diana Tisma. "Wir hatten viele Gespräche, wo auch viel Hilfe angeboten wurde. Egal ob Foodtruck, Küchengeräte oder ein ganzer Container - die Resonanz ist riesig." Zwar wissen die beiden nicht, wann und in welcher Form die Hütte zurückkehren wird, doch wird sie zurückkehren. Die nächsten Benefizkonzerte stehen schon vor der Tür. Und wenn die so gut verlaufen, so wie das erste, dann wird der "Traum" in zwei Jahren wieder in der Kissinger Hütte sitzen zu können, doch vielleicht ganz bald Realität. (Mathias Schmidt) +++

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