Eine Herzensangelegenheit
Große Krüge, Große Geste: 1. Rhön-Festival sammelt für die Kissinger Hütte
In Wildflecken fand das erste Rhön-Festival statt mit dem Ziel den Wiederaufbau der Kissinger Hütte zu unterstützen
Fotos: Philipp Gerhard
05.06.2026 / WILDFLECKEN -
Es war ein schwerer Schock, nicht nur für die Betreiber, sondern für die gesamte Region: Eines der beliebtesten Ausflugsziele der Rhön, nämlich die Kissinger Hütte, stand im März letzten Jahres in Flammen und wurde vollständig zerstört (OSTHESSEN|NEWS berichtete hierüber). Etwas mehr als ein Jahr später denken noch immer viele Rhöner an diesen schönen Ort zurück und engagieren sich nun mit dem ersten viertägigen Rhön-Festival dafür, dass die Hütte am 22. Oktober wie geplant wieder eröffnet werden kann.
Trotz trüben Wetters haben sich an Fronleichnam zahlreiche Gäste auf dem Sportgelände in Wildflecken (Landkreis Bad Kissingen) sowohl auf dem Freigelände als auch im großen Festzelt zusammengefunden, um bestens gelaunt bei kühlen Getränken und kulinarischen Highlights aus der Region das Vorhaben zu unterstützen. Der Erlös der gesamten Veranstaltung kommt nämlich dem Wiederaufbau der Kissinger Hütte zugute.
Großer Rückhalt aus Politik und Bevölkerung
Bei der Eröffnungsrede hob Wildfleckens Bürgermeister Daniel Kleinheinz hervor, wie stolz er sei, dieses wunderschöne Festival unterstützen zu können und vor allem, dass die Marktgemeinde der Gastgeber sein darf und somit sich an vorderster Front für den Wiederaufbau engagiert. Auch das Organisationsteam des Rhön-Klubs bedankte sich in einer kurzen Ansprache für die rege Teilnahme und gigantische Unterstützung sowie das ehrenamtliche Engagement.
Auch Politik-Größen aus der Region zeigten sich erfreut über das herzerwärmende Event und stellten vor allem heraus, dass nahezu alles geschafft werden könne, wenn man sich denn dafür einsetzt. "Wenn es um die Kissinger Hütte geht, halten alle zusammen und da können wir sehr stolz drauf sein", betonte Bad Kissingens Landrat Mario Götz. Staatssekretär Sandro Kirchner appellierte auch an den Rhöner Pragmatismus und fasste es treffend zusammen: "Wir Rhöner reden nicht lang, krempeln die Ärmel hoch und packen an.
"Auf die Frage des Bürgermeisters, wo man sich denn hinsichtlich dieses Events und der Hütte in fünf Jahren sehen möchte, war die Antwort klar: "Wir wollen uns auf der Kissinger Hütte treffen, anstoßen und nicht an den Brand sondern an dieses wunderschöne Festival erinnern", erklärte Sonja Rahm.
Vier Tage volle Krüge, volle Teller und volles Engagement bei bester Musik
Auf dem Sportgelände in Wildflecken wird bis zum Sonntag noch einiges los sein - auf einer Zeltbühne sowie einer Außenbühne spielen in dieser Zeit verschiedenste Musikvereine und Bands, alle mit dem typischen Rhöner Charme. Den Auftakt machte der Musikzug Wildflecken, der in seiner nagelneuen Uniform seinen zweiten Auftritt spielte - und das vor so einer Kulisse für einen guten Zweck. Für den Verein ist das natürlich eine Herzensangelegenheit.
Die Stimmung im Festzelt ist wie zu erwarten schon am ersten Tag bombastisch. Es wird geschunkelt, gesungen, getanzt und natürlich auch getrunken. Die Geselligkeit und traditionelle Blasmusik sind weit über das Festivalgelände hinweg zu hören und dürften in den nächsten Tagen auch noch den ein oder anderen Gast der Rhön für ein paar schöne Stunden in das beschauliche Wildflecken locken.
Nun bleibt zu hoffen, dass der Plan aufgeht und die Kissinger Hütte im Herbst pünktlich eröffnen kann. Aber schon jetzt ist durch den Teamgeist und das gemeinsame Engagement eins klar: Die Rhön hält zusammen und tut alles dafür, dass sie das Projekt verwirklichen kann. Wer jetzt richtig Lust bekommen hat, das Festival zu besuchen und sich somit ebenfalls einzubringen, ist herzlich nach Wildflecken eingeladen. Das Festival-Programm finden Sie auf der Website der Gemeinde Wildflecken. (Philipp Gerhard) +++