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Statement auf Social Media

Hiobsbotschaft nach Einweihung: Pächterin der Kissinger Hütte springt ab

Nur wenige Tage ist es her, dass die Kissinger Hütte auf dem Feuerberg in der bayerischen Rhön wiedereröffnet wurde. Nach dem verheerenden Brand im Frühjahr 2025 hätte wohl kaum jemand damit rechnen können, dass die Hiobsbotschaften weitergehen.
Archivfoto: O|N/Julia Pracht

27.10.2026 / SANDBERG - Schockierende Nachrichten am Dienstag: Nur wenige Tage ist es her, dass der Wiederaufbau der Kissinger Hütte auf dem Feuerberg in der bayerischen Rhön gefeiert wurde, nun hören die Pächter auf. "Heute teilen wir euch mit, dass wir als Pächter raus sind", schreibt Beverly Borg auf Facebook - und lässt einige Fragen offen.



Am 18. März 2025 stand die Kissinger Hütte plötzlich vor dem Aus: Ein Feuer zerstörte den historischen Hauptteil vollständig, einen Ort, der für Generationen von Wanderern und Naturliebhabern Heimat, Rastplatz und Aussichtspunkt war. Was blieb, sind verkohlte Balken, Schutt - und die Frage, ob dieser besondere Platz jemals wiederbelebt werden kann. Doch die Mitglieder des Rhönklubs geben nicht auf. Trotz aller Prognosen, trotz des immensen Schadens und der emotionalen Wucht des Verlusts fassen sie einen entschlossenen Beschluss: Die Hütte wurde wiederaufgebaut - und zwar schneller, als es irgendjemand für möglich gehalten hätte.

Borg springt als Pächterin ab - und packt auf Facebook aus

"In ganz vielen Zeitungsberichten, Videos und Ähnlichem waren wir als Pächter selten vertreten. Das lag daran, dass wir die Meinung über die Hütte nicht vertreten haben", erklärt Borg und macht damit klar, warum sie bei der Feier fehlte. Die eigentliche Eröffnung der Gastronomie soll im November stattfinden.

Worte wie "Lasst es erst mal anlaufen" seien vonseiten des Rhönklubs gefallen. "Bei einer Pachthöhe von 6.545 Euro brutto kann man es nicht erst einmal anlaufen lassen. Zudem ist die Kissinger Hütte und deren Bau so in den Medien vertreten, dass man von Anfang an liefern muss. Das wäre aber in diesem Gebäude nicht möglich", schreibt sie auf Facebook.

Bei ihrem Post bleibt Kritik am Rhönklub nicht aus. "Über den Neubau waren wir nicht auf dem aktuellen Stand und hatten bei vielem Einspruch erhoben. Für den Rhönklub war immer nur das Terminhalten wichtig, aber nicht der Termin, zu dem die Gäste wieder bewirtet werden können, sondern der 22. Oktober 2026 für die Einweihung." Die Küche, die Fassade, die Terrasse, die Zimmer, die Lüftung und vieles andere seien noch nicht fertig. "Eigentlich ist da oben noch Baustelle und selbst heute waren in der Früh schon vier Gewerke vor Ort", so die jetzt ehemalige Pächterin. Dabei stehe die Optik über der Funktionalität.

Bei einem Treffen am Dienstag mit den Verantwortlichen des Rhönklubs sei ihr mitgeteilt worden, es werde nichts verändert. "Dafür haben wir jetzt gewartet?", fragt sie auf Facebook. Ideen wie ein Getränke- und Zigarettenautomat seien verweigert worden. "Diese schöne alte Hütte ist abgebrannt und ein 'Hotel' ist entstanden", so Borg. Weiter schreibt sie: "Es ist sehr schade, wie sich das alles entwickelt hat, vor allem, weil wir viel Geld, Zeit und Nerven investiert haben." Jetzt hofft die ehemalige Pächterin, mit ihrem Post "ihre Familie vor Unwahrheiten schützen" zu können, und darauf, dass "wir in den nächsten Tagen unseren Aufhebungsvertrag bekommen."

Ihr Fazit: "Die Hütte ist nicht fertig, Termin nicht gehalten, falsche Prioritäten, ein Hotel zur Ausstellung gebaut und mit unserer Existenz gespielt."

Ausführliches Statement des Rhönklubs folgt

Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS bestätigt Manfred Egert, Vorsitzender des Rhönklubs Bad Kissingen, die Trennung. Er widerlegt die Kritik: Sie sei bei vielen Planungsrunden eingebunden gewesen und es seien Anregungen umgesetzt worden. "Aber wir können natürlich nicht jeden Wunsch erfüllen. Wir machen uns intern keine Vorwürfe", sagt er gegenüber den Medien.

Der Verein wolle die Situation nun erstmal intern bewerten. Eine ausführliche Stellungnahme kündigt der Vorsitzende fürt die kommenden Tage an. Die nächsten Schritte seien allerdings schon klar: die Hütte fertig bauen und einen neuen Pächter suchen. Bei der letzten Ausschreibung sei das Bewerberinteresse hervorragend gewesen. "Wir machen uns da keinen Kopf", erklärt Egert selbstbewusst.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, wie es mit der Kissinger Hütte weitergeht. (mis) +++

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