Eröffnung für Ende Oktober geplant

Kissinger Hütte erwacht aus der Asche - beliebtes Ausflugsziel mitten im Umbau

Über ein Jahr ist es her, dass die beliebte Kissinger Hütte abgebrannt ist. Jetzt befindet sie sich mitten im Umbau - und soll im Oktober wieder eröffnen.
Fotos: Marvin Myketin

01.07.2026 / SANDBERG - Dieser Brand schockierte weit über die eigenen Landkreisgrenzen hinaus: Im März 2025 brannte der Altbau der Kissinger Hütte in der Gemeinde Sandberghütte (Kreis Rhön-Grabfeld) vollkommen ab. Auch das Dach stürzte komplett ein. Somit ging von heute auf morgen ein beliebtes Ausflugsziel in der Rhön verloren. Doch hinter jeder Regenwolke wartet Sonnenschein: Der Wiederaufbau der Hütte schreitet voran und die Eröffnung ist ebenfalls schon geplant!



Für Manfred Egert, ersten Vorstandsvorsitzenden des Rhönklubs Zweigverein Bad Kissingen, war der damalige Brand ein wahrgewordener Albtraum. Seinem Club gehört die Kissinger Hütte. Er musste zusehen, wie dieser besondere Ort abbrannte. Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, beinahe unmittelbar mit der Planung des Wiederaufbaus zu starten. Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS lieferte Egert einen genauen Einblick in den aktuellen Stand.

1914 wurde die Kissinger Hütte als König-Ludwig-Hütte erbaut und als eine der wenigen freistehenden Hütten zu einem beliebten Ausflugsziel. Statt von Gebäuden und Straßen umgeben zu sein, saßen die Gäste aus nah und fern mitten im Grünen. Genau das soll auch in Zukunft wieder möglich sein. "Das ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die bayrische Rhön, für Radfahrer und Touristen. Hier können die Gäste in alle Richtungen unsere schöne Natur anschauen", sagte der Vorsitzende.

Aktuelle Bauarbeiten und Zukunftspläne

Aktuell laufen die Bauarbeiten an der Kissinger Hütte ohne Unterlass, um die geplanten Eröffnungstermine einhalten zu können. Ja, für dieses bedeutende Kulturhaus sind tatsächlich - und völlig zurecht - mehrere Termine geplant. So wird am 22. Oktober mit Politikern und Spendern gefeiert. Am 23. Oktober begeht der Rhönklub Bad Kissingen sein 150-jähriges Bestehen und ab dem 24. Oktober kann dann jeder endlich wieder den tollen Ausblick der Kissinger Hütte genießen.

"Wir liegen aktuell ein wenig hinter unserem Zeitplan", so Egert gegenüber O|N. Eigentlich sollte die Eröffnung bereits im September stattfinden, doch es ergab sich ein Problem: "Wir wollten den Keller vor Weihnachten fertig haben, doch beim Ausheben für das Bettenhaus sind wir auf einen Felsen gestoßen. Für das Entfernen haben wir zwei Wochen gebraucht." Abgesehen davon verlief der Umbau bis jetzt glücklicherweise problemlos. Weitere Schritte sind nun zahlreiche Planungen und der Innenausbau. "Alles geht seinen Weg", hieß es im Gespräch.

Nach dem Brand - für den laut Egert ein technischer Defekt verantwortlich war - blieb nur der Rohbau des Bettenhauses erhalten. "Während des Umbaus ist die Hütte größer geworden, da wir in den Boden gearbeitet haben. Außerdem haben wir unter anderem eine PV-Anlage, eine eigene Wasserversorgung, Funktionsräume auf einer Ebene und eine größere Terrasse ergänzt." Gemeinsam mit den neuen Pächtern soll auch der Fahrradtourismus weiter gefördert werden. Dafür soll ein Unterstellplatz gebaut werden. Zusätzlich sind Ladesäulen für Kurzbesucher geplant. Mit 57 vermietbaren Betten in 18 Zimmern bietet die Kissinger Hütte auch Platz für diejenigen, die gerne über Nacht bleiben möchten. Mit einer neuen CO₂-Löschstelle soll auch ein erneuter Brand durch einen technischen Defekt verhindert werden.

Neue Pächterin erhält Hüttencharme

Mit der neuen Pächterin Beverly Borg hat die Kissinger Hütte laut Egert einen wahren Glücksfang gemacht. "Mit ihren Eltern wird sie die Hütte als Familienunternehmen führen", freute sich der erste Vorsitzende. Er beschreibt die 22-Jährige als regional orientiert und sehr engagiert. "So bleibt das hier als Ort für Wanderer bestehen - auch mit kleineren Gerichten, um danach direkt weiterlaufen zu können. Außerdem wird sie in einer Pächterwohnung in der Hütte leben." Letzteres ist auch dem damaligen Brand geschuldet. So sagte Egert: "Das Problem damals war, dass das Feuer so lange Zeit hatte, sich auszubreiten, und niemand vor Ort war, um Hilfe zu alarmieren." Einer weiteren Vernichtung durch Flammen soll damit entgegengewirkt werden.

Zu den angefallenen Kosten möchte der Vorsitzende des Rhönklubs nichts sagen, doch so viel ist klar: Spenden waren eine große Hilfe. So bekommen Privatpersonen bei einem Spendenbetrag ab 500 Euro ein eigenes Brettchen im Foyer, für Firmen ist das ab 1.000 Euro möglich.

Die Vorfreude auf die neue Kissinger Hütte ist groß. Schon jetzt melden sich viele Wanderer und Gäste zurück. "Bis jetzt hören wir nur gute Resonanz, die Leute freuen sich, wieder hier einkehren zu können". Für Manfred Egert ist der Fortschritt besonders: "Ich spüre Erleichterung, man freut sich darüber, dass jedes Projekt sein gutes Ende nimmt." Mit der Eröffnung im Oktober bekommt die Rhön damit endlich ein wichtiges Stück Heimat zurück. (Mia Schmitt) +++

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