Proteste gegen AfD-Jugend

YouTuber festgenommen, Polizei angezeigt: Das sind Folgen der Demonstration

Die Demonstration in Fulda-Johannesberg verlief zwar überwiegend friedlich, doch die Festnahme eines YouTubers und eine darauf folgende Strafanzeige gegen Polizeikräfte sorgten im Nachgang für Diskussionen und Ermittlungen.
Fotos: Hendrik Urbin / Philipp Gerhard

31.03.2026 / FULDA - Die Gründung der AfD-Jugendorganisation in Fulda-Johannesberg bewegte am Samstag die gesamte Region. Besonders die Demonstranten auf den Straßen stachen ins Auge. Die Botschaft war klar: "Kein Platz für Nazis!". Während der gesamte Tag überwiegend laut, deutlich, aber friedlich verlief, kam es dennoch zu einer Festnahme. Sogar die Polizei, die mit einer Vielzahl von Einsatzkräften vor Ort war und für einen friedlichen Umgang sorgen sollte, erhielt eine Strafanzeige.


Wie OSTHESSEN|NEWS aktuell berichtete, gab es neben verschiedenen Personenkontrollen nur eine einzige Festnahme. Nach erheblichen Störungen im Bereich der Bühne wurde ein YouTuber von der Versammlung ausgeschlossen und nach Widerstand gegen die Polizeibeamten vorläufig festgenommen. Ein Polizist wurde hierbei leicht verletzt.

"Nach derzeitigem Kenntnisstand fiel dieser durch Filmaufnahmen auf, wodurch sich die Stimmung unter den Versammlungsteilnehmenden zunehmend aufheizte und schließlich zu einer kurzzeitigen Unterbrechung sowie zu einem Ausschluss der Person von der Versammlung durch den Versammlungsleiter führte", heißt es in einer Pressemeldung des Polizeipräsidiums Osthessen. Nachdem er sich nicht entfernte, kam es zur Kontaktaufnahme durch polizeiliche Einsatzkräfte, wobei die männliche Person zu Boden fiel und sich dagegen wehrte, von den Beamten festgehalten zu werden. In der Folge wurde er durch die Einsatzkräfte weggetragen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er zeitnah wieder entlassen und konnte seine Filmaufnahmen fortsetzen.

Ermittlungsverfahren gegen YouTuber

Gegen die männliche Person wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte und wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Hessische Versammlungsfreiheitsgesetz eingeleitet. Die rechtliche Würdigung obliegt nun im weiteren Verlauf der Staatsanwaltschaft Fulda.

Strafanzeige gegen die eingesetzten Polizeikräfte liegt vor

Im Nachgang der Versammlungslage wurde in den sozialen Medien kontrovers über die polizeiliche Maßnahme diskutiert. Inzwischen liegt der Staatsanwaltschaft Fulda auch eine Strafanzeige gegen die eingesetzten Polizeikräfte vor. Das Polizeipräsidium Osthessen wird die Aufklärung des Sachverhalts vollumfänglich unterstützen und appelliert zugleich an die Social-Media-Community, sich nicht weiter an Spekulationen zu beteiligen oder gar strafbare Äußerungen zu tätigen. (mis/pm) +++

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