Proteste gegen AfD-Jugend

Laut aber friedlich: So lief die Demonstration in Johannesberg

Im Zuge des "Demokratiefestes" versammelten sich viele Gegendemonstranten auf der Hauptstraße in Johannesberg, um gegen die Gründung von "Generation Deutschland" zu protestieren.
Fotos: Hendrik Urbin / Philipp Gerhard

29.03.2026 / FULDA - So etwas haben die Einwohner vom Fuldaer Stadtteil Johannesberg wahrscheinlich noch nie gesehen: Eine vierstellige Zahl von Demonstranten – laut, deutlich, aber dennoch friedlich. Bei der Gründung der AfD-Jugendorganisation in Gießen kam es Ende vergangenen Jahres zu massiven Ausschreitungen bei den Protesten – zahlreiche Polizisten wurden verletzt, mehrere Demonstranten erhielten Strafanzeigen. In Fulda-Johannesberg lief die Demonstration bis auf vereinzelte Personenkontrollen und eine Festnahme friedlich ab. Die Polizei ist mit dem Verlauf zufrieden.



Nach der Auflösung der Jungen Alternative (JA) formierte sich im letzten Jahr unter dem Namen "Generation Deutschland" (GD) ein neuer Ableger der AfD-Jugendorganisation. Als neuer Vorsitzender wurde am Samstagmittag der 27-jährige Nafiur Rahman gewählt, der bereits bei der JA im Vorstand aktiv war.

Große Zahl an Demonstranten stellt sich gegen GD-Gründung

Um 10 Uhr vormittags startete der Demozug auf dem Parkplatz Aueweiher in Richtung Johannesberg. Vor Ort waren Demonstranten verschiedenster Parteien und Gruppierungen, vereint in dem Ziel, ein Zeichen zu setzen und ihre Meinung laut zu äußern. Erste Zählungen der Polizei beliefen sich auf rund 500 Teilnehmer, schnell wurde allerdings klar, dass es sich um eine größere Zahl handelte. Als offizielle Zahl konnten 1.000 Teilnehmer des vom Verein "Fulda stellt sich quer e.V." organisierten Demokratiefestes in den Straßen Johannesbergs von Seiten der Polizei genannt werden.

Ruhiger Protestzug, eine Festnahme in Johannesberg

Insgesamt verlief der Zug "ruhig und gesittet" – mit einer großen Zahl an Einsatzkräften gab es zu keinem Zeitpunkt eine so starke Anspannung, dass das Gefühl entstanden war, es würde zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen. Sowohl die Polizei mit ihrer starken Präsenz als auch die sich ruhig verhaltenden Demonstranten trugen zu einer friedlichen Demo bei. Zusätzlich zu Straßensperren, einer Polizeieskorte und einer Pferdestaffel kam auch eine Drohne der hessischen Polizei-Fliegerstaffel zum Einsatz, um den Protestzug und das Demokratiefest von oben beobachten zu können. Neben Polizeipräsident Michael Tegethoff war auch der Fuldaer Bürgermeister und Ordnungsdezernent Dag Wehner (CDU) vor Ort, um sich ein Bild vor Ort zu machen.

Neben verschiedenen Personenkontrollen gab es nur eine einzige Festnahme. Nach erheblichen Störungen im Bereich der Bühne wurde ein YouTuber von der Versammlung ausgeschlossen und nach Widerstand gegen die Polizeibeamten vorläufig festgenommen. Ein Polizist wurde hierbei leicht verletzt.

Auch Jonas Trabert, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen in Fulda, zeigte sich gegenüber OSTHESSEN|NEWS zufrieden mit dem ruhigen Verlauf der Veranstaltung. "Unsere Einsatzkräfte waren auf eine größere Einsatzlage vorbereitet und seit den frühen Morgenstunden im Einsatz", so Trabert, der zusätzlich betonte, dass die Lage stets "unter Kontrolle" war und es bis auf die Festnahme und eine kurze Sitzblockade zu "keinen besonderen Zwischenfällen" gekommen war.

Insgesamt zog die Polizei also ein positives Fazit. Untermalt wurde das Demokratiefest neben verschiedensten Kundgebungen musikalisch unter anderem von der Band "Stella rockt". Auch Verpflegungs- und Informationsstände waren aufgebaut. (Philipp Gerhard) +++

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