Zukunftsfrage geklärt?

Nach Boomex-Brand - Baudezernent stellt klar: "Standort nicht mehr vorstellbar"

Der Großbrand auf dem Betriebsgelände eines Grillanzünder-Herstellers hat große Teile der Produktionshallen zerstört.
Archivfotos: O|N / Marvin Myketin

11.03.2026 / ALSFELD - Nach dem Großbrand auf dem Betriebsgelände des Grillanzünder-Herstellers Boomex in der Alsfelder Jahnstraße steht die Zukunft des Standorts zunehmend infrage. Der Vogelsbergkreis bewertet die baurechtliche Situation nach dem Feuer neu - mit möglichen Folgen für die weitere Nutzung des Areals.



Der Brand Ende Dezember 2025 hatte große Teile der Produktionshallen zerstört. Die Ermittlungen der Polizei laufen weiterhin. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung gibt es bislang nicht. Nach Angaben der Ermittler könnte eine technische Ursache oder ein Fehler im Produktionsablauf verantwortlich sein. Der entstandene Schaden wird auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt.

Brand verändert baurechtliche Ausgangslage grundlegend

Für die Kreisverwaltung hat das Feuer jedoch noch eine andere Konsequenz: "Die baurechtliche Ausgangslage hat sich durch den Brand grundlegend geändert", erklärt der Erste Kreisbeigeordnete und Baudezernent Patrick Krug (SPD) gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Das Gelände zwischen Jahnstraße und Pfarrer-Happel-Straße war bereits lange vor der Ansiedlung von Boomex industriell genutzt worden - unter anderem durch die Büromöbelfirma CEKA. Diese sogenannte Vorprägung hatte es möglich gemacht, dass dort weiterhin produzierendes Gewerbe betrieben werden durfte, obwohl Wohnhäuser direkt angrenzen.

Mit dem Brand ist dieser Status nun aus Sicht des Kreises entfallen. "Dadurch, dass die Produktionshallen abgebrannt sind, ist auch der Bestandsschutz erloschen. Das heißt, baurechtlich ist zukünftig nur das zulässig, was Wohnen nicht wesentlich stört", so Krug. "Produzierendes Gewerbe ist an diesem Standort wegen des Lärms, der Emissionen und des Lieferverkehrs, der mit einer Produktion notwendig einhergeht, mit Blick auf die angrenzende Wohnbebauung aus unserer Sicht nicht mehr vorstellbar."

Zukunft des Areals noch offen

Das Unternehmen sei über diese Einschätzung bereits informiert worden. Gleichzeitig signalisiert der Landkreis Unterstützung bei der Suche nach einem alternativen Standort. "Als Landkreis ist es uns wichtig, dass Arbeitsplätze im Rahmen des Möglichen gesichert werden. Deshalb haben wir dem Unternehmen unsere Unterstützung bei der Suche nach einem anderen geeigneten Produktionsstandort angeboten", betont Krug.

Unklar bleibt derzeit, wie das Areal künftig genutzt wird. Auch die Stadt Alsfeld prüft verschiedene Möglichkeiten für die Entwicklung des Geländes. Bürgermeister Stephan Paule kann sich perspektivisch auch eine stärkere Wohnnutzung vorstellen.

Der Brand hat damit nicht nur Schäden verursacht - sondern eine neue Debatte über die Zukunft des Standorts und das Zusammenspiel von Industrie und Wohnbebauung in diesem Teil der Stadt ausgelöst. (Constantin von Butler) +++

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