Närrisches Dreigestirn schreibt Geschichte

Stadtsaal kocht: "Geballte Fastnachtskompetenz" beim Magistratsempfang

Prinzessin Isabel von Brief und Siegel, die LXXXIII. von Fulda, beim Magistratsempfang in der Orangerie.
Alle Fotos: Martin Engel

17.02.2026 / FULDA - Es ist der stimmungsvolle Treffpunkt der Foaset-Familie schlechthin: Traditionell startet der Rosenmontag in Foll mit der Erstürmung der Stadtwache. Kaum ist dieser närrische Auftakt vollbracht, zieht es die bunt kostümierte Schar zum Magistratsempfang in die Orangerie. Hier übernimmt der Frohsinn nun komplett das Zepter - ein fast dreistündiges Programm voller Höhepunkte, bevor sich Hessens längster närrischer Lindwurm in Bewegung setzt.



Nachdem die Rand- und Bundesstaaten sowie die Fuldaer Karnevals-Gesellschaft (FKG) einmarschiert waren, übernahm FKG-Präsident Oliver Weißenberger die Begrüßung im Stadtsaal. "Hier zeigt sich einmal mehr die geballte Fastnachtskompetenz. Es war ein toller Empfang, was für ein Einmarsch."

Prinzessin Isabel hebt Ehrenamt hervor

Prinzessin Isabel von Brief und Siegel, die LXXXIII. von Fulda, ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, einige Worte an das Publikum zu richten. "Das war ein sagenhafter Auftakt zum heutigen Rosenmontag. Es war für mich eine unvergessliche Zeit und eine Ehre, dieses besondere Amt begleiten zu dürfen." Die Regentin der Kampagne 25/26 hob vor allem das Engagement der Aktiven hervor. "Es ist bewundernswert, wie viele Karnevalisten im Ehrenamt tätig sind." Die Foaset habe hier eine lange Tradition, viele würden viel Zeit investieren. "Meinen ganz besonderen Dank an jeden Einzelnen." Die Tollität hoffe sehr darauf, dass das Brauchtum auch in Zukunft weiterbestehen werde.

Ein Programmpunkt nach dem anderen

Für die Randstaaten traten Markus Schmid (1. Vorstand) und Lena Höfer (2. Vorstand) vom Karnevalsverein Ostendia auf die Bühne. "100 Jahre wird das Ostend - ich freue mich, für die Randstaaten Sprecherin zu sein. Wir feiern zusammen, unsere Fastnacht ist bunt", so Höfer.

Von den Silverbirds über die Sternchengarde bis hin zum Tanz des Prinzenmariechens Anna Weißenberger wartete auf die Zuschauer ein Programm, das keine Wünsche offenließ. Natürlich blieb ein Besuch aus der Ferne nicht aus. Die Wolkenkratzer wurden erneut von der Lumpenkapelle Taldorf begleitet, die extra für den Rosenmontag angereist ist - sehr zur Freude aller Anwesenden.

Das Beste kommt zum Schluss: Närrisches Dreigestirn feiert zehnjähriges Bestehen

Wie immer ein Highlight am Ende der Veranstaltung: die Gesangseinlage des närrischen Dreigestirns, das sich aus Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Stadtbaurat Daniel Schreiner und Bürgermeister Dag Wehner zusammensetzt. "Zehn Jahre stehen wir bereits auf der Bühne. Das ist Wahnsinn. Vielen Dank, dass wir hier sein dürfen", stellte das Trio heraus.

Stadtbaurat nimmt Grillenburg-Diskussion auf die Schippe

Gleichzeitig kündigten die Stadtpolitiker ein Novum an. Erstmals rückte in einem Lied ein Fuldaer Stadtteil in den Mittelpunkt - ein Beitrag aus der Feder des Stadtbaurats. Darin griff er die langjährige Debatte rund um Lehnerz auf (O|N berichtete) und brachte sie mit pointiertem Humor auf den Punkt. "Viele Jahre Diskussion. Pack aus, pack ein. Dort stehen die Uhren still, weil dort keiner kochen will." Zum Schluss zeigte sich Oberbürgermeister Wingenfeld nach der Performance optimistisch: "Jetzt kriegen wir's bestimmt hin mit der Grillenburg. Ich hab's im Gefühl." (Maria Franco) +++

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