Kreisbahn Schenklengsfeld-Heimboldshausen

Die Anrainer-Bürgermeister zur geplanten Reaktivierung der Bahnstrecke

Daumen hoch für die Reaktivierung: Die Bürgermeister Andre Stenda (Hohenroda), Carl Christoph Möller (Schenklengsfeld) und Timo Heusner aus Philippsthal (Werra)
Fotos: Gerhard Manns

11.02.2023 / REGION - Kürzlich hat der Förderverein Werra Fulda Bahn in einer Pressemitteilung, die durch die Mitgliederversammlung beschlossene Verpachtung der Bahnstrecke von Heimboldshausen über Hohenroda nach Schenklengsfeld bekundet. Zukünftiger Pächter ist die Regiobahn Thüringen GmbH (RbT) aus Vacha, die auch die Strecke reaktivieren will.



Die RbT ist bereits Streckeneigentümer und Betreiber der kürzlich in Betrieb genommenen Strecke von Vacha nach Unterbreizbach, die auch durch Waggons der K+S befahren wird.

Die Meinung der Bürgermeister

"Die Reaktivierung der Bahnstrecke kann sicherlich einen Mehrwert für unsere Kommunen aufbieten", so die Bürgermeister Andre Stenda (Hohenroda), Timo Heusner (Philippsthal) und Carl Christoph Möller (Schenklengsfeld). Bei dem Vorhaben müssen aber auch zwingend die Belange unserer Bevölkerung berücksichtigt werden", fügen die drei Rathauschefs bei.

Kommunen werden gehört

Die RbT sagte dabei die jederzeitige Beteiligung der Kommunen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern zu, was den drei Bürgermeistern imponierte. Erste Gesprächsrunden mit kommunalpolitischen Vertretern sind bereits erfolgt. Weitere Bürgerbeteiligungsformate sind vorstellbar. Derzeit wird die Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit für potenzielle Gewerbegebiete mit Bahnanschluss geprüft. Diese sollen nach Möglichkeit vor der Querung von Wohngebieten liegen, um die Belastung der Bevölkerung zu reduzieren.

Ist der Einsatz autonom fahrender Fahrzeuge möglich?

"Wir sollten auch die Anbindung nach Bad Hersfeld im Blick behalten. Und warum nicht mit einer ökologischen und innovativen Zukunftstechnologie wie autonomen Fahrzeugen?", fragen sich die drei Bürgermeister abschließend. Angebote für eine entsprechende Machbarkeitsstudie wurden bereits angefragt.

Drei Bürgermeister auf Erkundungstour

Beim exklusiven Termin mit OSTHESSEN|NEWS-Mitarbeiter Gerhard Manns besichtigten die Rathauschefs die noch vorhandenen Kreisbahnhöfe in Ransbach und Schenklengsfeld, den DB Bahnhof in Heimoldshausen, sowie die ehemalige Betriebswerkstatt (BW) in Schenklengsfeld, wo die Loks und Triebwagen der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn/Hersfelder Eisenbahn gewartet oder repariert wurden. Auch die Weichen am ehemaligen Bahnhof in Schenklengsfeld sind noch vorhanden, so dass das Abstellen für das geplante Be- oder Entladen von Güterwaggons dort noch möglich sein sollte. Wie Hohenrodas Bürgermeister auf Nachfrage mitteilte, befindet sich der Bahnhof Ransbach im Besitz der Gemeinde, alle anderen ehemaligen Kreisbahnhöfe wurden an private Leute verkauft.

Einige Reparaturen am Gleis nötig

Auch der Bahnübergang über die B 62, zwischen Heimoldshausen und dem K+S Schacht Hera, wurde in Augenschein genommen. Dabei stellten alle drei Bürgermeister einmütig fest, dass vor der geplanten Reaktivierung der Gleisstrecke durch die RbT Regiobahn Thüringen noch viele Arbeiten an und auf dem Gleisbett ausgeführt werden müssen. Viel Gestrüpp hat sich im Laufe der Jahre zwischen den Schwellen breit gemacht und an manchen Stellen müssen wahrscheinlich auch einige schadhafte Schwellen ausgewechselt werden. In einem guten Zustand sind einige Gleisabschnitte im Bereich der Gemeinde Hohenroda. Wenn auch manche Reparaturen am Gleis oder den Weichen vielleicht durchzuführen sind, es dürfte aber alles machbar sein.

Sind vielleicht Nostalgiefahrten mit Dampfloks möglich?

Ob man bei der geplanten, und hoffentlich bald erfolgreichen Reaktivierung der restlichen  Kreisbahnstrecke, zukünftig auch mal hin und wieder Sonderfahrten mit Personenzügen, die von Dampfloks gezogen werden, für alle Eisenbahn begeisterten Menschen anbieten wird, bleibt abzuwarten. Darüber sollte man sich seitens der RbT durchaus mal ernsthafte Gedanken machen. Eisenbahnromantik im "Landecker Amt" und im Werratal, das wäre eine großartige Attraktion, besonders dann, wenn dabei auch noch eine alte Dampflok über Berg und Tal schnaufen würde. Mal sehen, wie es mit dem angekündigten Vorhaben der RbT weitergeht und wann die ersten Güterzüge auf der Schienenstrecke unterwegs sein werden.

Innovative Ideen von drei Bürgermeistern

Schon am 30. März 2022 ist das Bürgermeister-Trio Timo Heussner (Philippsthal), André Stenda (Hohenroda) und Carl-Christoph Möller (Schenklengsfeld) in einem Artikel bei OSTHESSEN|NEWS mit der Überschrift "Offener Brief mit Zukunftsvision, Nahverkehr mit autonomen Mini-Bussen in die Kreisstadt" an die Öffentlichkeit gegangen. In dem Artikel wurde über den möglichen Einsatz von autonom fahrenden Mini-Bussen für den Nahverkehr von Schenklengsfeld nach Bad Hersfeld berichtet. Hoffnungsvolle Ideen und Ansätze zur Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs von Bad Hersfeld ins "Landecker Amt" und weiter zum Kalirevier nach Philippstahl (Werra).

Auch zur Unterzeichnung des Pachtvertrages über die restliche Schienenstrecke, von Schenklengsfeld nach Heimoldshausen, durch den Eigentümer, den "Förderverein Fulda-Werra-Bahn" an die Regiobahn Thüringen (RbT) am 31. Dezmeber 2022 wurde auf OSTHESSEN|NEWS berichtet. (Gerhard Manns) +++

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