Zoff um Vertraulichkeit

Möglicher Verkauf von Galeria-Filialen: Verhandlungstermin kurzfristig abgesagt

Die Galeria-Filiale in Fulda wurde saniert
Archivfoto: O|N

15.11.2022 / HERFORD / FULDA - Die Zukunft der Warenhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof ist weiter offen. Das Unternehmen hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt und will offenbar einen Teil seiner 131 Filialen verkaufen. Inzwischen hat  mit Markus Schön und dem Unternehmen buero.de ein Investor aus Herford (Ostwestfalen) Interesse an 47 Filialen bekundet.



Darunter sei auch das frisch sanierte Warenhaus von Galeria auf dem Uniplatz in Fulda. Ob Fulda auf der Verkaufsliste des Konzerns steht, ist unklar. Offenbar gibt es laut Bild-Zeitung Standorte mit hohen Mietkosten. Die Bild-Zeitung berichtete über die Verkaufsabsicht für 22 Immobilien der Galeria Karstadt Kaufhof und Mietsteigerungen in den nächsten Jahren um über 30 Prozent. "Für einige dieser Standorte – insgesamt sind es 47 - hat unser Unternehmen Interesse signalisiert, dort das operative Geschäft der Warenhäuser weiterzuführen und in eine neue Phase zu bringen", schreibt das von Markus Schön aus Vorstand geführte Unternehmen buero.de.

Explizit betont der Vorstandsvorsitzende der buero.de in der Pressemitteilung, im Einklang mit den entsprechenden Gremienbeschlüssen trotz angeblicher Mietsteigerungen von über 30 Prozent bei einem Gelingen der Übernahme der 47 Standorte dort alle Arbeitsplätze erhalten zu wollen.

Kurzfristige Absage laut buero.de

Offenbar sollte es am Montag einen Verhandlungstermin mit dem Insolvenzverwalter geben. Dieser Termin sei jedoch geplatzt. Buero.de schreibt dazu in einer Pressemitteilung am Dienstag: "Das Büro des Insolvenzverwalters von Galeria Karstadt Kaufhof GmbH hat einen zunächst für den 14. November 2022 anberaumten Verhandlungstermin mit der buero.de Handel AG überraschend kurzfristig abgesagt. Begründet wurde die Absage mit der fehlenden Bereitschaft von Galeria Karstadt Kaufhof GmbH eine Vertraulichkeitsvereinbarung abzuschließen. Der Abschluss einer Vertraulichkeitsvereinbarung, mit der beide Parteien Vertraulichkeit über die zu führenden Gespräche vereinbaren sollten, war von buero.de Handel AG angeregt worden. Die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH legte dann den Entwurf einer Vereinbarung vor, nach der die buero.de Handel AG einseitig zur Verschwiegenheit verpflichtet werden sollte."

Keine Bereitschaft vom Insolvenzverwalter?

Die buero.de Handel AG wies darauf hin, dass sie ihre Konzeption zur Rettung und Übernahme von 47 Standorten nur vorlegen und detailliert vorstellen könne, wenn auch ihr Vertraulichkeit zugesichert würde. Der Insolvenzverwalter zeigte hierzu bislang keine Bereitschaft und sagte den für den 14.11.2022 anberaumten Verhandlungstermin kurzfristig ab.

Dies verwunderte um so mehr, als der Entwurf der Vereinbarung zur Vertraulichkeit vom Galeria Karstadt Kaufhof stammt und buero.de Handel AG nur wünschte, beiden Parteien gleichermaßen Vertraulichkeit zu gewähren. Zudem irritiert, dass der Insolvenzverwalter den Entwurf der von Galeria Karstadt Kaufhof stammenden Vertraulichkeitsvereinbarung inhaltlich kritisierte.

Leichter ist es jetzt nicht geworden

Buero.de Handel AG hofft daher, dass dieses Vorgehen nicht dem Ziel dienen soll, die angestrebten Verhandlungen über die Übernahme von 47 Galeria Karstadt Kaufhof Filiale schon vor ihrem eigentlichen Beginn scheitern zu lassen und wird sich weiter intensiv um die Aufnahme von Verhandlungen bemühen. Buero.de-Vorstandsvorsitzender Markus Schön: "Leichter ist es jetzt nicht geworden, aber wir geben nicht auf. Unser Konzept passt, unsere Finanzkraft ist vorhanden, da darf es nicht an formalen Aspekten scheitern. Schließlich stehen über 5.500 Arbeitsplätze auf dem Spiel, die wir als buero.de gern dauerhaft an den 47 Standorten sichern würden." (Hans-Hubertus Braune) +++

Markus Schön ist Vorsitzender des Vorstands des Online-Händlers buero.de\r\n
Foto: privat

Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

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