BI setzt Kampf um Gieseler Forst fort

Nach Projektstopp: HessenForst hält weiter an Windpark-Plänen fest

Das Windpark-Projekt hat noch kein Ende gefunden.
Symbolbild: O|N/Gerhard Manns

23.07.2026 / GROßENLÜDER - Die Erleichterung währte nur kurz: Nachdem das Windparkvorhaben auf der "Steinernen Platte" zwischen Fulda-Oberrode und Großenlüder-Kleinlüder (Kreis Fulda) offiziell gestoppt wurde (O|N berichtete), ist das Kapitel offenbar noch nicht abgeschlossen. Eine Neuausschreibung des Vorranggebiets folgt, Grundlage dafür sei der rechtskräftige Regionalplan beziehungsweise Teilregionalplan Erneuerbare Energien Nordhessen (TRPEE), wie HessenForst auf OSTHESSEN|NEWS-Nachfrage mitteilt: "Daran hat sich auch nach der Kündigung der Firma Juwi nichts geändert."


Der Landesbetrieb HessenForst unterstütze die Ziele der Landesregierung auch im Bereich der Energie- und Klimaschutzpolitik. "Der rechtskräftige TRPEE ist für HessenForst insofern eine bindende Vorgabe." Heißt konkret: "Zu gegebener Zeit werden daher sämtliche Vorranggebiete für Windenergie interessierten Planern und Betreibern zur Entwicklung und zum Betrieb angeboten. Dies gilt auch für die hier betroffenen Flächen."

Rückblick auf die Geschehnisse

Seit 2022 beschäftigt sich die Region mit diesem Thema. Insgesamt 15 Windkraftanlagen sollten dabei entstehen. Verantwortlich für das Projekt war zunächst die Firma Juwi aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz), die sich auf die entsprechende Ausschreibung von HessenForst beworben hatte. Erheblicher Widerstand kam aus der Bevölkerung. Naturschützer schlugen mehrfach Alarm. Besonders die Artenvielfalt in dem rund 250 Hektar großen Gebiet sah man als gefährdet - mit weitreichenden Folgen für die Umwelt.

Bürgerinitiative "Schutzkreis Gieseler Wald" positioniert sich klar

Vor fast zwei Wochen teilte die Bürgerinitiative "Schutzkreis Gieseler Wald" die zunächst positive Entwicklung mit: "Dass das Projekt nun abgewendet wurde, sehen wir als Bestätigung unserer unermüdlichen Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit als auch des Engagements vieler weiterer Unterstützer außerhalb der Bürgerinitiative." Doch schon zu diesem Zeitpunkt war klar, dass das Vorhaben nicht ganz vom Tisch ist.

Gegenüber O|N teilt die BI nun am Donnerstag mit: "Uns war von Anfang an bewusst, dass HessenForst nach dem Ausscheiden von Juwi einen neuen Versuch unternehmen würde, diese Waldfläche zu verpachten." Mit der Errichtung von Windkraftanlagen in diesem Areal würden die damit einhergehende Zerstörung des Waldes sowie die gesundheitliche Gefährdung von Mensch und Tier bewusst in Kauf genommen - "eine bittere Realität, die im krassen Widerspruch zum öffentlichen Image von HessenForst als Naturschützer steht".

"Setzen uns weiterhin für Erhalt unseres Waldes ein"

Für die Projekt-Gegner steht fest: "Wir positionieren uns auch zukünftig eindeutig und unmissverständlich für den Erhalt unseres Waldes und gegen den geplanten Windpark." Und weiter: "Neuen Projektentwicklern möchten wir an dieser Stelle dringend davon abraten, dieses Vorhaben weiterzuverfolgen. Zum einen hat Juwi das Projekt aus 'wirtschaftlicher Unrentabilität' aufgegeben, zum anderen lehnt eine große Mehrheit der Bevölkerung vor Ort den Windpark entschieden ab. Jegliche Maßnahmen zur Verhinderung dieser Industrieanlagen im Gieseler Wald erhalten breite aktive Unterstützung."

HessenForst wiederum verweist auf eine "eingriffsminimierende Planung". Sensible Bereiche, wie etwa Biotope oder ältere Laubholzbestände, sollten ausgespart und Planungen an bestehender Infrastruktur sowie vorhandenen Schadflächen ausgerichtet werden. "Die endgültige Entscheidung darüber, ob ein Standort realisierungsfähig ist oder nicht, fällt letztendlich die BImSch-Behörde beim zuständigen Regierungspräsidium." Dabei stünden insbesondere der Arten- und Biotopschutz im Fokus. (mkr) +++

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