Instrumentalisierung des Gieseler Forsts

Thomas Hering beklagt Gefahren durch inhaltsloses Auftreten der AfD

Thomas Hering (CDU) kritisiert die Instrumentalisierung des Gieseler Forsts von Seiten der AfD.
Archivfoto: O|N / Philipp Gerhard

13.07.2026 / REGION - Die Baupläne hinsichtlich möglicher Windkraftanlagen im Gieseler Forst im Bereich "Steinernen Platte" zwischen Fulda-Oberrode und Großenlüder-Kleinlüder (Landkreis Fulda) sind gestoppt worden. Die AfD sieht diese Entwicklung als einen Erfolg an. Der Fuldaer Wahlkreisabgeordnete Thomas Hering (CDU) kritisiert dahingehend das Auftreten der Alternative für Deutschland.



"Eskalationsrhetorik und Showveranstaltungen bieten keine tragfähigen Lösungen, denn beim Vorliegen besonderer und rechtlich bedeutsamer Gründe gegen Windkraftanlagen müssen genau diese vorgetragen werden, um auch bei zukünftigen Vorhaben in die Offensive zu kommen", so der Fuldaer Wahlkreisabgeordnete, der bereits seit Mai letzten Jahres auch bei Vorortterminen in die Arbeit einer Projektgruppe von Naturschützern eingebunden ist, welche keiner BI angehören und ohne Vereinsstrukturen arbeiten.

Durch deren Engagement sei ein über 50seitiges Dossier entstanden, welches außergewöhnliche Vorkommen und geologische sowie hydrologische Empfindlichkeiten im Windvorranggebiet FD 050 "Steinerne Platte" aufzeige.

Auf dieser sachorientierten Grundlage habe Hering in den Folgemonaten verschiedene Vorstöße beim Regierungspräsidium Kassel unternommen, um Berücksichtigung in einem möglichen Genehmigungsverfahren sicherzustellen. Eingebunden wurde auch der Projektierer JUWI, um mit offenem Visier bereits im Vorfeld Unwägbarkeiten und Verfahrensrisiken als Gegenargument aufzuzeigen.

"Auch wenn ich wertfrei an solche Themen gehe, empfand ich bereits die Präsentation von JUWI aus dem Jahr 2022 als nicht sehr aussagekräftig und schon gar nicht mit den Belegen der Projektgruppe in Einklang zu bringen", so Hering, der Windenergieanlagen nicht pauschal ablehne, sondern auf die Einzelfallbetrachtung abstelle.

Schützenswerter Standort soll nicht instrumentalisiert werden

So habe der Fall "Steinerne Platte" mit den ausgewiesenen und fortlaufend ergänzten Merkmalen den Eindruck erweckt, über allgemeine Standortfragen hinaus eine besondere Schutzwürdigkeit aufzuzeigen.

Zeitgleich ließ wiederholtes Aufschieben der Antragstellung durch JUWI wirtschaftliche Bedenken auf Seiten des Unternehmens vermuten. Bereits am 24. Juni habe sich dies auf Herings Nachfrage hin bewahrheitet. Allerdings nur als ein begrüßenswerter Zwischenschritt, wobei Neuausschreibungen anstehen könnten. Somit sei es aus Herings Sicht eine gewagte Behauptung, dass für das Projekt von JUWI die Pläne endgültig zu den Akten gelegt seien.

"Wenn die AfD in Verkennung aller Hintergründe und Einsätze in einem Rundumschlag Kritik an anderen äußert, bestätigt sie einen auf Emotionen angelegten und nachweislich sachfremden Stimmenfang, was hoffentlich durch den hier vorliegenden Sach- und Verfahrensabriss belegt ist. Schlimmer aber ist das Überfahren der engagierten Menschen vor Ort, insbesondere der genannten Projektgruppe, die mit viel Detailarbeit über Jahre hinweg ein Nachweis- und Strategiekonzept entwickelt hat, welches durchaus in den wirtschaftlichen Abwägungsprozess von JUWI eingeflossen sein kann. Bleibt zu hoffen, dass sich die AfD nicht den Einsatz eines vor kurzem gegründeten Vereins einverleibt, der sich dankenswerterweise ebenfalls für die Schutzbedürftigkeit vor Ort stark macht. Dann auch noch parteipolitisch mit Eskalationsrhetorik und Selbstinszenierung auszuschlachten, ist angesichts einer hier nicht sehr tiefgründig anmutenden Sacharbeit der AfD unerträglich", so Hering, der darin eine Verblendungstaktik sieht.

AfD machte Gieseler Forst zum Gegenstand der Kommunalwahl

Diese erinnere an dieses Frühjahr, als die AfD den seit Monaten virulenten und bereits adressierten Gieseler Forst kurz vor der Kommunalwahl für sich verkaufen wollte und mit einer sachlich inhaltslosen Initiative auf Stimmenfang gegangen sei, schlecht recherchiert und argumentativ unsauber bis unseriös.

Gerade im Fall von Windkraftgenehmigung komme es auf Sacharbeit und belastbare Abwägung an, unter Einbindung aller maßgeblichen Ebenen, womit Hering konkret seine Abgeordnetenkollegen Michael Brand (CDU, MdB) und Sebastian Müller (CDU, MdL) sowie kommunalpolitische Verantwortungsträger einbezieht. Allein öffentlicher Druck oder Wahlkampfgetöse könnten landesweit und über alle Entscheidungsebenen betrachtet kein stichhaltiges Überzeugungsmoment und erst recht nicht gerichtsfest im Rechtsstreitverfahren sein.

Deshalb gehe der Blick nach vorne, ohne Emotionen und Gepolter, was niemals tragen würde. Vielmehr mit hoher Aufmerksamkeit und engem Austausch, gerne auch bei weiteren Vorortterminen und Kommunikation auf allen Ebenen. Schlussendlich also mit zielorientierter, koordinierter Zusammenarbeit. Die Erfahrungen landauf und landab zeigen nämlich, dass es bei derartigen Projekten am Ende nicht auf die Lautstärke ankommt, sondern auf die Argumente. (pg/pm) +++

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