"Schlacht gewonnen, aber es geht weiter"

Windpark im "Gieseler Forst" gestoppt - doch die Arbeit ist noch nicht vorbei

Die Pläne für den Windpark im "Gieseler Forst" wurden eingestellt. Für die Bürgerinitiative "Schutzkreis Gieseler Wald" ist das ein Erfolg für den Naturschutz.
Symbolbild: O|N/Rene Kunze

10.07.2026 / REGION - Ein Thema, das jahrelang die Bürger der Region beschäftigte: der geplante Windpark auf der "Steinernen Platte" zwischen Fulda-Oberrode und Großenlüder-Kleinlüder (Kreis Fulda). Das Projekt, das 2022 seinen Anfang nahm, findet nun sein Ende - und für die Menschen der Region ist das ein positiver Ausgang: Denn die Pläne für den Windpark wurden eingestellt. Für die Bürgerinitiative "Schutzkreis Gieseler Wald" ist das ein Erfolg für den Naturschutz.


Die Firma "JUWI" aus Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) wollte dieses Vorhaben umsetzen. Doch nun teilte sie dem Vorstand der Bürgerinitiative am Donnerstagabend mit, nach intensiven Diskussionen und Prüfungen wurden die Pläne für das Projekt endgültig zu den Akten gelegt. Damit geht für die Bürgerinitiative eine Phase des intensiven Engagements erfolgreich zu Ende.

Was bisher geschah - ein Blick in die Vergangenheit

Wir werfen einen Blick zurück: Juwi hatte 2022 bekannt gegeben, Windrad-Projektierer wohl auch im Gieseler Forst umzusetzen. Zumindest hatte sich das Unternehmen erfolgreich auf eine entsprechende Ausschreibung von Hessen-Forst beworben und das rund 250 Hektar große Gebiet zwischen Kleinlüder und Oberrode bereits sondiert. OSTHESSEN|NEWS berichtete damals ausführlich. Schon damals zeigten Naturschützer massive Bedenken gegen die Errichtung eines Windparks. Besonders Lothar Herzig, der sich seit vielen Jahren für gefährdete Tierarten einsetzt, sah im geplanten Vorhaben eine massive Gefahr für die Biodiversität im Gieseler Forst. "Werden diese Bäume dann gefällt, so geht der Lebensraum dieser Tiere unmittelbar verloren", so Herzig damals.

Schon damals lehnten Naturschützer den Eingriff in den Gieseler Forst, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Hessens, ab. Waldrodungen auf den gesamten 250 Hektar Waldfläche seien laut Juwi-Pressesprecher Felix Wächter zwar ausgeschlossen gewesen, dennoch wehrte sich die Gesellschaft und gründete die Bürgerinitiative. Auch im Februar 2026 kam das Thema erneut zur Sprache: diesmal beim AfD-Bürgerdialog. Mit Blick auf das Windkraftprojekt sprach Pierre Lamely von einem "Monster-Windpark" und kritisierte, das Vorhaben werde "unter dem Deckmantel des Klimawandels" in einem Schutzgebiet vorangetrieben. Damit traf er auf Zustimmung bei den Bürgern.

Erste Schlacht gewonnen, doch wie geht es weiter?

Nun zahlte sich die harte Arbeit der Bürgerinitiative aus: Die Pläne wurden offiziell eingestellt. In einem Presseschreiben heißt es: "Dass das Projekt nun abgewendet wurde, sieht die Initiative auch als Bestätigung sowohl ihrer unermüdlichen Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit als auch des Engagements vieler weiterer Unterstützer außerhalb der Bürgerinitiative."

Im Gespräch mit O|N am Freitagmorgen sagte Arnhold W. Blumenthal, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative und Verantwortlicher der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, voller Freude: "Wir sind froh, dass wir den Wald erstmal vor finaler Zerstörung gerettet haben." Vollkommen erledigt habe sich das Thema allerdings noch nicht. "Wir haben die erste Schlacht gewonnen, den Krieg aber noch nicht. Da Juwi gesagt hat, aus wirtschaftlicher Sicht lohne sich das nicht, geht all das zurück an Hessen Forst. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass sich andere Unternehmen melden", so Blumenthal.

Doch die Hoffnung bleibt: "Wir sind weiterhin guten Mutes. Wenn Juwi als großes Unternehmen in der Windpark-Branche das als 'wirtschaftlich nicht lohnenswert' sieht, entziehen sich vielleicht auch weitere Firmen." Die Initiative ist weiterhin der Meinung, dass ein solcher gigantischer Windpark den gesunden Wald und die Landschaft für die nächsten 200 Jahre zerstört hätte.

Trotz dieses Meilensteins sieht die Bürgerinitiative ihre Aufgabe nicht als beendet an. Der Schutz des Gieseler Waldes vor großflächigen industriellen Eingriffen bleibt das Kernanliegen des Vereins. Um den Wald als sensiblen Natur- und Erholungsraum dauerhaft zu sichern, werde man die regionalen Entwicklungen weiterhin aufmerksam beobachten und sich auch gegen weitere Versuche, dort einen Windpark zu errichten, vehement wehren. (mis) +++

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