Ein außergewöhnlich langes Leben endet

Der älteste Hesse ist gegangen - Pfarrer Bruno Kant stirbt mit 110 Jahren

Bruno Kant ist tot.
Archivfotos: O|N/ Carina Jirsch

31.05.2026 / EICHENZELL - Pfarrer Bruno Kant, der älteste Hesse und einer der ältesten Geistlichen weltweit, ist im Alter von 110 Jahren in Eichenzell-Löschenrod (Kreis Fulda) verstorben. Sein Tod bewegt viele Menschen in Osthessen, wo er über Jahrzehnte hinweg ein vertrauter und geschätzter Begleiter des Gemeindelebens war.



Wie Löschenrods Ortsvorsteher Holger Breithecker gegenüber OSTHESSEN|NEWS bestätigte, ist Bruno Kant in der Nacht auf Samstag (30. Mai) friedlich eingeschlafen. Breithecker würdigte den Verstorbenen mit bewegenden Worten: "Er hat über 30 Jahre sein Leben hier verbracht. Wir sind sehr dankbar, dass er uns so lange seelsorgerisch versorgt und die Menschen von der Taufe über die Hochzeit bis hin zum Tod begleitet hat." Jeder Einzelne verbinde etwas mit ihm - Erinnerungen, die bleiben und die ihn für immer mit der Dorfgemeinschaft verbinden.

Erst im Februar hatte er seinen 110. Geburtstag gefeiert - ein Anlass, zu dem zahlreiche Einwohner des Eichenzeller Ortsteils ihm persönlich gratulierten. Die Begegnungen an diesem Tag zeigten, wie tief er in Löschenrod verwurzelt war.

Ein Leben im Dienst der Kirche

Bruno Kant wurde 1916 im westpreußischen Werblin geboren. 1950 empfing er in Fulda die Priesterweihe und wirkte anschließend 31 Jahre lang als Pfarrer in Marbach. 1991 fand er in Löschenrod seine neue Heimat und die Menschen dort fanden in ihm einen Seelsorger, der mit Ruhe, Freundlichkeit und einem offenen Ohr Vertrauen schuf. In den Gemeinden, in denen er wirkte, genoss Bruno Kant hohe Wertschätzung. In Petersberg‑Marbach trägt eine Straße seinen Namen; in Eichenzell‑Löschenrod wurde der Platz an der Kirche zu seinen Ehren als "Pfr.-Bruno‑Kant‑Platz" benannt.

Dank und Anerkennung des Bistums

Zum Abschied würdigte auch das Bistum Fulda sein Wirken. Bischof Dr. Michael Gerber sagte: "Bis ins hohe Alter strahlte er jene Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit und geistliche Tiefe aus, die sein ganzes priesterliches Leben geprägt haben. Das Bistum Fulda blickt mit großer Dankbarkeit auf sein Wirken und seinen Dienst zurück."

Michael Brand: Ein Leben voller Positivität und Menschlichkeit

"Schlicht dankbar für dieses positive und menschenzugewandte Leben." Mit diesen Worten würdigte der heimische Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär Michael Brand (CDU) Pfarrer Bruno Kant und betonte: "Sein Alter war natürlich außergewöhnlich Was mich wirklich beim Besuch zu seinem 110. Geburtstag beeindruckt hat, war das Interesse und die Demut, mit der Pfarrer Kant dem Leben, dem Tod und dem Leben nach dem Tod begegnete. Das wird mir in besonderer Erinnerung bleiben. Daran können wir uns alle sicher ein Beispiel nehmen."

Nun ist Bruno Kant gegangen. Doch die Spuren seines langen Lebens bleiben: in den Erinnerungen der Menschen, in den Begegnungen, die sie mit ihm teilten, und in der Wärme, die er über ein Jahrhundert hinweg weitergegeben hat. (js) +++

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