"Wir haben alle an einem Strang gezogen"

Ein Highlight für Tausende: Thalaubachtalbrücke erfolgreich gesprengt

Ein Ereignis, das man in Deutschland nur selten zu sehen bekommt: Am Sonntagvormittag wurde die alte Thalaubachtalbrücke der A7 bei Eichenzell im Landkreis Fulda spektakulär gesprengt.
Fotos: Mathias Schmidt/Andreas Bejm/ E. Reinhardt

16.03.2026 / EICHENZELL - Ein Ereignis, das man in Deutschland nur selten zu sehen bekommt: Am Sonntagvormittag wurde die alte Thalaubachtalbrücke der A7 bei Eichenzell im Landkreis Fulda spektakulär gesprengt. Mit rund 100 Kilogramm Sprengstoff und etwa 1.200 Zündkörpern brachten Experten das Bauwerk innerhalb weniger Sekunden zum Einsturz.



Die beiden Brückenteile stammten aus dem Jahr 1969 und waren jeweils etwa 320 Meter lang und rund 40 Meter hoch. Fast 58 Jahre lang waren sie Teil der wichtigen Nord-Süd-Autobahn A7. Da die Bauwerke den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen waren, mussten sie dem Bau eines neuen Brückenabschnitts in Fahrtrichtung Würzburg weichen. Durch die Sprengung kann der Rückbau deutlich schneller erfolgen, wodurch sich das gesamte Bauprojekt um etwa sechs bis acht Monate verkürzt. Insgesamt investiert der Bund rund 115 Millionen Euro in den Neubau der Talbrücke.

Um etwa 11 Uhr löste Sprengmeister Klaus Berge die Sprengung aus. Mit großer Präzision brachen die beiden Brückenteile im Abstand von etwa drei Sekunden nacheinander zusammen. In insgesamt zwölf Brückenpfeilern waren Sprengladungen angebracht worden, um die Stützen gezielt zu schwächen. Dadurch knickten die Pfeiler ein und der Brückenüberbau fiel senkrecht auf ein vorbereitetes Fallbett im Tal.

Ausgelöst wurde die Sprengung von Sprengmeister Klaus Berge mit einer Zündmaschine aus dem Jahr 1976. Nachdem er die Kurbel betätigt hatte, brach die rund 300 Meter lange Brücke planmäßig an zwei Stellen zusammen und legte sich wie ein Teppich ins Tal. Nach dem Einsturz zeigte man sich zufrieden: Die Sprengung sei "zu 100 Prozent wie geplant" verlaufen.

Alles verlief nach Plan

Auch die Verantwortlichen von Bauunternehmen und Autobahn GmbH zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Michael Auer, Vorstandsmitglied von Bickhardt Bau, erklärte: "Die Brücke liegt sauber da – genau so, wie wir es geplant hatten." Dass alles so reibungslos funktioniert habe, zeige die hohe Professionalität aller Beteiligten. Bernhard Klöpfel von der Autobahn GmbH Nordwest betonte zudem, dass sich die umfangreiche Planung, Zusammenarbeit und Berechnung in der Praxis vollständig bestätigt habe. Ein so großes Publikum bei einer Brückensprengung sei jedoch auch für die Beteiligten ein Novum gewesen.

Die spektakuläre Sprengung zog zudem zahlreiche Zuschauer an. Schätzungen zufolge verfolgten zwischen 5.000 und 10.000 Menschen aus der Region das Ereignis. Für viele entwickelte sich der Sonntagvormittag zu einer Art Veranstaltung mit Essen, Getränken und guter Stimmung. Gleichzeitig bedeutete die Sprengung für die Gemeinde Eichenzell einen wichtigen Schritt in Richtung Entlastung und modernere Infrastruktur.

Nach der Sprengung überprüften Experten sofort das bereits fertiggestellte neue Brückenbauwerk. Dabei wurde bestätigt, dass es keinerlei Schäden gibt und der Verkehr auf der A7 wieder freigegeben werden konnte. Die Vollsperrung der Autobahn wurde noch am Nachmittag aufgehoben.

In den kommenden Monaten werden nun die Trümmer der alten Brücke beseitigt. Dabei wird das Material sorgfältig getrennt und teilweise wiederverwertet. So wird beispielsweise Beton zerkleinert und später auf anderen Baustellen als Schotter verwendet. Sobald das Gelände geräumt ist, kann der Bau der zweiten neuen Brückenhälfte beginnen. Auch die unter der Brücke verlaufende Bundesstraße B279 soll voraussichtlich Anfang April wieder für den Verkehr geöffnet werden.

OSTHESSEN|NEWS war mit einem großen Team vor Ort und hat alles rund um die Sprengung am Sonntag in mehrere Berichte und Bilder aufgeteilt. Das alles finden Sie in unserer Serie: "Sprengung der A7 Thalaubachbrücke". Noch mehr finden Sie allerdings in unserem Videobeitrag. Schauen Sie gerne später nochmal rein! (Mathias Schmidt) ++++

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