Der Countdown läuft
Es wird gesprengt: Die alte A7-Thalaubachtalbrücke fällt am Sonntag
Foto: Die Autobahn
12.03.2026 / EICHENZELL -
Es wird gesprengt! An der A7 bei Eichenzell (Landkreis Fulda) steht ein außergewöhnlicher Rückbau bevor: Am Sonntag, 15. März, sollen die beiden alten Teilbauwerke der Thalaubachtalbrücke gesprengt werden. Damit verschwindet ein Bauwerk, das dem Ersatzneubau weichen muss. Klar ist schon jetzt: Damit am Ende alles kontrolliert zusammenfällt, laufen seit Tagen auf und unter der Brücke umfangreiche Vorbereitungen.
Die Sprengung gilt als schnellste Lösung für den Rückbau. Nach Angaben der Projektverantwortlichen spart dieses Verfahren gegenüber einem konventionellen Abbruch zwischen sechs und acht Monate Bauzeit. Dadurch könnte der Ersatzneubau nicht erst Mitte 2028, sondern schon Ende 2027 fertig werden.
Abriss der Brücke erfordert umfangreiche Planung
Doch bis die Brücke tatsächlich fällt, ist viel Abstimmung nötig. Viktor Toderenschuk, Abteilungsleiter Brücken- und Ingenieurbau bei Bickhardt Bau, betont: "Es muss ein ausführliches Konzept erstellt werden." Das sei auch deshalb anspruchsvoll, weil nur wenige Spezialisten in Deutschland solche Projekte umsetzen. Neben der technischen Planung sei vor allem der organisatorische Aufwand enorm. Sperrbereich mit 300 Metern Radius
Für den Einsturz der alten Brücke wird rund um das Bauwerk ein umfangreiches Sicherheitskonzept umgesetzt. Am Tag der Sprengung gilt ein Sperrbereich mit einem Radius von 300 Metern um die Talbrücke. In diesem Bereich darf sich während der entscheidenden Phase niemand aufhalten. Das gesamte Gelände rund um das Bauwerk wird abgesperrt und von zahlreichen Sicherungsposten überwacht. Ablauf am Sprengtag detailliert geplant
Auch der Ablauf am Sprengtag ist genau geplant. Die Autobahn A7 wird zwischen dem Dreieck Fulda und der Anschlussstelle Bad Brückenau-Volkers von 10:00 Uhr bis voraussichtlich etwa 17:00 Uhr in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Bereits am Vormittag übernimmt der Sprengmeister die Verantwortung für die Vorbereitung des eigentlichen Sprengvorgangs. Schritt für Schritt werden dann die letzten Sicherheitskontrollen durchgeführt und die einzelnen Sperrposten abgefragt.Kurz vor der Sprengung ist zudem ein sogenannter Vergrämungsknall vorgesehen. Dieser laute Knall dient dazu, Tiere im Bereich der Brücke zu vertreiben, damit sie sich nicht mehr im Gefahrenbereich aufhalten.
Zwei kontrollierte Sprengungen
Der eigentliche Abbruch erfolgt anschließend in zwei zeitlich eng aufeinanderfolgenden Sprengungen. Zunächst wird das Teilbauwerk in Fahrtrichtung Norden gezündet. Wenige Sekunden später folgt das zweite Bauwerk in Fahrtrichtung Süden. Durch diese zeitliche Verzögerung soll sichergestellt werden, dass die Brücke kontrolliert in sich zusammenfällt und das Bauwerk möglichst präzise im vorbereiteten Fallbett zu liegen kommt. (Constantin von Butler) +++
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