Die Kandidaten im Überblick
Oberbürgermeisterwahl in Hanau: Kandidat Jochen Dohn (Die Linke) im Portrait
Foto: privat
11.03.2026 / HANAU -
Jochen Dohn (Die Linke) will Oberbürgermeister von Hanau werden. Er will die Nachfolge des SPD-Urgesteins Claus Kaminsky antreten. Er ist seit 2003 Oberbürgermeister der Stadt und hat vor wenigen Monaten seinen Rücktritt angekündigt. Sechs Kandidaten stehen nun insgesamt zur Wahl.
Dohn ist von Beruf Industriekaufmann und Diplom-Sozialarbeiter. Derzeit arbeitet er als Mitarbeiter bei der Bundestagsabgeordneten der Linken, Janine Wissler. Er ist 53 Jahre alt und verheiratet. Dohn ist bin Mitglied der Partei Die Linke und Landesschatzmeister in Hessen. Außerdem Stadtverordneter in Hanau sowie ehrenamtlich geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Kommunalpolitischen Forums Hessen – KommuneLinks. Zudem Gewerkschaftsmitglied bei ver.di, Mitglied beim BUND, Attac, VVN/BdA, IG Fluglärm Hanau – Kinzigtal sowie in einigen weiteren Vereinen vor Ort
Warum wollen Sie Oberbürgermeister werden?
"Ich will Hanau sozialer machen und ein Sprachrohr für Menschen sein, die nicht gehört werden."
Was qualifiziert Sie persönlich für das Amt?
Wo steht die Stadt aktuell?
Was sind die dringendsten Projekte, die anstehen?
"Ich werde das Soziale in den Mittelpunkt stellen und vor allem mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen – entweder durch städtischen Neubau oder durch Ankauf. Investoren werde ich verpflichten, auch öffentlich geförderten Wohnraum (inkl. Sozialwohnungen) bereitzustellen. Städtischer Grund und Boden wird nicht mehr verkauft, sondern nur noch im Erbbaurecht gestellt. Für unbebaute, aber baureife Grundstücke werde ich die Grundsteuer C einführen und gegen Leerstand, Mietwucher und Zweckentfremdung vorgehen.
Der Klimaschutz wird bei mir großgeschrieben und ein Schwerpunkt meiner Entscheidungen sein. Ich möchte weg vom Gas in der kommunalen Wärmeplanung, dafür mehr ohnehin anfallende Abwärme nutzen. In Hanau muss mehr eigene Energie produziert (u.a. durch PV-Anlagen) und speicherbar gemacht werden (Stromspeicher, Wasserstoff). Eine Finanzierung in dem Bereich könnte über Green-Bonds erfolgen. Neubauten und Sanierungen müssen mit regenerativer Energie, Brauch- und Frischwasserkreisläufen mitgedacht werden. Bodenversiegelungen sind zu vermeiden und möglichst viele versiegelte Flächen wieder zu entsiegeln, um Bäume und Blumen zu pflanzen.
Öffentlichen Nahverkehr (inkl. On-Demand-Angebot, Mobilitätsstationen) sowie den Rad- und Fußverkehr werde ich ausbauen.
Bürgergeldbeziehern werde ich eine echte Chance auf Arbeit und Teilhabe bieten durch eine zu gründende städtische Beschäftigungsgesellschaft, die die Menschen entsprechend qualifiziert.
Jung und Alt bekommen gleichermaßen guten Zugang zu Bildung. Jedes Kind erhält einen Kita-Platz und die Angebote zur Ganztagesbetreuung werden pädagogisch hochwertig gestaltet.
Gegen Hass und Rassismus zeigt Hanau mit mir klare Haltung und wird zum "Sicheren Hafen" für Menschen auf der Flucht.
Mit mir wird es keinen Verkauf des Klinikums oder der Baugesellschaft und auch keine Schwimmbadschließung geben.
Gegenüber Bund und Land werde ich immer wieder anprangern, dass die Kommunen chronisch unterfinanziert sind. Es wird darauf ankommen, für was Hanau die vorhandenen finanziellen Mittel ausgibt bzw. was es sich leisten muss oder kann. Hier werden sich die Unterschiede zu den anderen Kandidaten zeigen."
Was würden Sie anders machen als Claus Kaminsky?
"Nicht alles anders - aber einiges besser. Siehe Antworten unter Punkt 5."
Wie blicken Sie auf die Auskreisung?
"Die Kreisfreiheit bringt Chancen und Risiken mit sich. Dabei überwiegen die Chancen. Hanau hat schon zuvor viele Aufgaben eigenständig verwaltet. Es war an der Zeit, nun den endgültigen Weg zu gehen. In einigen Bereichen gibt es weiterhin eine Zusammenarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis, in anderen Bereichen wird Hanau mit anderen Kommunen zusammenarbeiten. Risiken sind u.a. der Zensus bzw. die Klage dagegen. Hanau hat über 100.000 Einwohner:innen und muss dementsprechend die nötigen finanziellen Mittel bekommen. Die Schlüsselzuweisungen 2026 des Land Hessen bringen nicht die erhofften 167 Mio. Euro, sondern nur 123 Mio. Euro - auch wenn Gelder aus anderen Töpfen dies abfedern sollen. Als kreisfreie Stadt können mehrere Förderungen direkt beantragt werden und nicht mehr über den Kreis.
Vorteile sehe ich insbesondere bei der Betreuung im SGB II durch das Jobcenter bzw. SGB VII durch das Sozialamt. Ich bin davon überzeugt, dass wir den Menschen nicht nur besser helfen können als der Main-Kinzig-Kreis, sondern sich dies auch mittelfristig positiv auf die Finanzen der Stadt auswirken wird.
Zudem ist Hanau nun im Landeswohlfahrtsverband vertreten. Zukünftig wird die Übernahme des Gesundheitsamtes und der Abfallentsorgung zu Verbesserungen führen."
Warum sollte man Sie wählen?
"Weil ich umsetzen werde, was ich verspreche."
Wie würde Hanau in zehn Jahren mit Ihnen als Oberbürgermeister aussehen?
"Sozialer, ökologischer, nachhaltiger – in allen Politikfeldern."
Geben Sie abschließend gerne einen Wahlaufruf an die Hanauer.
"Wählen ist wie Zähneputzen - machst du es nicht, wird’s braun!" (mp) +++
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