Die Kandidaten im Überblick
Oberbürgermeisterwahl in Hanau: Kandidat Sascha Feldes (Grüne) im Portrait
Foto: privat
10.03.2026 / HANAU -
Sascha Feldes (Grüne) will Oberbürgermeister von Hanau werden. Der 52-Jährige will die Nachfolge des SPD-Urgesteins Claus Kaminsky antreten. Er ist seit 2003 Oberbürgermeister der Stadt und hat vor wenigen Monaten seinen Rücktritt angekündigt. Sechs Kandidaten stehen nun insgesamt zur Wahl.
"Ich bin 52 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern. Gelernter Koch und Hotelfachmann mit internationaler Erfahrung, später in Führungspositionen in der Gastronomie. Seit 20 Jahren im Travel Management der Deutschen Bahn verantwortlich für strategische Projekte. Politisch: Seit 2011 bin ich Ortsvorsteher in Klein-Auheim und auch Stadtverordneter in Hanau. Dazu kommen zahlreiche weiter Ausschüsse. U.a. bin ich Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss", heißt es von Feldes.
Warum wollen Sie Oberbürgermeister werden?
Ich will keine Versprechen machen, die nicht zu halten sind, sondern wie jetzt auch Lösungen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickeln. Seit fast 15 Jahren habe ich erlebt, wie wichtig der direkte Kontakt ist – gerade in den Stadtteilen. Ich stehe für die Interessen der Hanauer Stadtteile, weil ich weiß, wie viel Potenzial dort steckt – und wie wichtig es ist, die Ortsbeiräte zu stärken. Denn nur starke Stadtteile machen eine starke Stadt."
"Siehe Frage 2. Hinzu kommt die "Lebenserfahrung". Ich bin seit 25 Jahren verheiratet. Wir haben drei Kinder (unter 10 bis 20). Gelernt habe ich in der Gastronomie Koch und Hotelfachmann. In der Branche muss man mit allen Kunden immer eine Lösung finden. Inzwischen bin ich die der DB AG und habe einen anspruchsvollen Job. Wir sind für alle DB-Mitarbeiter auf Reisen zuständig und für alle DB-Kunden die wir nicht ans Ziel bringen können."
Wo steht die Stadt aktuell?
"Hanau wächst, kämpft aber mit unfertigen Projekten (z. B. Pioneer Park, Annasiedlung). Im Pioneer Park haben wir grandios angefangen und lassen es aber seit 2022 schleifen und die Anwohner im Stich. Das geht nicht. Bevor wir was Neues anfangen müssen wir die aktuellen Sachen fertig machen. Das ist Nachhaltigkeit! Wir brauchen keine kurzfristigen Erfolge oder Preise. Wir müssen uns langfristig und nachhaltig entwickeln in der Stadt.
Wie alle Kommunen haben wir einen Finanzdruck. Bund und Land bestellen viel, zahlen aber nichts. Das kann so nicht weiter gehen. Beispiel: wir bekommen aktuell nur rd. 80% des Zuschusses der uns für die Kreisfreiheit zu steht. "Wir sollen da reinwachsen". Die Aufgaben haben wir aber zu 100%. Sollen wir mal ein Personalausweis nur zu 80 Prozent ausstellen und dann mal schauen, wie weit der Bürger damit kommt? Keine Lösung, aber so wäre der 1zu1 Vergleich. Wir haben ein zunehmendes Verkehrsproblem und eine Gesellschaft, die immer mehr zuerst an sich und dann an andere denkt. Positiv: wir haben noch eine starke Wirtschaft und die Einwohnerzahl wächst stetig. Ganz so schlimm kann es also in Hanau nicht sein..:-)"
Was sind die dringendsten Projekte, die anstehen?
"· Parteiübergreifendes Arbeiten und Abstimmen mit allen Parteien in der Stadtverordnetenversammlung außer mit der AFD (siehe Antwort 2)
· Stärkung der Stadtteile
· Echte Bürgerbeteiligung mit regelmäßigen Treffen aller Beteiligten inkl. Abstimmung und Feedback
· Mehr grüne Oasen in der Stadt
· Bessere ÖPNV-Anbindung der Stadtteile auch durch Ausbau des On-Demand Service (Mainer). Dies bedeutet eine signifikante Erhöhung des Budgets der HSB.
· Schaffung von Quartiersparkhäusern in den Stadtteilen
· Bestehende offene Projekte abschließen (Pioneer Park) bevor wir neue beginnen und die aktuellen dann vergessen.
· Keine Kürzung von kulturellen oder Sozialen Leistungen
· Mehr Stadtpolizei vor Ort
· Wirtschaft fördern, damit Sicherung von Arbeitsplätzen und der Gewerbesteuereinnahme"
Was würden Sie anders machen als Claus Kaminsky?
"Siehe Antwort Nummer 5. Und….Wir müssen die Leute wieder mitnehmen. Jeder sollte den Hanauer Haushalt verstehen und lesen können. Wir müssen bei den Wünschen der Bürger klar sagen was geht und was nicht geht. Das geht und tut nicht weh! Nicht vorsetzten, sondern mit den Leuten vor Ort reden. Damit schaffen wir es dann hoffentlich das Vertrauen in die Politik zurückzubekommen und die AFD nicht weiter zu "fördern"."
Wie blicken Sie auf die Auskreisung?
"Positiv. Kürzere Wege für die Bürger. Entscheidungen von einem Amt/Sachbearbeiter und nicht von vielen. Wir haben meiner Meinung nach einen fairen Deal mit dem Kreis. Wir arbeiten weiterhin partnerschaftlich zusammen."
Warum sollte man Sie wählen?
"Weil ich seit 15 Jahren zeige das ich das Umsetzte, was ich sage und meine. Ist es immer einfach und schön? Nein. Aber die Bürger fühlen sich gehört! Was in Klein-Auheim geht, geht auch in ganz Hanau. Man muss es nur wollen und machen. Das "kann" ich. Einfach ehrlich und transparent. Aber ganz wichtig. Allen recht machen kann man es nicht. Dialog und Kompromisse von beiden Seiten sind notwendig. Und auch das, es geht seit 15 Jahren in Klein-Auheim."
Wie würde Hanau in zehn Jahren mit Ihnen als Oberbürgermeister aussehen?
"Vollständiger Pioneer Park mit Chapel-Treff, sanierten Brüdern. Durchgängige Radwege in Hanau, starker ÖPNV (u.a. Ringexpress Line zwischen Freiheitsplatz und Hauptbahnhof), Quartiersparkhäuser um die Autos nicht auf der Gasse parken zu müssen und somit sichere Gehwege für Kinder und Senioren zu haben. Bezahlbarer Wohnraum, starke Stadtteile mit starker Bürgerbeteiligung."
Geben Sie abschließend gerne einen Wahlaufruf an die Hanauer.
"Sie haben die Wahl. Entweder ein weiter so mit SPD oder CDU oder ein Neustart mit mir..:-). Und bevor Sie jetzt sagen das ist alles nur Wahl blabal. Schauen Sie nach Klein-Auheim. Ich bin seit 15 Jahre Ortsvorsteher. Was ich sage, meine ich so und setzte es auch um. Gemeinsam mit den Bürgern. Das geht wirklich..:-)" (mp) +++
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