Die Kandidaten im Überblick
Oberbürgermeisterwahl in Hanau: Kandidatin Isabelle Hemsley (CDU) im Portrait
Fotos: Moritz Pappert
13.03.2026 / HANAU -
Isabelle Hemsley (CDU) will Oberbürgermeisterin von Hanau werden. Die 36-Jährige ist seit 2023 hauptamtliche Stadträtin der Stadt Hanau und will nun die Nachfolge des SPD-Urgesteins Claus Kaminsky antreten. Er ist seit 2003 Oberbürgermeister der Stadt und hat vor wenigen Monaten seinen Rücktritt angekündigt. Sechs Kandidaten stehen nun insgesamt zur Wahl.
Isabelle Hemsley ist gebürtige Hanauerin. Sie lebt mit ihrem Ehemann, ihrer Tochter und ihrem Hund in Hanau-Wolfgang. Hemsleys politische Laufbahn begann in der Jungen Union, deren Vorsitzende sie 2005 wurde. 2011 zog sie erstmals in die Stadtverordnetenversammlung ein. 2016 wurde sie Fraktionsvorsitzende der Hanauer CDU. Als Stadträtin ist sie zuständig für verschiedene Bereiche von Sicherheit, über Mobilität bis Bürgerservice. Davor war sie bei einem Automobilzulieferer im Personalbereich tätig.
Warum wollen Sie Oberbürgermeisterin werden?
Was qualifiziert Sie persönlich für das Amt?
"Unsere Stadt steht gut da. Wenn wir uns die Stadt Hanau vor 20 Jahren anschauen, war das schon ein verschlafenes Städtchen mit vielen grauen Flächen. Dann kam die Zeit der Konversionsentwicklung, was natürlich ein Glücksfall für die Stadt war. Dabei haben wir viele richtige Entscheidungen im Sinne der Stadt getroffen. Wenn man sich heute unsere Innenstadt anschaut im Vergleich zu anderen Innenstädten, da brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir haben es geschafft, unsere Einwohnerzahl so zu steigern, dass wir jetzt auch Großstadt sind, was uns nochmal attraktiver macht. In Zukunft werden wir andere Herausforderungen haben. Jetzt geht es darum, die Stadt mit den Möglichkeiten, die wir haben, weiterzuentwickeln."
Was sind die dringendsten Projekte, die anstehen?
"Für mich ist es das wichtigste Thema eine sichere Stadt. Und unter Sicherheit verstehe ich nicht nur die Verhütung von Straftaten. Das ist dann die letzte Eskalationsstufe. Es geht mir darum, dass Menschen sich wohlfühlen in Hanau. Dass sie sich gerne in der Stadt aufhalten. Ich erlebe, dass viele dieses subjektive Unsicherheitsgefühl mitbringen. Da geht es darum, dass wir teilweise eine schlechte Beleuchtung haben oder dass man keine freien Sichtachsen hat. Wichtig sind außerdem die Bereiche Bildung und Prävention. Kriminalität soll im besten Fall gar nicht erst entstehen, also müssen wir schon früh bei unseren Kindern und Jugendlichen anfangen. Das dritte Thema ist der Verkehr, den wir neu lenken müssen, aber ohne ein Verkehrsmittel herauszudrängen. Eine Stadt wie Hanau wird auch in der Zukunft aufs Auto angewiesen sein."
Was würden Sie anders machen als Claus Kaminsky?
"Es geht nicht ums Andersmachen, sondern ums Weiterentwickeln. Die CDU gestaltet Hanau als Teil der regierenden Koalition mit, ich tue dies als Mitglied des hauptamtlichen Magistrats. Davor waren wir viele Jahre in der Opposition, wo wir wichtige Entscheidungen für die Stadt mitgetragen haben. Wir haben schon immer gesagt, nur weil wir in der Opposition sitzen, lehnen wir etwas nicht ab, was einfach sinnvoll ist."
Wie blicken Sie auf die Auskreisung?
"Meiner Meinung nach hat der Übergang in die Kreisfreiheit sehr gut funktioniert. Ich habe unter anderem den Bereich Untere Katastrophenschutzbehörde und die Datenmigration engmaschig begleitet. Auch die Fahrerlaubnisbehörde ist jetzt in unserer Verantwortung und bereits in der ersten Woche wurden fast 800 Vorgänge bearbeitet. Bei so einem großen Projekt kann man eine wirkliche Bilanz zwar erst nach vier bis sechs Monaten ziehen. Es war aber für uns als Stadt der richtige Schritt, auch im Sinne von Wahrnehmbarkeit."
"Ich werde gerne als Kümmerin wahrgenommen. Ich gehe zu den Menschen, höre zu und versuche, Lösungen zu finden. Ich sage ihnen aber auch, wenn etwas nicht geht. Die Menschen können zudem eine Umsetzungsmentalität von mir erwarten und mich an den 10+1 Projekten aus meinem Zukunftsplan messen."
Wie würde Hanau in zehn Jahren mit Ihnen als Oberbürgermeisterin aussehen?
"Ich möchte eine junge Großstadt entwickeln, mit dem Herzen einer Kleinstadt. Die Innenstadt ist dann hoffentlich sauber und belebt. Innenstadt ist für mich ein Erlebnisort. Ein Ort, wo man feiern geht oder sich mit Freunden trifft. Also ein Ort, an den Menschen gerne von überall her nach Hanau kommen wollen. Dazu gehört, dass die Menschen einen Parkplatz bekommen, mit dem Fahrrad gut in die Stadt kommen und eine gute ÖPNV-Verbindung haben."
Was geben Sie den Wählern mit auf den Weg?
"Wir stehen mit der Oberbürgermeisterwahl in Hanau nicht nur vor einer Richtungswahl, sondern auch vor einem Generationenwechsel. Ich formuliere es mal in drei Bitten: Wenn Fragen da sind, mich direkt ansprechen oder Kontakt aufnehmen über alle Kanäle. Das Zweite, Vertrauen zu haben in die Stadt Hanau, in die Stadtpolitik und dass wir eine Stadt sind, die die Zukunft mutig in die Hand nimmt. Und die Bitte, mir ihr Vertrauen zu schenken, weil ich davon überzeugt bin, dass ich einen klaren Kompass habe, verbunden mit klaren Werten." (Moritz Pappert) +++
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