Verein will Nature Trails bauen
Überwältigendes Interesse: Eisenberg-Lift liegt den Menschen am Herzen
Fotos: André Söllner
08.02.2026 / NEUENSTEIN -
Der stillgelegte Skilift bewegt die Menschen unterhalb des Eisenbergs im Knüllgebirge. Ein Beweis: Das Bürgerhaus in Aua (Neuenstein) platzte am Donnerstagabend aus allen Nähten. Über 200 interessierte Bürger, Vertreter von Vereinen, Politik und Behörden wollten sich informieren, wie es auf dem Eisenberg weitergehen soll.
Die aktuelle Situation ist trist: Der Betreiber des Skilifts hat den Betrieb nach Jahren ohne nennenswerten Schnee eingestellt. Der Berggasthof ist verlassen, der Aussichtsturm gesperrt. Der 636 Meter hohe Eisenberg im Knüllgebirge ist also eher ein Lost Place. Dabei bietet das Plateau eine herrliche Aussicht, Fabelwege und Wanderstrecken wie der Eisenberg-Steig sind beliebt. Ein herrliches Fleckchen Erde in der Mitte Deutschlands.
Über 1.000 Unterstützer-Unterschriften
"Der Skilift am Eisenberg im wunderschönen Knüllgebirge bedeutet für mich und viele andere Menschen in der Region mehr als nur eine Möglichkeit, im Winter Ski zu fahren. Es ist ein Zeichen unserer Verbundenheit mit der Natur, unserer Gemeinschaft und dem gemeinsamen Erlebnis, das Touristen aus nah und fern zu uns führt", hatten sie im Vorfeld erklärt und eine Online-Unterschriftenaktion gestartet. Dort kamen bereits innerhalb von gut zwei Tagen über 1.000 Unterschriften zusammen.Primäre Nutzung im Sommer für den Winter-Betrieb
Roland Dostler machte deutlich, dass eine primäre Nutzung im Sommer notwendig sei, um den Lift auch im Winter nutzen zu können. Das freut natürlich die Wintersportler, etwa vom örtlichen Ski-Club Neuenstein. Im Sommer sollen Nature Trails angelegt werden. Keine Anlagen für Extremsportler, sondern für Familien, Kinder, Jugendliche. Praktisch für jeden, der sich gerne in einem Trail ausprobieren will. Der Lift befördert die Mountainbiker wieder nach oben. Robert Otto aus Bad Salzungen baut mit seinem Unternehmen weltweit Trails in allen Formaten. In Deutschland gibt es geschätzt zwischen 20 und 25 Millionen Mountainbike-Fahrer. Wenn es um Trails geht, ist aber gerade die Mitte des Landes ein "schwarzer Fleck". Er unterstützt die Pläne am Eisenberg und berichtete von ähnlichen Projekten, etwa im Erzgebirge."Extrem viele Anfragen in den vergangenen Tagen"
Der Abend in Aua dürfte ihnen auf dem sicher langen und steinigen Weg Auftrieb geben. Das Engagement der Interessensgemeinschaft stößt auf viel Zustimmung. Die drei Anwohner-Bürgermeister Klaus Wagner (Oberaula), Axel Schmidt (Kirchheim) und Roland Uhrstadt (Neuenstein) waren ebenso zu Gast wie Vertreter der Tourismusregion Rotkäppchenland. Es ist fast schon verrückt: Gerade jetzt hat es so viel geschneit wie lange nicht mehr. Bis zu 40 Zentimeter Schnee liegen dort oben. "Wir hatten in den vergangenen Tagen extrem viele Anfragen für den Eisenberg", berichten die Touristiker. Doch wegen des stillgelegten Skilifts machen sie einen Bogen um den Eisenberg.Feriendorf Hannover freut sich über die Ideen
Sogar aus Hannover ist ein Vertreter des Feriendorfes der Landeshauptstadt angereist. Er machte deutlich, dass der Betrieb des Liftes und mehr Leben auf dem Eisenberg auch für die Zukunft des Feriendorfes der Niedersachsen unterhalb des Berges wichtig sei.Nach der Vorstellung hatten die vielen Gäste Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dunja Hess hatte die Moderation übernommen. Bei aller Euphorie gibt es viele Aufgaben, die nun zu bewältigen sind. Das wurde auch aus den Fragen deutlich. Wie und wo genau die Trails angelegt werden könnten, hängt etwa vom Vorkommen seltener Pflanzen und Tiere ab. Auch hier gäbe es bauliche Möglichkeiten, erklärte Otto. Die Erfahrung aus anderen Regionen zeige, dass angelegte Trails, die Biker dazu bringen, diese zu nutzen. "Unter 1.000 wird es aber auch einen geben, der sich nicht an die Regeln hält", sagte Otto.
Aua hat ein bärenstarkes Zeichen gesetzt
"Wir werden alles versuchen", sagte Dostler abschließend. Aua hat am Donnerstagabend ein bärenstarkes Zeichen gesetzt. Nun gilt es, die unterschiedlichen Interessen zu bündeln, zusammenzuführen und gemeinsam Lösungen zu finden. Mit Herzblut fassten etwa Silvia Hemel und Benjamin Schwarz zusammen: "Lasst uns das schnell auf den Weg bringen", so Hemel. Schwarz ergänzte: "Lasst uns den Eisenberg auf Vordermann bringen".
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