"Richelsdorfer nicht allein lassen"

Arsen-Belastung: Landrat Dr. Koch will Unterstützung durch den Landkreis

Die Sanierungsarbeiten auf den gemeindlichen Grundstücken haben bereits begonnen. Der Landkreis will indes die privaten Eigentümer finanziell unterstützen.
Archivfoto: O|N/Kevin Kunze

04.05.2021 / WILDECK - Die heimische Politik will den Anwohnern in Wildeck-Richelsdorf (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) helfen: ein weiterer Schritt zur Lösung der Frage nach den Bergbau-Altlasten im Wildecker Ortsteil ist in der vergangenen Woche getan worden – und doch bleiben noch viele Fragen offen, die die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner umtreibt. Das Zwischenergebnis eines rechtshistorischen Gutachtens, welches das Land Hessen in Auftrag gegeben hat, besagt, dass das Land die Sanierung der mit Arsen verseuchten Grundstücke nicht bezahlen muss. Landrat Dr. Michael Koch hat daraufhin sein Versprechen erneuert: "Die Betroffenen dürfen mit diesen Problemen nicht alleingelassen werden."

Bei einer Unterstützung durch den Landkreis könnten Mittel aus dem Kreisausgleichsstock in Höhe von bis zu 250.000 Euro bereitgestellt werden. "Vorbehaltlich der Zustimmung der Kreisgremien müssten die Kriterien über die Höhe im Einzelfall natürlich noch festgelegt werden", sagt Koch. Auch wenn die rechtliche Frage nun geklärt zu sein scheint, sieht Koch die Politik in der Pflicht, den betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümern zu helfen.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt will sich auf Landesebene für die Belange der Richelsdorfer:innen weiterhin mit Nachdruck einsetzen. Sie sagt: "Auch wenn die Anwohnerinnen und Anwohner gegenüber dem Land keine rechtlichen Ansprüche geltend machen können, heißt das nicht, dass sie die Aufgabe der Schadensbeseitigung ganz allein bewältigen sollen. Mit den Beteiligten wollen wir auch weiterhin nach geeigneten Lösungen suchen. Hierfür sollten die vom Regierungspräsidium Kassel angekündigten Gespräche genutzt werden – in einem offenen und ehrlichen Austausch."

Auch MdL und Sprecherin für Wirtschaft und Energie in der Grünen-Fraktion im Hessischen Landtag, Kaya Kinkel, äußerte sich zum Thema: "Leider hat das Rechtsgutachten nicht das erhoffte Ergebnis gebracht, nämlich dass das Land bei der Kostenübernahme der Sanierung in der Pflicht ist. Dennoch setze ich mich weiter ein und suchen nach Lösungen, damit die Betroffenen Unterstützung bei der Sanierung ihrer arsenbelasteten Grundstücke erhalten. Das Land Hessen ermöglicht bis Herbst 2023 der verseuchte Boden auf der Deponie kostenfrei zu entsorgen. Auch die Übernahme der Kosten für ein gemeinsames Sanierungskonzept ist eine Entlastung. Dennoch bleiben die Kosten, die durch einen Bodenaustausch entstehen. Deshalb werden wir uns im Kreistag dafür einsetzen, dass die Betroffenen finanziell unterstützt werden."

In Richelsdorf sind 14 private Grundstücke besonders stark von den Spuren des jahrzehntelangen Bergbaus geprägt. Über den Bach Weihe ist das giftige Arsen in den Untergrund gespült worden, der nun ausgetauscht werden muss. Die betroffene Fläche beträgt rund 5860 Quadratmeter. Die Kosten für die Sanierung der Grundstücke werden auf etwa 100 Euro pro Quadratmeter geschätzt. (kku/pm)+++