Außergewöhnliches Jubiläum

Bruno Kant feiert seinen 110. Geburtstag - "Er ist das Herz unserer Pfarrei"

Pfarrer Bruno Kant kann am 26. Februar auf ein ganz besonderen Geburtstag blicken.
Archivfotos: O|N/Carina Jirsch

26.02.2026 / EICHENZELL - Sein Glaube trägt ihn bis heute: Am Donnerstag (26. Februar) feiert Bruno Kant aus Eichenzell-Löschenrod (Kreis Fulda) seinen 110. Geburtstag. Er ist zurzeit der älteste lebende Mann Deutschlands - und wohl der älteste katholische Pfarrer der Welt. Wer ihn kennt, weiß: All diese Rekorde ändern nichts an seiner tiefen Bescheidenheit.



Erst kurz vor Weihnachten hatte OSTHESSEN|NEWS den Hochbetagten zu Hause besucht. Der damals 109-Jährige zeigte sich zutiefst dankbar über die Unterstützung seiner Familie und seiner Betreuerinnen. Der gebürtige Westpreuße wohnt im alten Haus von Pfarrer Sturm, direkt neben der Auferstehungskirche. An seinem Ehrentag haben sich zahlreiche Gratulanten angekündigt.

Nichte Beate Kant lebt in Guntersblum (Rheinland-Pfalz). Einen Tag vor dem großen Jubiläum erklärt sie am Telefon: "Die Vorbereitungen laufen - wir haben einiges an Programm geplant." Bereits vor zwei Wochen gab es eine Vorfeier. "Für diejenigen, die nicht am Geburtstag da sein können." Auch der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Michael Brand war zu Gast. Der Politiker überbrachte Grüße von Bundeskanzler Friedrich Merz. "Sein Vater ist über 100 Jahre alt, seine Mutter knapp drunter. Er kann sich da auf jeden Fall reinfühlen", erklärt Kant.

"Riesenbahnhof" zum Ehrentag

Nicht nur Verwandte werden im Laufe des Donnerstags erwartet. Mehrere geistliche Vertreter möchten ihre Geburtstagswünsche persönlich überbringen - darunter einige Pfarrer sowie Bischof Michael Gerber, Weihbischof Karlheinz Diez und Bischof em. Heinz Josef Algermissen. Zudem werden auf politischer Seite Bürgermeister Johannes Rothmund, Ortsvorsteher Holger Breithecker, Eichenzells Bürgermeister a.D. Rudolf Breithecker und Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt anwesend sein. "Es wird ein Riesenbahnhof. Nachmittags kommt das halbe Dorf", stellt die Nichte heraus. Auch die Messdiener und der Musikverein Kerzell werden vor der Tür stehen und zur feierlichen Atmosphäre beitragen.

Nicht über ihren Onkel: "Ein Mann mit Herzenswärme und unverschütterlichem Gottvertrauen"

Die Besuche in Osthessen berühren Beate Kant jedes Mal aufs Neue. "Wenn ich von meinem Onkel wieder nach Hause zurückfahre, nehme ich immer etwas mit - von seiner Herzenswärme, seiner Menschenfreundlichkeit, seinem feinen Humor und seinem unerschütterlichen Gottvertrauen. Das wiegt alle Mühen und die weite Fahrt auf. Ich werde ihn sehr sehr vermissen, wenn er mal nicht mehr da ist."

Pfarrer Guido Pasenow blickt ebenfalls mit Freude auf das Jubiläum - und besonders auf den Menschen, der dahintersteht: "Er ist das Herz unserer Pfarrei. Man sieht es zwar nicht immer, aber es schlägt unermüdlich weiter." 31 Jahre war Kant Pfarrer von Marbach, ehe 1991 Löschenrod zu seiner neuen Heimat wurde. Er widmete sich in seinem Ruhestand seelsorgerischer Aufgaben. "Mit 102 hat er mir dann schließlich gekündigt", erinnert sich Pasenow schmunzelnd. "Das heißt nicht, dass er nicht an uns denkt. Er trägt uns in seinen Gebeten weiter. Ich persönlich sehe ihn regelmäßig, wenn ich ihm die Kommunion bringe."

Glaube an Gott führt durch schwierige Zeiten

Kant habe ihm vor allem eins vor Augen geführt: am Glauben festzuhalten, gerade in unruhigen Zeiten. "Das Gottvertrauen hat ihn stets getragen, selbst während seiner langjährigen russischen Kriegsgefangenschaft. Das schenkt einem Mut und Kraft, auch in schweren Momenten standzuhalten." (Maria Franco) +++

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