Welche Apps werden genutzt?

Katastrophenschutz in Osthessen: "Die Bevölkerung muss sensibilisiert werden"

Mit Hochwasser haben auch wir in Osthessen oftmals zu kämpfen. Das Bild zeigt die überflutete Landschaft in NRW
Foto: Wilhelm Hartmann

23.07.2021 / REGION - Wieso wurden so viele Menschen in NRW und RLP von der Todesflut überrascht? Weshalb gab es keine frühzeitige Warnung? Ganz Deutschland beschäftigt sich seit der letzten Woche mit diesen Fragen. Wir haben uns in den Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg und Main-Kinzig umgehört, um zu erfahren, wie der Katastrophenschutz vor Ort aufgestellt ist und wie wir im Notfall gewarnt werden.



Die zentrale Aufgabe des Katastrophenschutzes liegt in der Verantwortung des Landes. Das hessische Ministerium des Innern ist die oberste Katastrophenschutzbehörde, die Regierungspräsidien sind die oberen KatS-Behörden und die Landkreise die unteren Katastrophenschutzbehörden.

"Katastrophenschutz ist ein Sachgebiet des Fachdienstes Gefahrenabwehr. Der Landkreis Fulda hat diesen Bereich, in dem aktuell vier Personen tätig sind, deutlich ausgeweitet. Seitdem wurden regelmäßig Katastrophenschutzübungen mit verschiedenen Szenarien durchgeführt", erklärt die Pressestelle des Landkreises Fulda.

"Die Möglichkeit, zusätzlich auch per SMS zu warnen, wäre eine gute Ergänzung der anderen Warnsysteme." Derzeit nutzt der Landkreis Fulda die Apps Hessenwarn und NINA.

Der Vogelsbergkreis nutzt zusätzlich noch die App KATWARN. "Prinzipiell sind hier aber auch Warnungen per SMS möglich (z.B. für Nutzer, die ein Handy und kein Smartphone haben), wenn man sich mit seiner Handynummer dort registriert. Einschränkend ist hierbei, dass die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes nicht automatisch übertragen werden", erklärt der Kreis.

Bürger sensibilisieren 

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wird die digitale Sirenenalarmierung mit Nachdruck realisiert. In den meisten Gemeinden und Städten (in deren Zuständigkeit fällt das) werden die neuen Geräte sukzessive ersetzt. Voraussetzung ist aber, dass die Bevölkerung wieder auf die unterschiedlichen Warntonabfolgen geschult wird. Für die Bürgerinnen und Bürger muss es wieder selbstverständlich werden, in solchen Situationen auf die Durchsagen im Radio etc. zu achten und sich daran auch zu orientieren.

Zu einem wirksamen Bevölkerungsschutz gehört aber auch, dass die Bevölkerung aktiv am System teilnimmt. Das bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürgern den Warnungen eine erhöhte Aufmerksamkeit zukommen lassen müssen. Zudem sollten sie sich in solchen Fällen nicht selbst in Gefahrenlagen begeben und mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung die Situation beobachten. Was für ältere Generationen noch selbstverständlich war, nämlich beim Ertönen der Sirenen das Radio oder den Fernseher anzustellen, wird – sofern man kein Smartphone für die Warn-Apps hat – wieder geübte Praxis werden müssen.

Der Main-Kinzig-Kreis setzt auf digitale Unterstützung zur Warnung der Bevölkerung und wirbt für die Nutzung von Warn-Apps, allen voran Katwarn. Darüber wird die Bevölkerung schnell gewarnt. Rund 62.000 Nutzerinnen und Nutzer sind registriert, die ihre Warnungen im Familien- und Bekanntenkreis teilen. Der Main-Kinzig-Kreis geht von einer Reichweite von mindestens 200.000 Bürgerinnen und Bürgern aus. (nb) +++

Wer nutzt welche Warn-App?
Symbolfoto: O|N

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