Wahl am 13. September
Der Kämmerer will Bürgermeister werden: Marcel Kister tritt in Kalbach an
Fotos: Moritz Pappert
07.09.2026 / KALBACH -
In Kalbach wird gewählt: Am 13. September wählen die Kalbacher einen neuen Bürgermeister. Ins Rennen gehen zwei Kandidaten. Neben Amtsinhaber Mark Bagus (parteiunabhängig) steht Marcel Kister (parteiunabhängig) zur Wahl. Wir stellen beide Kandidaten vor. Heute: Marcel Kister.
Der 35-Jährige ist seit mehr als zwei Jahren Kämmerer in der Gemeinde Kalbach - sein Chef, Bürgermeister Mark Bagus, ist also sein Gegenkandidat. Kister tritt parteilos an, wird aber von der CDU unterstützt. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt er aktuell im Fliedener Ortsteil Döngesmühle, baut aber gerade im Kalbacher Ortsteil Eichenried ein Haus.
"Den Gedanken und den Wunsch, Bürgermeister von Kalbach zu werden, habe ich schon seit langer Zeit", sagt Kister. Als Kalbacher und die CDU-Fraktion gezielt auf ihn zukamen und ihn baten zu kandidieren, traf er dann die Entscheidung. Dennoch kandidiert er parteilos - ein Parteibuch hat er nie besessen. Kister möchte zudem ein Bürgermeister für alle Kalbacher Bürgerinnen und Bürger sein. "Dass ich als Unabhängiger kandidiere, habe ich mit der CDU-Fraktion abgesprochen. Ich bin aber froh, dass ich einen starken Partner an meiner Seite habe."
Dass er damit gegen seinen eigenen Chef antritt, ist ihm bewusst. "Es ist ein demokratischer Prozess, jeder kann sich bewerben. Wir haben uns Professionalität zugesichert. Die Arbeit darf unter dem Wahlkampf nicht leiden – das haben wir klar miteinander vereinbart." Er macht aber auch deutlich: "Wenn ich zufrieden wäre und merken würde, dass alles in der Gemeinde läuft, dann hätte ich nicht kandidiert."
Kisters Wahlkampfslogan lautet: Tempo, Transparenz und Tatkraft. Dahinter steckt ein konkretes Programm. Unter Tempo versteht er vor allem, dass sich in der Gemeinde wieder spürbar etwas bewegt. "Die Leute sollen wieder merken, dass es vorwärts geht." Dafür will er enger mit den Ortsbeiräten sowie den Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeiten, ihre Rückmeldungen ernst nehmen und schneller handeln. Transparenz bedeutet für ihn mehr Kommunikation – nach außen in die Bevölkerung, aber auch nach innen in die Verwaltung. Dabei will er verstärkt auf digitale Kanäle wie Social Media setzen.
Sein Plan: Ein konzeptionelles Vorgehen, um Leckagen in den Leitungen sukzessive zu beheben und den Wasserverlust zu senken. Dabei will er auch auf interkommunale Zusammenarbeit mit Neuhof und Flieden setzen. "Wir müssen die
Kräfte bündeln, damit wir die Wasserversorgung nicht irgendwann verkaufen müssen."
Dem Ehrenamt will Kister als Bürgermeister besondere Aufmerksamkeit widmen. Er selbst ist seit Jahren aktiv – als Fußballer und ehemaliges Vorstandsmitglied beim SV Höf und Haid. "Das Ehrenamt liegt mir besonders am Herzen. Als Bürgermeister will ich die Vereine und die Feuerwehren wieder stärker einbinden, mehr mit ihnen kommunizieren und sie dort unterstützen, wo es nötig ist." Sein Ziel ist klar: "Ich will, dass die Leute wieder sagen – es bewegt sich was in Kalbach." (Moritz Pappert) +++
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