Regen auf dem Herzberg

Als der Himmel mitfeierte: "Have You Ever Seen the Rain?"

Regen auf dem Herzberg Festival
Fotos: Jürgen Böthig

01.08.2026 / BREITENBACH/ H. - Am Nachmittag flirrte die Luft über dem Festivalgelände. 38 Grad Celsius. Staub tanzte im Sonnenlicht, die Zelte suchten jeden Quadratzentimeter Schatten und irgendwo zwischen Wiesen, bunten Fahnen und glücklichen Gesichtern schien die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen. Dann drehte der Wind



Als Elder die Bühne betrat und mit ihren monumentalen Progrock-Klanglandschaften das Publikum in den Bann zog, geschah etwas, das auf dem Herzberg diesmal niemand als Störung empfand. Ganz im Gegenteil. Ein leichter, lauwarmer Sommerregen fiel vom Himmel. Fast so, als hätte Petrus beschlossen, den verschwitzten Festivalgästen eine kleine Erfrischung zu schenken.

Niemand flüchtete. Niemand verzog das Gesicht. Die Menschen blieben. Sie tanzten. Sie sangen. Sie reckten die Arme dem Regen entgegen - ein himmlischer Segen. Und als sich die Wolken wieder verzogen und die Sonne langsam hinter den Hügeln versank, war sie plötzlich wieder da: diese Herzberg-Magie. Dieses unbeschreibliche Gefühl, genau jetzt am richtigen Ort zu sein.

Nick DiSalvo im Backstage-Gespräch

Für OSTHESSEN|NEWS und Elmar Hendrich, den kreativen Kopf der Bad Hersfelder Werbeagentur ultraviolett, bot sich dabei eine besondere Gelegenheit. Vor und nach dem elektrisierenden Auftritt trafen wir Elder-Leadgitarristen Nick DiSalvo backstage.

Der gebürtige Amerikaner, der heute in Berlin lebt und fließend Deutsch spricht, strahlte noch Minuten nach dem Konzert. "Wir freuen uns riesig, endlich auf dem legendären Herzberg-Festival spielen zu können. Das hat schon lange auf unserer Wunschliste gestanden. Jetzt hat es endlich geklappt", sagte DiSalvo mit einem breiten Lächeln.

Unfassbare Energie auch vor der Bühne

Noch beeindruckter zeigte er sich vom Publikum: "Das war Wahnsinn. Diese Energie, diese Aufmerksamkeit, diese Begeisterung. Einfach fantastisch. Und die Organisation? Klasse. Man merkt sofort, dass dieses Festival mit ganz viel Herz gemacht wird." Musik sei für ihn schon immer weit mehr gewesen als Unterhaltung, erzählt der Wahl-Berliner. Sie sei der Soundtrack seines Lebens. "Musik verbindet Menschen, egal, woher sie kommen. Genau das spürt man hier auf dem Herzberg. Diese Offenheit, diese Freiheit. Das ist etwas ganz Besonderes."

Vielleicht passt genau deshalb das Herzberg-Festival so gut zu Elder. Denn der wahre Zauber dieses Festivals besteht nicht nur aus den großen Konzerten.

Er steckt genauso in den kleinen Geschichten am Wegesrand. Da lässt sich jemand bei einer Klangmassage in andere Sphären tragen. Wenige Meter weiter begegnet man dem legendären "Goldmann", der unbedingt gesehen werden möchte und mit einem verschmitzten Lächeln seine ganz eigene, eigentlich "unwortbare" Geschichte erzählt. Hinter jeder Wegbiegung wartet ein neuer Kosmos. Hinter jedem Zelt ein anderes Universum. Menschen, Musik, Begegnungen und alles scheint miteinander verbunden.

Das Herzberg-Festival ist eben kein Ort, den man einfach besucht. Es ist ein Lebensgefühl.

Und manchmal braucht es dafür nicht mehr als einen warmen Sommerregen, großartige Musik und den Moment, in dem man innehält und denkt: "Have You Ever Seen the Rain?" Auf dem Herzberg lautet die Antwort: Ja. Und selten hat sich Regen so nach Freiheit, Gemeinschaft und ewiger Liebe angefühlt. (Jürgen Böthig) +++

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