Obdachloser in Müllwagen eingequetscht

Drama in der Müllpresse: RETTmobil-Übung zeigt bewegenden Realeinsatz

Die RETTmobil-Übung zeigte einen bewegenden Realeinsatz
Fotos: Carina Jirsch

08.05.2026 / FULDA - Die Einsatzmeldung war dramatisch: Eine Person ist in einer Müllwagenpresse eingeklemmt. Auf dieses Szenario trafen die Rettungskräfte am 14. Dezember 2023 in der Frankfurter Innenstadt. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst und weiteren Einsatzkräften war die Feuerwehr über zweieinhalb Stunden im Einsatz, um die Person aus der Presse zu befreien.


Dieser Einsatz wurde am Donnerstag auf der RETTmobil bei einer Übung der Feuerwehr Fulda und des ASB Frankfurt (Arbeiter-Samariter-Bund) nachgestellt. Kommentiert wurde die Übung von zwei Rettungskräften, die selbst bei dem Einsatz beteiligt waren.

Wie sich später herausstellt, hatte eine obdachlose Person offenbar in einer Mülltonne geschlafen. Die Müllwerker waren zuvor wie gewohnt unterwegs, ehe der Arbeitstag eine dramatische Wendung nahm. Während des Pressvorgangs hörten die Mitarbeiter plötzlich laute Schreie aus dem Fahrzeug. Schnell wurde klar: In der Müllpresse befand sich ein Mensch.

Ein schockierendes Bild vor Ort

"Als wir in der Nähe der Einsatzstelle vorbeikamen, dachten wir zunächst an eine Schaufensterpuppe", schildert Michael Wehner vom ASB die ersten Eindrücke. Kurz darauf bot sich den Helfern jedoch ein schockierendes Bild. Die betroffene Person war schwer eingeklemmt und schrie vor Schmerzen. Die beiden Müllwerker standen laut schockiert neben dem Müllwagen.

Sofort wurden weitere Rettungskräfte nachalarmiert. Es war klar: Dieser Einsatz wird komplex. Die Einsatzkräfte versuchten zunächst, die Person möglichst schonend rückwärts aus dem Fahrzeug zu befreien. Wegen eines technischen Fehlers an dem Müllfahrzeug gestaltete sich die Rettung jedoch äußerst schwierig. Die Feuerwehr nahm Kontakt mit dem Hersteller des Fahrzeugs auf. Zusätzlich wurde ein Fachberater an die Einsatzstelle gebracht, um die komplexe Technik der Müllpresse zu analysieren. Sogar Blutkonserven wurden vorsorglich direkt zur Einsatzstelle bestellt.

Ein Azubi hat die rettende Idee

Schließlich brachte ein Auszubildender der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH die entscheidende Idee ein: Durch das Verstellen von Magnetventilen konnte die Presse kontrolliert bewegt werden. Erst dadurch gelang es den Einsatzkräften nach rund zweieinhalb Stunden, die eingeklemmte Person zu befreien. Mit schweren Verletzungen wurde er in eine Klinik eingeliefert. Dort ist er leider wenige Tage späteren seinen Verletzungen erlegen.

Der Einsatz sorgte bei allen Beteiligten für große emotionale Belastung und zeigte eindrucksvoll, wie wichtig das Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technikern und weiteren Fachkräften bei außergewöhnlichen Rettungslagen ist. Bastian Usinger von der Feuerwher Frankfurt erklärt gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Wichtig ist, dass man immer als Team agiert. Kommunikation ist einfach der Schlüssel." (Moritz Pappert) +++

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