"Rasche, lückenlose Aufklärung"
Vorwürfe gegen Staatssekretär: Grünen sehen Landesregierung in der Pflicht
Foto: Peter Jülich/ HMWVW
09.04.2026 / WIESBADEN -
Nach den Vorwürfen gegen Staatssekretär Umut Sönmez (SPD) gerät nun die Landesregierung immer weiter unter Druck: Wie bereits berichtet, wird gegen den Staatssekretär wegen sexueller Belästigung ermittelt. Nach hr-Informationen soll Sönmez während einer Fastnachtsfeier im Wirtschaftsministerium eine Mitarbeiterin des Hauses begrapscht haben.
Der Vorfall soll sich am am 11. Februar 2026 während einer Veranstaltung im Wirtschaftsministerium ereignet haben. Demnach soll Sönmez die Frau gegen ihren Willen "wiederholt angefasst und an den Po gegrapscht haben". Die Betroffene habe sich laut dem hr offiziell beschwert und sei anschließend krankheitsbedingt länger ausgefallen.
Die Grünen sehen jetzt die Landesregierung in der Pflicht. Kaya Kinkel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion, macht deutlich: "Die Vorwürfe gegen Staatssekretär Sönmez werfen Fragen auf, die dringend beantwortet werden müssen. Dabei geht es nicht nur um individuelles Fehlverhalten, sondern auch um die Reaktion der Landesregierung: Wann wusste das Ministerium von den Vorwürfen? Welche Schritte wurden seitdem eingeleitet? Wurden Betroffene konsequent geschützt? Besonders problematisch ist, dass Sönmez als Amtschef für Personalfragen verantwortlich ist – ein möglicher Interessenskonflikt bei der Aufklärung. Wie will die Landesregierung eine unabhängige und glaubwürdige Untersuchung sicherstellen?"
Grüne sehen Mansoori und Rhein in der Verantwortung
Und sie macht in einer Pressemeldung deutlich: "Dabei stehen vor allem Wirtschaftsminister Mansoori und Ministerpräsident Rhein in der Verantwortung. Wenn Mitglieder der Landesregierung im Zentrum schwerer Vorwürfe stehen, wirft das Fragen zur Führung auf. Was unternehmen sie konkret, um die Vorwürfe aufzuarbeiten? Und wann soll die Untersuchung abgeschlossen sein? Wir werden nicht zulassen, dass die Landesregierung die Angelegenheit aussitzt. Frauen müssen sich an ihrem Arbeitsplatz sicher fühlen können und vor sexualisierter Gewalt geschützt werden. Es ist Aufgabe der Landesregierung, Strukturen zu gewährleisten, in denen Übergriffe konsequent verhindert, gemeldet und verfolgt werden können."
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