Start ist am 1. Januar 2026

Vier neue Rettungswachen im Landkreis: Bürgermeister ziehen klares Fazit

Im Landkreis Fulda entstehen bis Ende 2026 vier neue Rettungswachen in Flieden, Großenlüder, Hünfeld und Hosenfeld, während der Standort Kleinlüder geschlossen wird, wodurch mehr Personal und zusätzliche Vorhaltungsstunden die notfallmedizinische Versorgung langfristig stärken. Jetzt wird klar, was der aktuelle Stand der Wachen ist.
Foto: Juan-David Otterbein

01.01.2026 / REGION FD - Der Jahreswechsel ist traditionell für Neuerungen bekannt. So wird ab 1. Januar 2026 auch der Rettungsdienst im Landkreis Fulda weiter gestärkt. Insgesamt entstehen im 230.000 Einwohner großen Kreis vier neue Rettungswachen - in Flieden, Großenlüder, Hünfeld und Hosenfeld. Dafür wird der Standort Kleinlüder geschlossen. Doch wie steht es aktuell um die kommenden Rettungswachen? OSTHESSEN|NEWS hat bei den Leistungserbringern und den jeweiligen Rathauschefs in den Kommunen vor Ort nachgefragt.


Wie bereits berichtet, sollen bis Ende 2026 im Fuldaer Landkreis vier neue Rettungswachen entstehen, die jeweils mit einem 24-Stunden-Rettungswagen besetzt sind. Der Standort im Süden (Flieden) wird - wie die Wache Neuhof - vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Fulda besetzt, in Hünfeld wird im Stadtgebiet eine neue Wache vom DRK Hünfeld eingerichtet, die beiden neuen Standorte im Westen (Großenlüder und Hosenfeld) organisiert der Malteser Hilfsdienst, nachdem die Wache in Kleinlüder aufgelöst wird.

Standorte der neuen Wachen stehen fest - Pressetermin wird folgen

Insgesamt verfügt der Landkreis künftig über 27 Rettungswagen, zwei Krankentransportwagen und vier Notarzteinsatzfahrzeuge. Diese Maßnahmen sind Teil eines Zwei-Stufen-Plans bis 2026 und bringen ein erneutes Plus von 22.000 Vorhaltungsstunden. Der Malteser Hilfsdienst, der aktuell bis zu ihrer Schließung noch die Wache in Kleinlüder besetzt, gab bereits im Vorfeld der Umsetzung einige Antworten - und auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) reagierte auf unsere Nachfrage. Der Landkreis Fulda wollte sich vorab nicht weiter zur Optimierung der rettungsdienstlichen Versorgung ab Januar 2026 äußern und verwies auf einen Pressetermin, der allerdings noch nicht terminiert ist.

So sind die Standorte der neuen Wachen bereits bekannt: Das DRK Fulda wird in zentraler Lage im Königreich Flieden neu bauen, übergangsweise ist die Rettungswache in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes 'Im Weiher' untergebracht. Die Malteser besetzen die Industriestraße 7 in Großenlüder und die Frankfurter Straße 26 in Hosenfeld.

Neue Standorte bringen Verbesserungen für rettungsdienstliche Versorgung im Landkreis

Bereits jetzt sind die baulichen Planungen vorangeschritten. "Am Standort Großenlüder sind wir bis zum Bau einer neuen Rettungswache in einer Übergangslösung untergebracht. Hierbei handelt es sich um ein Bestandsgebäude mit Fahrzeughalle. Die Stellplatzwache Hosenfeld befindet sich ebenfalls in einem Bestandsgebäude. Die Fahrzeughalle soll bis zur Aufnahme des Dienstbetriebs am 1. Januar 2026 fertiggestellt sein. Unsere Teams sind aktuell mit der Einrichtung der beiden Gebäude beschäftigt", antwortete Annekathrin Prinz, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Malteser Hilfsdienst.

Welche Ergänzungen bringen die neuen Wachen - neben den 24-Stunden-Rettungswagen - ebenfalls mit sich? Prinz teilte gegenüber O|N mit: "Die neuen Standorte bringen Verbesserungen für die rettungsdienstliche Versorgung im Landkreis. Auch für unsere Mitarbeitenden bringen die beiden neuen Standorte Vorteile: Vor allem haben wir nun deutlich mehr Platz. Der Standort Kleinlüder war über die Jahre deutlich zu klein geworden." Zudem gab es Schwierigkeiten mit dem Eigentümer, die dazu führten, dass die Rettungswache an dieser Stelle nicht weiter ausgebaut werden konnte. Zur schließenden Wache in Kleinlüder machte sie klar, der Mietvertrag sei fristgerecht zum 31. Dezember 2025 gekündigt worden. "Zur Erweiterung der Wache Kleinlüder ist es durch die Insolvenz des Eigentümers und Investors nicht gekommen."

Fokus liegt auf der Versorgungssicherheit

Selbst wenn ein Ortswechsel erstmal nach einer großen Veränderung aussieht, machte Florian Fritzsch (parteilos), Bürgermeister von Großenlüder, gegenüber O|N deutlich: "Grundsätzlich ändert sich nicht viel. Die Wache wird sich dann einfach im Kernort befinden." Ein Problem bei der Wache in Kleinlüder seien die nicht eingehaltenen Rettungszeiten und die damit einhergehende größere Entfernung des Versorgungsgebiets gewesen. Mit der Verlegung in die Gemeinde selbst ist das Rettungsnetz breiter aufgestellt - und das wichtigste: "Aus Kleinlüder kamen keinerlei Beschwerden, eher Zustimmungen. Der Fokus liegt schließlich auf der Versorgungssicherheit und diese ist definitiv gegeben", so Fritzsch.

Selbstverständlich freuen sich auch die Gemeinde Flieden und die Stadt Hünfeld über ihre kommenden Rettungswachen - Träger ist das DRK - im nächsten Jahr. "Wir freuen uns über die Pläne vom DRK und vom Landkreis Fulda. Damit tätigen sie eine Investition in die lebenswichtige Notfallversorgung der Bürger", so Christopher Gärtner (CDU), Bürgermeister von Flieden. Diese Erweiterung ist auch für Benjamin Tschesnok (CDU), Bürgermeister von Hünfeld, unglaublich wichtig: "Die Rettungswache stärkt unseren Standort und trägt zur Versorgungssicherheit unserer Bürger bei. Das können wir nur begrüßen."

Kürzere Anfahrten bedeuten schneller Hilfe im Ernstfall

"Das DRK ist im Südkreis durch das Rettungszentrum Neuhof bereits sehr stark - und baut jetzt mit dem neuen Standort in Flieden die Hilfsfrist deutlich aus", sagt Christoph Schwab, Vorstandsvoristzender des DRK Fulda. "Mit unseren Architekten sind bereits die Planungen für den neuen Standort weit vorangeschritten, so dass schon heute klar ist, dass eine Rettungswache nach neuensten und baulich modernsten Standards entstehen wird." Zudem ist das DRK in Flieden auch mit ehrenamtlichen Strukturen wie Katastrophenschutz, Sanitätsdienst und Blutspende vertreten.

Die anderen Bürgermeister blicken ähnlich zufrieden auf die Erweiterung der Rettungswachen. So ist auch Frederik Hohnstein, der parteiunabhängige Bürgermeister der Gemeinde Hosenfeld, begeistert über die kommende Malteser-Rettungswache. "Die geplante Rettungswache in Hosenfeld ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der notfallmedizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Kürzere Anfahrtszeiten bedeuten im Ernstfall schnellere Hilfe und mehr Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger. Besonders positiv ist, dass ein örtlicher Gewerbetreibender dieses Vorhaben ermöglicht und damit Verantwortung für die Region übernimmt. Die neue Rettungswache verbessert die flächendeckende Abdeckung des Rettungsdienstes spürbar. Sie ist ein Gewinn für Hosenfeld und die umliegenden Ortsteile und stärkt die Daseinsvorsorge insgesamt", sagte der Rathauschef zu OSTHESSEN|NEWS.

Kurz gesagt: Das Rettungswesen wird deutlich ausgebaut, schafft neue Standorte und mehr Personal, um die notfallmedizinische Versorgung langfristig zu sichern und zu verbessern. Die Maßnahmen zeigen: Der Landkreis investiert gezielt in die Sicherheit der Bürger – und stellt damit eine starke Notfallversorgung sicher. (mis) +++

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