Bei Blasmusik, Brezeln und Zuversicht

"Die Mannschaft steht": Fuldaer CDU nominiert 91 Kandidaten für den Kreistag

Gestärkt und mit guter Laune geht die CDU-Fraktion im Kreistag Fulda in die Kommunalwahl
Foto: Martin Engel

20.11.2025 / KALBACH - Mit dem Spitzenduo Thomas Hering (Fulda) und Andrea Abel aus Hünfeld geht die CDU des Kreises Fulda in die Kommunalwahl im kommenden Frühjahr. Die 190 Delegierten nominierten am Mittwochabend im Bürgerhaus von Kalbach die Kandidatenliste.



Neben den Wahlen standen die Rede des Landrats Bernd Woide und der Bericht des Fraktionsvorsitzenden Thomas Hering im Mittelpunkt des Abends.

"Wir haben viel erreicht. Der Landkreis Fulda ist der sparsamste Landkreis in Hessen", sagte der CDU-Kreisvorsitzende Frederik Schmitt zur Begrüßung. Er nahm Kalbach als Beispiel beim Thema Kreisumlage. Wäre die Gastgeberkommune im Main-Kinzig-Kreis angesiedelt, müsste die Kommune 800.000 Euro mehr an den dortigen Kreis zahlen. Geld, das die Kommune nicht habe, so würde es den anderen Städten und Gemeinden im Kreis ebenso gehen.

Schmitt erklärte, dass der Landkreis trotz der Sparsamkeit viel getan habe und sehr gut aufgestellt sei. Als Beispiel nannte er den guten Zustand der Schulen. In den vergangenen Jahren seien 150 Millionen Euro in die Bildungseinrichtungen investiert worden. Der Ausbau der Kreisstraßen - im Schnitt 13 Millionen Euro pro Jahr, die Digitalisierung, Breitband und die medizinische Versorgung nannte der Kreisvorsitzende als weitere Beispiele. Große Stärke und CDU-DNA sei das Ehrenamt in der Region. Dies wollen die Christdemokraten weiter unterstützen. "Wir brauchen keine wissenschaftlichen Arbeiten aus Berlin, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingt. Gehen Sie einfach hier bei uns auf die Kirmes, Fastnacht oder den Sportvereinen", sagte Schmitt abschließend.

"Wissen Sie, wie viele Kirmessen es im Landkreis Fulda gibt?", fragte der CDU-Kreisvorsitzende in die große Runde. Alle Blicke richten sie auf den Landrat. "Habe ich schon wieder vergessen", sagte Bernd Woide und sorgte für heitere Momente, der Landrat habe fast alle besucht. "Das ist alles kein Selbstzweck, das ist gelebter gesellschaftlicher Zusammenhalt in unseren Dörfern", schloss Schmitt seine Begrüßungsrede. Im Landkreis Fulda gibt es übrigens 76 Kirmesveranstaltungen.

Gute Stimmung also im Bürgerhaus von Kalbach, die Original Schwarzbachtaler heizten vor Versammlungsbeginn mit dem Böhmischen Traum schon mal bestens ein. Doch bevor die Geselligkeit im Fokus rückte, stand die Arbeit der Delegierten an. Der CDU-Bezirksvorsitzende Dr. Heiko Wingenfeld führte gewohnt souverän durch den Kreisparteitag.

"Die Stimmung war schon mal besser"

Landrat Bernd Woide beschrieb die Lage im Land: "Die Stimmung war schon mal besser", fasste Woide zusammen. Er erinnerte jedoch an die besonderen Werte, die das Leben in Deutschland in Frieden und Freiheit ermöglichen. "Hier zu leben, ist ein Wert", sagte Woide. Er rückte das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt und betonte das klare Bekenntnis der Union zur Polizei, Bundespolizei und der Bundeswehr. Auch Woide nannte den sozialen Zusammenhalt in der Region als eine besondere Stärke. Die Mehrheit engagiere sich tagtäglich für die Mitmenschen, für die Region. "Heimat im Herzen - Zukunft im Blick" - der Slogan der CDU sei der Maßstab.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Hering blickte auf die vergangenen fünf Jahre im Kreistag zurück und dankte den Delegierten für ihr Vertrauen und Unterstützung. Die CDU-Fraktion im Kreistag Fulda stellt aktuell 36 Sitze, sie kooperiert mit der FDP (fünf Sitze) und hat eine hauchdünne Mehrheit von einem Sitz.

"Der Landkreis und die CDU sind stabil geblieben"

"Es war eine spannende und herausfordernde Zeit. Der Landkreis Fulda und die CDU sind trotz der weltweiten Krisen stabil geblieben", sagte Hering. Die Fraktion habe die richtigen Zeichen gesetzt. Die Installation der sieben Arbeitskreise zu verschiedenen Themen und die Öffnung dieser für externe Gäste habe sich bewährt. ""Wir haben die Blicke so auf alles gerichtet und natürlich dann priorisiert", sagte Hering weiter. "Wir wollten diesen Landkreis weiter stabil halten, mit Herzblut und Realpolitik." Zum Abschluss seiner Rede bat er die 190 Delegierten: "Bitte lassen Sie uns so weitermachen."

Die Versammlung folgte diesem Wunsch eindrucksvoll. Doch bevor gewählt wurde, stellte Toni Kaufmann aus Hofbieber das System der Listenbildung vor. Die 91 Mitglieder umfassende Kandidatenliste berücksichtige regionale Gesichtspunkte, auch die kleineren Ortsverbände konnten so einen Platz unter den Top 41 erreichen. Die bekannteren Namen wie der Bundestagsabgeordnete und Geburtstagskind am Mittwoch, Michael Brand (Platz vier) und die Landtagsabgeordneten Thomas Hering (1), Sebastian Müller (Platz 5) und Stefanie Klee (8) finden sich in der Spitzengruppe. Ein paar weitere Fakten: Der Frauenanteil beträgt 31 Prozent, 22 Prozent sind um JU-Alter und 20 Prozent im Alter der Senioren-Union.

Der CDU-Bezirksvorsitzende Dr. Heiko Wingenfeld gab um 20:34 Uhr das Ergebnis bekannt. Von 190 abgegebenen Stimmen votierten 172 Delegierte ohne Streichungen für den Wahlvorschlag. "Damit sind alle Kandidaten gewählt", fasste Wingenfeld zusammen.

Bei Blasmusik der Schwarzbachtaler Musikanten, Brezeln und Getränken analysierten die Christdemokraten die Ergebnisse. Gestärkt gehen sie nun in den Wahlkampf zur Kommunalwahl - im Blick dabei die Kandidatenliste und den Zehn-Punkte-Plan unter dem Slogan "Heimat im Herzen - Zukunft im Blick". Die Mannschaft stehe, jetzt geht es in den Wahlkampf, fasste Frederik Schmitt abschließend zusammen. (Hans-Hubertus Braune) +++

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