Sicherheit, Verkehr & Programm
Der Hessentag 2026 in Fulda: ein Großereignis wirft seine Schatten voraus
Fotos: Carina Jirsch
29.08.2025 / FULDA -
Der Hessentag 2026 wird Fulda für zehn Tage in einen wahren Besuchermagneten verwandeln. Das Großevent gilt schon jetzt als Highlight, das nicht nur die Region, sondern ganz Hessen bewegen wird. Welche Veranstaltungen stehen an, welche Besonderheiten erwarten die Gäste - und wie können Bürgerinnen, Bürger oder Unterstützer selbst mitwirken?
Zu Beginn ergriff Dominik Höhl das Wort. Er machte deutlich, dass im Hessentagsbüro derzeit acht Personen fest beschäftigt sind, aber insgesamt über 100 Mitarbeitende allein im Verwaltungshaus sowie zahlreiche Projektgruppen an der Organisation beteiligt sind. Hinzu kommen Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei und rund 600 ehrenamtliche Helfer der Stadt, unterstützt durch viele weitere freiwillige Kräfte.
Strenges Sicherheitskonzept - Details bleiben geheim
Ein zentrales Thema war die Sicherheit. Höhl erklärte, dass die gewohnten Routen im Autoverkehr so nicht möglich sein werden. "Es kann durchaus vorkommen, dass man in eine schwerbewaffnete Polizeistreife hineinfährt - das ist Teil unseres Sicherheitskonzeptes." Der Grund: Neben dem Hessentag feiert Fulda gleichzeitig 80 Jahre Hessen, was zahlreiche hochrangige Politiker aus Hessen und Berlin nach Fulda bringen wird. Details zu den Sicherheitsmaßnahmen werden nicht veröffentlicht, um das Konzept wirksam zu halten. Anwohner werden jedoch direkt informiert, erhalten Ersatzparkplätze und können auf einen Shuttleservice oder einen Fahrdienst der Bundeswehr zurückgreifen, etwa für Menschen mit Behinderungen oder wichtige Arzttermine. Nähere Informationen dazu sollen im Oktober folgen. ÖPNV und Fahrrad ausdrücklich empfohlen
Der Hessentag wird Besucherströme in nie dagewesenem Ausmaß nach Fulda bringen. Die Prognosen gehen von rund 700.000 Menschen aus, bei gutem Wetter könnte die Zahl noch deutlich steigen - ein Vergleich mit Bad Vilbel zeigt dies eindrucksvoll, hier kamen anstelle der erwarteten 500.000 schließlich über eine Million Menschen.Da die Bahnhöfe und Busbahnhöfe stark angepeilt werden, empfiehlt die Stadt ausdrücklich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad. Ein spezielles Hessentagsticket wird es nicht geben - wichtiger sei es, dass Buslinien auch am Abend fahren. "Da sind wir dran", betonte Höhl.
Kirchen, Museen und Märkte - ein Programm für alle Generationen
Die Innenstadt Fulda wird zum Herzstück des Hessentags. Es gibt einen großen Festivalbereich, der täglich von 10 bis 24 Uhr geöffnet ist, sowie einen weiteren Bereich, der ab 19 Uhr schließt.Weiterhin wird die Stadtpfarrkirche zur "Hessentagskirche", die nicht nur Glaube, sondern auch Sensibilität und Begegnung in den Mittelpunkt stellen soll. "In der Friedrichstraße wird das Barockviertel sein, während das Weinfest als Weindorf im Museumshof verankert bleibt. Rund um den Bonifatiusplatz entsteht ein großer Regionalmarkt."
Domplatzarena: "Die Perle mitten in der Stadt"
Ein besonderer Höhepunkt ist die Domplatzarena. "Die Arena ist bei anderen Hessentagen weit außerhalb. Das ist bei uns aber nicht so - denn wir haben mit dem Domplatz eine Perle mitten in der Stadt. Damit entsteht ein einzigartiges Flair, das ganze elf (durch das Zusatzkonzert von Peter Maffay) Tage lang genutzt wird." Große Namen wie Peter Maffay oder Sarah Connor sind bereits angekündigt, weitere sollen folgen. "Schon jetzt ist die Spotlight-Gala fast ausverkauft, außerdem wird überlegt, die Generalprobe am Donnerstag als zusätzliche Veranstaltung anzubieten", betont er. Wichtig dabei: Das ist in der Regel der einzige Bereich, der kostenpflichtig ist. "Der Hessentag soll für jeden zugänglich sein." Blaulichtmeile, Skaterpark und Ninja-Warrior-Areal
Rund um das Feuerwehrmuseum wird die Blaulichtmeile aufgebaut, mit Landespolizei, Feuerwehr, Wasserwerfern, Booten und sogar einem ADAC-Hubschrauber. An der LGS-Parkbühne lädt das Himmelszelt der evangelischen und katholischen Kirche zu Veranstaltungen ein. Im Sportbereich ist ein Ninja-Warrior-Park im Gespräch, während am Teich ein Familienbereich für Kinder bis acht Jahre entsteht. Ergänzt wird dies durch eine neue Minigolfanlage sowie eine riesige Bundeswehr-Ausstellung mit rund 12.000 Quadratmetern Fläche, Panzern, Eurofightern und vielem mehr. "Sowohl die Blaulichtmeile der Polizei, als auch das Bundeswehrzelt werden - wie immer - ein echter Publikumsmagnet werden", verspricht Höhl dabei. Wer die 2,8 bis 3,2 Kilometer lange Hessentagsstraße erkundet, muss den Rückweg nicht zu Fuß antreten: Ein Shuttleservice verbindet alle Veranstaltungsbereiche regelmäßig.
Fulda kann Umzüge - das große Finale am Sonntag
"Ein fulminantes Finale wird der Festumzug darstellen." Er startet um 13 Uhr und führt über die Heinrichstraße, Lindenstraße und Rabanusstraße - eine Strecke von rund 1,8 bis 1,9 Kilometern, ähnlich wie beim Rosenmontagszug, jedoch auf breiterer Strecke. Die Ehrentribüne befindet sich auf Höhe der Christuskirche. Parallel dazu wird bereits der Soundcheck von Peter Maffay laufen. "Wenn Fulda etwas kann, dann Rosenmontag und Festumzüge", fügte Höhl schmunzelnd hinzu. Von Bürgern für Bürger
Insgesamt wird es acht bis neun Bühnen in der Innenstadt geben, zusätzlich zur Domplatzarena. Schulen aus Stadt und Landkreis werden mit Projektwochen vertreten sein, ebenso die Kreishandwerkerschaft und zahlreiche Unternehmen. Während des Hessentags selbst gilt im Innenstadtbereich: von 9 Uhr bis 1 Uhr nachts kein Autoverkehr. Einzelhandel und Dienstleister werden eng koordiniert.Alle Informationen, inklusive des Flächenkonzepts, sind online einsehbar. Wer selbst Ideen hat oder teilnehmen möchte - etwa mit einem Getränkestand oder als Künstler - kann sich noch bis zum 31. Oktober anmelden. Bewerbungen für den Festumzug sind von Oktober bis Januar möglich.
Sponsoring entscheidend
Zum Abschluss ergriff auch Christoph Burkhard das Wort. Burkhard deutete an, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sparkasse Fulda als großer Hauptsponsor auftreten wird - dies sei allerdings noch nicht spruchreif. Außerdem sei man in guten Gesprächen mit Hessen Lotto in Wiesbaden sowie mit Tegut. Sponsoring bedeute immer "Leistung und Gegenleistung", so Burkhard, jedes Gespräch sei gleichzeitig auch ein aktiver Besuch im Sinne der Wirtschaftsförderung. Gegenleistungen müssten nicht zwingend in Geld erfolgen, auch Sachleistungen oder Naturalien seien möglich. Die Frage, warum man überhaupt Geld in den Hessentag investieren sollte, beantwortete Burkhard klar: "Es geht darum, eine Marke bekannt zu machen, Image zu gewinnen, Produkte zu verkaufen, Fachkräfte zu werben und Sichtbarkeit zu erhöhen. Sponsoring bietet immer einen Mehrwert - wichtig ist nur, dass Leistung und Gegenleistung zusammenpassen."
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