Prozessauftakt in Missbrauchsfall
Schwere Vorwürfe gegen 34-jährigen Ex-Kita-Erzieher
Fotos: Hannes Mayer
29.09.2026 / GIESSEN -
Um 14 Uhr begann der Prozess gegen den Tatverdächtigen im Landgericht Gießen. Bisher äußerte er sich zu den Vorwürfen nicht und nahm von seinem Schweigerecht Gebrauch. Während seiner Tätigkeit als Erzieher und Betreuer an der Kita soll er Kinder sexuell missbraucht und dabei entsprechendes Bildmaterial erstellt haben. Außerdem wird ihm zur Last gelegt, rund 150.000 kinder- sowie etwa 33.000 jugendpornografische Bild- und Videodateien besessen zu haben.
Intimsphäre der Kinder schützen
Die Große Strafkammer des Landgerichts Gießen hat die Anklageschrift zugelassen, die Verlesung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Insbesondere wenn es sich um Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern handelt, kann die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden, um die Intimsphäre der Kinder zu schützen. Von dieser Möglichkeit hat das Gericht Gebrauch gemacht", erklärt Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger gegenüber OSTHESSEN|NEWS."Dem Angeklagten wird insbesondere sexueller Missbrauch von Kindern in 25 Fällen vorgeworfen. Dabei soll er unter Ausnutzung seiner Stellung als Erzieher in dem Kindergarten in Grebenhain übergriffig geworden sein." Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, kinder- und jugendpornografische Dateien in ganz erheblichem Umfang besessen zu haben.
Initiativermittlungen durch Polizei
Zu dem Zugriff führten Ermittlungen der Polizei, nachdem im Darknet einzelne Kinder der Kita als potentielle Opfer identifiziert werden konnten. "Wir gehen momentan davon aus, dass ein Tatnachweis geführt werden kann. Es gibt entsprechende Bild- und Videodateien. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft herrscht aufgrund der aufgefundenen Beweismittel ein ganz klarer dringender Tatverdacht", ergänzt Hauburger weiter. Bei einer Verurteilung drohen dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe zwischen einem und 15 Jahren.
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