Großes Interesse der Bürger

Bürgerdialog zur Stromtrasse "Fulda-Main-Leitung" in Ried

Bürgerdialog zur Stromtrasse "Fulda-Main-Leitung" in Ried
Symbolbild: Gerhard Manns

27.01.2023 / EBERSBURG (RHÖN) - Deutschland baut die erneuerbaren Energien aus, um eine saubere Energieerzeugung zu sichern und das Klima zu schützen. Dies ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Um sie zu meistern, müssen die Betreiber von Stromnetzen in vielen Regionen Deutschlands Stromleitungen aus-, um-, oder neubauen.



Nur so kann der Erneuerbaren-Strom von den Produzenten zu den Verbraucherinnen und Verbrauchen gelangen. Das schreibt Bürgerdialog Stromnetz in einer Pressemitteilung.

Eines dieser Ausbauprojekte ist die Fulda-Main-Leitung. Sie soll ab dem Jahr 2031 die Umspannwerke Mecklar und Dipperz in Hessen mit dem bayerischen Umspannwerk Bergrheinfeld/West verbinden. Über den Projektstatus informierten sich etwa 70 interessierte Bürger in Ebersburg (Hessen), und zwar auf einer Bürgerinformationsveranstaltung mit Themenmarkt des Bürgerdialog Stromnetz. ExpertInnen beantworteten auch ihre Fragen zu Gesundheits- und Umweltschutzaspekten beim Stromnetzausbau.

Infos zum Stromnetzausbau und zu Beteiligungsmöglichkeiten

Jürgen Günther, Ortsvorsteher von Ried, Gemeinde Ebersburg, betonte die Bedeutung der Veranstaltung: "Wir möchten, dass die Bevölkerung darüber informiert ist, was sich vor Ort entwickelt, und dass sie mehr über die Energiewende und das Netzausbauvorhaben erfährt.” Evamaria Lutz, stellvertretende Projektleiterin des Bürgerdialog Stromnetz, und Alena Richter, Regionale Ansprechpartnerin des Bürgerdialog Stromnetz für Hessen und Rheinland-Pfalz, begrüßten die Anwesenden und führten in das Thema der Veranstaltung ein.

Alena Richter sagte: "Mit der Energiewende wird unsere Stromversorgung immer klimafreundlicher. Das bedeutet aber, dass wir auch die Stromnetze weiter ausbauen müssen, um den Strom aus dem energiereichen Norden in die wirtschaftsstarken Verbrauchszentren Hessens und Bayerns zu transportieren." Außerdem erläuterten Lutz und Richter, wie und auf welcher rechtlichen Grundlage BürgerInnen sich an den Verfahren zum Stromnetzausbau beteiligen können.

Die Fulda-Main-Leitung macht das Stromnetz fit für die Erneuerbaren

Nach der Einführung berichtete Thomas Wagner, Referent für Bürgerbeteiligung und Kommunikation bei der TenneT TSO GmbH, dass sich die Fulda-Main-Leitung zurzeit in der Bundesfachplanung befinde. Er stellte außerdem die verschiedenen möglichen Korridore vor, in denen die Leitung einmal verlaufen könnte. Wagner betonte, wie wichtig das Vorhaben sei: "Neue Höchstspannungs-Wechselstromleitungen wie die Fulda-Main-Leitung machen das Stromnetz fit für den Ausbau der erneuerbaren Energien." Und er ergänzte: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, die Öffentlichkeit frühzeitig und auch informell zu beteiligen."

Reger Austausch auf dem Themenmarkt

 Anschließend ging es um den Umwelt- und Gesundheitsschutz in der Umgebung von Stromleitungen: Dr.-Ing. Christian Bornkessel, wissenschaftlicher Assistent am Fachgebiet für Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik der Technischen Universität Ilmenau, referierte zu Umweltimmissionen von Hoch- und Höchstspannungsleitungen. Florian Kohn, wissenschaftlicher Referent am Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF) beim Bundesamt für Strahlenschutz, sprach über elektrische und magnetische Felder beim Stromnetzausbau und was getan wird, um die Gesundheit der Menschen zu schützen. Außerdem erläuterte Monika Sundermann von der TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH den Teilnehmenden Wissenswertes zu Geräuschemissionen in der Nähe von Hoch- und Höchstspannungsleitungen. Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten die BürgerInnen von den ExpertInnen an verschiedenen Thementischen fachkundige Antworten auf ihre Fragen rund um den Stromnetzausbau.

Dialog, um die Energiewende gemeinsam zu gestalten

Auf der Internetpräsenz des Bürgerdialogs Stromnetz (www.buergerdialog-stromnetz.de). (pm) +++

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