✕

Das sagen die Kliniken

Welche Klinik darf künftig was? Reform wird konkret

Welche Klinik darf künftig was? Das hessische Gesundheitsministerium hat am Freitag damit begonnen, den Krankenhäusern die vorläufigen Bescheide zur Krankenhausreform zu schicken.
Symbolbild: O|N / Hendrik Urbin

03.10.2026 / REGION - Welche Klinik darf künftig was? Das hessische Gesundheitsministerium hat am Freitag damit begonnen, den Krankenhäusern die vorläufigen Bescheide zur Krankenhausreform zu schicken. Darin steht, welche Behandlungen – sogenannte Leistungsgruppen – die Häuser ab 2027 anbieten sollen. Endgültig ist das noch nicht: Die Kliniken können Stellung nehmen, die abschließende Entscheidung soll im Dezember fallen. OSTHESSEN|NEWS hat bei den Kliniken in der Region nachgefragt.



Die Krankenhausreform des Bundes ordnet neu, welches Krankenhaus künftig welche Behandlungen anbietet. Nach Angaben des Ministeriums bleibt die Versorgung in Hessen flächendeckend und im Notfall nah, während planbare, komplexe Eingriffe stärker bei spezialisierten Kliniken gebündelt werden. Sobald alle Bescheide verschickt sind, will das Ministerium eine Gesamtliste aller Zuweisungen auf seiner Homepage veröffentlichen.

Klinikum Fulda behält volles Leistungsspektrum – auch Gersfeld bleibt

Für das Klinikum Fulda fällt der vorläufige Bescheid nach eigenen Angaben positiv aus: Die gestellten Anträge wurden bewilligt, das medizinische Angebot des osthessischen Maximalversorgers bleibt vollständig erhalten. Auch die Außenstelle in Gersfeld kann weiterhin für die stationäre Versorgung genutzt werden.

"Wir freuen uns, dass wir im Klinikum Fulda auch unter den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen der Krankenhausreform den Bürgerinnen und Bürgern in Osthessen die qualitativ hochwertige und vollumfängliche Versorgung bieten können wie bisher. Auch im Klinikum Gersfeld werden wir unsere Patientinnen und Patienten weiterhin umfassend behandeln und betreuen können. Das ist eine sehr gute Nachricht für die Menschen in der Region sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums", erklären die Vorstände des Klinikums Fulda, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel und Michael Wilhelm.

Feierlaune beim Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach

Thomas Faust, Vorstand der Eichhof-Stiftung Lauterbach: "Die Zuteilung der Leistungsgruppen ist sehr positiv ausgefallen: Wir haben alle gewünschten und für die Zukunft benötigten Leistungsgruppen erhalten. Man hat gesehen, dass sich die Arbeit der letzten Monate gelohnt hat und unsere Ideen und Überlegungen gefruchtet haben – auch mit Blick auf unsere Kooperationsbemühungen. Die Vergabe ist für uns ein Auftrag, eine Aufgabe und eine Herausforderung für die Region: Versorger der Region zu sein. In unserem Haus ändert sich für die Patientinnen und Patienten nichts. Sie bekommen den vollen Leistungsumfang wie bisher."

Medizinstrategie des Kreiskrankenhauses Alsfeld bestätigt

Bereits mit Beginn der Neubauplanungen vor etwa drei Jahren hat das Kreiskrankenhaus Alsfeld die Strategie des Hauses vorausschauend auf die sich verändernden politischen Rahmenbedingungen ausgerichtet. "Man habe vor Jahren durchaus wegweisende Entscheidungen treffen müssen, um einen Krankenhausneubau in gesundheitspolitisch herausfordernden Zeiten realisieren zu können. Dieser Mut zahlt sich nun aus", berichtet Geschäftsführer Volker Röhrig.

Hinsichtlich der vorläufigen Leistungsgruppenzuweisungen zeigen sich Geschäftsführung und Vogelsbergkreis hoch erfreut, dass das Land Hessen die Medizinstrategie des Hauses mit der vorläufigen Zuordnung der entsprechenden Leistungsgruppen bestätigt hat. Alle Leistungsgruppen wurden so genehmigt, wie beantragt. So wird das Kreiskrankenhaus Alsfeld weiterhin ein verlässlicher, leistungsfähiger und moderner Grund- und Notfallversorger für die Menschen in der Region sein.

Sammet: Herz-Jesu-Krankenhaus "gut aufgestellt"

Michael Sammet, Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda, erklärt: "Das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda ist gut aufgestellt, wir sind in der Region stark positioniert, sodass wir davon überzeugt waren, unsere medizinischen Leistungsschwerpunkte auch zukünftig anbieten zu können. Die Leistungsgruppenzuteilung bestätigt diese Einschätzung. Vor allem ist sie ein gutes Signal für die Menschen in unserer Region, dass wir für eine verlässliche medizinische Versorgung auf hohem Niveau vor Ort stehen."

Bad Hersfeld will dem Verfahren nicht vorgreifen

Zurückhaltender äußert sich das Klinikum Bad Hersfeld, zu dem auch das Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg gehört. Sprecher Werner Hampe: "Im Oktober erhalten die Krankenhäuser zunächst Entwürfe der Feststellungsbescheide und können sich dazu im Rahmen des Anhörungsverfahrens äußern. Erst danach erfolgt die Auswertung durch das Land. Die endgültigen Entscheidungen werden für Dezember erwartet. Vor diesem Hintergrund möchten wir einer Bewertung des laufenden Verfahrens nicht vorgreifen."

EKKH Rotenburg sieht Rolle in der Notfallversorgung bestätigt

Auch das Evangelische Kreiskrankenhaus Rotenburg (EKKH) will sich zu den Einzelheiten seines Bescheids noch nicht äußern, solange die Anhörung läuft. Den eingeschlagenen Weg des Landes unterstütze man aber ausdrücklich, heißt es in einer Stellungnahme.

"Die im Anhörungsbescheid vorgesehene Zuweisung durch das Ministerium unterstreicht aus unserer Sicht jedoch die besondere Bedeutung des EKKH für die Sicherstellung einer flächendeckenden und verlässlichen medizinischen Versorgung in Nord- und Osthessen. Insbesondere für die Notfallversorgung nimmt unser Haus eine wichtige Funktion in der Region wahr. Wir werden den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und uns weiterhin eng mit dem Ministerium sowie den regionalen Partnern austauschen."

Klinik Hünfeld: nüchterne Kenntnisnahme

Für die Helios St. Elisabeth Klinik Hünfeld antwortet Unternehmenssprecherin Cornelia Grimm knapp: "Wir nehmen die vorläufigen Feststellungsbescheide zur Umsetzung der Krankenhausreform in Hessen zur Kenntnis und bewerten diese für uns."

Neuro Spine Center sieht Spezialisierung bestätigt

Dr. Al-Hami, Gründer des Neuro Spine Center in Fulda, schreibt auf Anfrage: "Konsequente Spezialisierung zahlt sich aus: Die Zuweisung der Versorgungsaufträge und die Bestätigung als Fachkrankenhaus sind ein herausragender Erfolg für unser gesamtes Haus."

Weitere Kliniken sind angefragt. Ihre Stellungnahmen liegen unserer Redaktion zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. (mmb) +++

X