"Es gilt, nach vorne zu schauen"
Ein Bild der Zerstörung: Wie geht es im Schlosspark nach dem Tornado weiter?
Fotos: Marvin Myketin
26.08.2026 / SCHLITZ -
"Ein Bild der Verwüstung" - genau so beschreibt Heiko Siemon, Bürgermeister von Schlitz, das Ergebnis des Tornados vom vergangenen Mittwoch. Der geliebte, historische Schlosspark der Vogelsberger Stadt wurde beim Sturm besonders in Mitleidenschaft gezogen. Eine Woche später fragen sich die Bewohner: Wie geht es jetzt weiter?
Um diese Frage ein für alle Mal zu klären, lud Siemon die Vertreter der Presse - und alle Interessierten - am Mittwochvormittag in den Schlosspark ein. "Wir haben zahlreiche tolle Ideen und Anregungen der Bewohner bekommen. Wir können dabei aber keinen Aktionismus betreiben", machte der Rathauschef zu Beginn klar. Das bedeutet: Das aktive Neupflanzen von Bäumen wird derzeit nicht zuerst gemacht. Aktuell liegt das Hauptaugenmerk darauf, den Park aufzuräumen. Als Nächstes folgt die Planung und erst dann - im Frühjahr 2027 - wird sich mit der Bepflanzung beschäftigt.
"Jetzt gilt es aber, nach vorne zu schauen"
"Ich war sehr geschockt", sagte der Bürgermeister über die vergangenen Tornadoschäden. "Wir arbeiten daran, den Schlosspark wieder aufzubauen, um ihn wieder schön erlebbar zu machen." Dass der Park voller Erinnerungen steckt, zeigten die Gefühle von Siemon: "Mir blutet das Herz. Jetzt gilt es aber, nach vorne zu schauen, und wir werden nun alles Stück für Stück abarbeiten." Schlosspark bleibt gesperrt - und noch viel Arbeit
Die Stadt fokussiert sich bei ihrer Arbeit auf drei verschiedene Blöcke: Das Geäst soll zu Hackschnitzeln werden, einige Bäume werden zu Brennholz und andere gehen als sogenanntes Wertholz in die Verarbeitung. "Der Park bleibt gesperrt. Wir sind mit dem Naturschutz und Sachverständigen hier vor Ort und schauen uns alles ganz genau an. So wurde uns klar, dass wir auch stehende Bäume fällen müssen", erklärte Siemon. Spätestens in der nächsten Woche wird mit dem Fällen begonnen. In diesem Zusammenhang betonte der Bürgermeister: "Es wird nicht gefällt, was nicht muss. Dabei steht die Sicherheit aller im Vordergrund." Das betonte auch Achim Kokel, Bauhofleiter Stadt Schlitz: "An unserer Seite arbeitet auch ein zertifizierter Baumkontrolleur. So wird sichergestellt, dass kein Baum umsonst gefällt wird." Der Schlosspark bleibt vorerst geschlossen, während Fachleute und Stadtverwaltung die Schäden sichern und die nächsten Schritte planen. Trotz aller Zerstörung blickt Schlitz nach vorn: Erst aufräumen, dann planen - und ab 2027 soll der Park langsam wieder wachsen. Bis dahin steht vor allem eines im Mittelpunkt: Sicherheit und ein behutsamer Neustart. (Mia Schmitt) +++
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