Zwischen Ordnung und Sozialarbeit
Problem-Hotspot Bahnhofsviertel: Diese Vorschläge haben die Fraktionen
Fotos: ON Archiv
21.08.2026 / FULDA -
Das Fuldaer Bahnhofsviertel wird immer mehr zum Problem-Hotspot. Das berichtete OSTHESSEN|NEWS vor wenigen Tagen. Müll, Alkohol und Drogen prägen zunehmend das Stadtbild - zum Ärgernis vieler Anwohner. Dass hier dringend Lösungen her müssen, versteht sich von selbst. Wir haben die Fraktionen der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung gefragt, welche Vorschläge sie haben.
Die CDU-Fraktion, unter Vorsitz von Patricia Fehrmann, verweist auf die Relevanz des Fuldaer Bahnhofs als ICE-Bahnhof. "Viele Menschen kommen hier täglich an, reisen ab oder halten sich im Bahnhofsumfeld auf. Umso wichtiger ist es, dass dieser Bereich von allen Bürgerinnen und Bürgern sowie unseren Gästen als angenehm und einladend wahrgenommen wird", heißt es hier auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. Das Ziel sei es, "mit Augenmaß und geeigneten Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass der Bahnhof und sein Umfeld für alle Menschen ein gepflegter, geordneter und angenehmer öffentlicher Raum bleibt."
"Wir wollen einen öffentlichen Raum, in dem sich Menschen sicher fühlen und der sauber und gut nutzbar ist. Gleichzeitig wollen wir Menschen, die von Wohnungslosigkeit und Sucht betroffen sind, nicht sich selbst überlassen. Ordnung, Prävention, aufsuchende Hilfe und konkrete Perspektiven aus der Wohnungslosigkeit müssen deshalb zusammengedacht werden", heißt es von den Grünen abschließend.
Das sagt die SPD
Jonathan Wulff, Fraktionsvorsitzender der SPD, betont: "Das Problem hat mehrere Aspekte. Zunächst gilt für Obdachlose, Suchterkrankte oder psychisch erkrankte Menschen dasselbe wie für jeden anderen Bürger auch: Sie müssen sich an die Spielregeln halten. Gegröle, aggressives Betteln, laute Musik, der offene Genuss illegaler Drogen und das Vermüllen von Plätzen können wir nicht akzeptieren." Deshalb müsste die Stadtpolizei präsenter sein und entschieden dagegen vorgehen. Die SPD fordert auch einen Bußgeldkatalog mit hohen Strafen für das Verunreinigen öffentlicher Flächen. Die Anträge dafür seien allerdings immer abgelehnt worden.
Das sagt die Linke
Die Fraktion Die Linke erklärt auf O|N-Anfrage: "Der erkennbare Anstieg von Armut wird auch in Fulda sichtbar. In Gesprächen mit den Menschen im Viertel konnten wir einiges über deren Lebensrealität erfahren. Die Umstände der Menschen am Bahnhof – wie das Angewiesensein auf Bürgergeld, der Ausschluss vom ersten Arbeitsmarkt, unbezahlbarer Wohnraum und ein Gefühl von Wertlosigkeit – verstärken das Armutsrisiko erheblich", heißt es da. Der Zugang zu Alkohol oder anderen Drogen werde durch diese Umstände begünstigt und sei oft keine freie Entscheidung, "sondern das Resultat struktureller Armutsverhältnisse." Die Bezeichnung als Junkies verstärke die Problematik nur.
brauche es "eine lebenswerte Gestaltung des öffentlichen Raums, die zum Verweilen einlädt und Freizeitmöglichkeiten fernab von Konsumzwängen schafft".
Das sagt VOLT
Volker Elm, Fraktionsvorsitzender der Volt-Fraktion, erklärt: "Wir nehmen die Situation rund um den Bahnhof sehr ernst und haben Verständnis für die Sorgen von Anwohnern und Geschäftsbetreibern vor Ort. Gleichzeitig ist klar: Die Menschen, um die es hier geht, sind Teil unserer Gesellschaft. Vertreiben allein löst das Problem nicht, es verschiebt es nur. Wer in eine solche Lage gerät, hat in der Regel eine Vorgeschichte aus Sucht, psychischer Belastung oder sozialer Ausgrenzung. Diese Ursachen müssen wir politisch angehen, nicht nur die Symptome."
Das sagt die AfD
AfD-Fraktionsvorsitzender Pierre Lamely erklärt auf Nachfrage: "Der Fuldaer Bahnhof ist kein friedlicher Verkehrsknotenpunkt mehr, sondern ein manifester Kriminalitätsschwerpunkt und Angstraum." Kritik übt Lamely besonders an den bisherigen Maßnahmen, um die Straftaten im Bahnbereich zu reduzieren. So seien Waffenverbotszonen oder die Ausweitung der Videoüberwachung Symptombekämpfung. "Kameras und Schilder schrecken Gewalttäter nicht ab. Es müssen die Ursachen der Erosion der inneren Sicherheit in den Fokus gerückt werden. Wer das Grundproblem der unkontrollierten Migration und der mangelnden Abschiebung krimineller Ausländer ignoriert, betreibt Kosmetik und keine wirksame Sicherheitspolitik", so Lamely.
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