"Wie finden Sie denn unser Entree?"

Saustall - Zustand der oberen Bahnhofstraße ist eine schlechte Visitenkarte

Die Feten in der oberen Bahnhofstraße sind nicht für jedermann amüsant
Fotos. O|N-Archiv

08.09.2026 / FULDA - Die Gegend um einen Bahnhof ist in jeder Stadt die Visitenkarte oder wie der Flur in einer Wohnung: Wenn der Besuch in einen unaufgeräumten oder gar vermüllten Korridor eintritt, möchte er wohl am liebsten gleich wieder umdrehen. So ähnlich ergeht es offenbar manchem Ankömmling in der Domstadt, denn wie bereits berichtet, gibt es seit geraumer Zeit erhebliche Probleme im Bereich der oberen Bahnhofstraße.



Schon am frühen Morgen belagern nicht eben sympathische Mitmenschen die Treppenstufen vor dem ehemaligen Schuhgeschäft oder liegen rund um die Bänke vor dem Centhof. Passanten werden angebettelt und angepöbelt, Alkohol und Drogen machen die Runde, Abfälle, leere Flaschen, Dosen und Essensreste zieren den Boden - kein schöner Anblick. Von diesen und weiteren Problemen des "schwierigen Klientels" wissen vor allem die Anwohner und die Ladeninhaber ein Lied zu singen.

Seit Jahr und Tag ärgert sich zum Beispiel die Familie Ehnig, die das Optikergeschäft "Eye Eye" in der Bahnhofstraße 23 betreibt, über unliebsame Besucher auf ihrem Hof. Es sind nicht nur rauchende Grüppchen, die dort konspirative Treffen zum Drogenverkauf abhalten, sondern vor allem solche Mitmenschen, die sich das Geld für die Toiletten im Bahnhofsgebäude sparen wollen. Deren Urin und Exkremente und sonstigen Körperflüssigkeiten müssen die bedauernswerten Ladeninhaber regelmäßig entfernen - einfach ekelhaft! Da sich im selben Gebäude auch ein Büro des Mieterbunds befindet, das zu den Öffnungszeiten zugänglich sein muss, kann das Hoftor auch nicht kontinuierlich verschlossen werden.

Von solchen Hinterlassenschaften sind auch alle anderen Ladeninhaber in diesem Bereich betroffen, die zusätzlich noch die unschöne Pflicht haben, die Fußgängerzone vor ihren Geschäften bis Straßenmitte sauber zu halten - einschließlich der belagerten Bänke, die oft unappetitliche Spuren zieren und niemanden zum Aufenthalt einladen. Reginald Bukel, Centhof-Manager, ist über den Belagerungszustand vor dem Einkaufszentrum und Fäkalien in den Aufgängen zum Parkhaus ebensowenig amüsiert und beklagt, dass die Stadt diesen Zuständen offenbar nicht Herr wird.

Eine praktikable Lösung für dieses unbewältigte Problem ist augenscheinlich nicht in Sicht. Deshalb die Frage an unsere Leser: Wie erleben Sie den Eingangsbereich zur Stadt? Hatten Sie bereits unangenehme Begegnungen in der oberen Bahnhofstraße? Wie könnte man hier wirksam Abhilfe schaffen? Schreiben Sie uns unter redaktion@osthessen-news.de.
(ci)+++

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