Verkehrsrowdys in der Domstadt

"Es wird immer schlimmer" - O|N-Leser über Raser, Tuner und Poser-Szene

Nacht-Blitzer auf der Raserstrecke! Die Stadt Fulda hat am Sonntag, 26. Juli um 1 Uhr noch Geschwindigkeitsmessungen in der Dalbergstraße durchgeführt.
Foto: Christian P. Stadtfeld

01.08.2026 / FULDA - Laut, schnell und gefährlich! In Fulda kommt es immer wieder zu Beschwerden über Verkehrsrowdys. Tuner, Raser und Autoposer sind vor allem in der Fuldaer Innenstadt unterwegs und belästigen Anwohner nicht nur mit lauten Motoren, sondern gefährden sie oft auch durch überhöhte Geschwindigkeit.



Wenn die Dämmerung eintritt, sind sie da: Raser, Tuner und Poser. Und sie stören die Idylle in der Domstadt, leisten sich teilweise auch illegale Straßenrennen. Der Stadt Fulda und dem Polizeipräsidium Osthessen sind die Themen bekannt. Und sie reagieren, mit Kontrollen und Geschwindigkeitsmessungen – wie zuletzt in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit einem mobilen Blitzer bis nach 1 Uhr in der Dalbergstraße. Doch unsere OSTHESSEN|NEWS-Leser sind verärgert und schildern hier ihre Beobachtungen.

Hotspot Dalbergstraße

Besonders die im vergangenen Artikel angesprochene Dalbergstraße war wiederholt Thema in den Zuschriften. So berichtet ein O|N-Leser: "Als Bewohner in den Dalberghöfen mit Wohnung/Schlafzimmer Richtung Dalbergstraße kann ich die mittlerweile unzumutbare Lärmbelästigung unterstreichen. Schwerpunktzeit für diese Lärmbelästigungen ist das Wochenende, insbesondere Freitag- und Samstagnacht zwischen 22:00 und 3:00 Uhr. Es wird immer schlimmer."

Ähnliches berichtet ein Anwohner aus der anliegenden Königstraße. Er schreibt von der zunehmenden Problematik der letzten Jahre: "Die Lärmbelästigung und Gefährdung durch Raser, Poser und laute Musik, die aus den Autos schallt, hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Das ist einfach ein asoziales, rücksichtsloses und gefährliches Verhalten, was hier von vielen Auto- und Motorradfahrern an den Tag gelegt wird."

Im Allgemeinen scheinen sich die Straßen um den Fuldaer Bahnhof in den letzten Jahren zu einem Hotspot entwickelt zu haben, wie ein weiterer Leser schreibt: "Die Bereiche haben sich zu regelrechten Hotspots für die Tuner- und Poserszene entwickelt. Besonders in den Nachtstunden zwischen 1:00 und 3:00 Uhr morgens testen Fahrer extrem lautstark ihre Auspuffklappen und veranstalten gefährliche Beschleunigungsfahrten. Dabei werden geschätzte Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h erreicht – ein massives Sicherheitsrisiko und eine enorme Lärmbelastung für die Anwohner."

Ein weiterer Leser berichtet von Problemen aus der Goethestraße, die die Dalberg- mit der Künzeller Straße verbindet. "Im Grunde kommt es meistens in den frühen Abendstunden, als auch am späten Abend und auch nachts vor, dass Fahrzeuge, Motorräder und hochmotorisierte Autos stark beschleunigt werden und dadurch einen immensen Lärm verursachen, in der Goethestraße, wenn an der Kreuzung Lindenstraße die Ampel auf Grün springt. Selbe Kreuzung, Ampel Dalbergstraße, Richtung Stadt."

Auch eine Bewohnerin des Mediana Pflegestifts wandte sich an O|N: "Da ich im Moment nachts beziehungsweise spät abends das Fenster auf habe, habe ich schon gedacht, dass in letzter Zeit mehr aufheulende Motoren und quietschende Reifen zu hören sind. Ich finde es gut, wenn vermehrt kontrolliert wird, es könnte von mir aus noch mehr sein. Eine weitere Leserin schreibt: "Ja, die Belästigung hat sehr zugenommen. Dieser unsägliche Lärm zwischen Am Rosengarten und der Loeherstrasse ist sowohl durch Pkw als auch Zweiradfahrer unsäglich."

Doch nicht nur die Innenstadt ist vom Problem betroffen. Ein Anwohner aus dem Stadtteil Horas berichtet von wiederholten Problemen. Auch die zwei festen Blitzer könnten hier nicht helfen, die den Verkehrsrowdys mittlerweile bekannt sein. "Alleine die hunderte Meter lange Schlitzer Straße wird dann gerne mal dazu genutzt, Tachostände im dreistelligen Bereich hochzudrehen. Die Verkehrsinseln, die in die Straße gebaut wurden, zeigen, dass mancher auch nicht mehr schnell genug bremsen konnte. Die Straẞburger- und Einhardstraße laden zum Runterrasen ein", so der Anwohner.

Auch aus dem Stadtteil Haimbach berichtet ein Leser von wiederholten Belästigungen: "Auf der Merkurstraße sollte man abends ein paar Kontrollen machen bezüglich Lärm durch diverse Auspuffanlagen und Geschwindigkeitsverstößen bei PKW und Motorrädern. Ab circa 19:00 Uhr bis in die Nacht hinein wird von der Kreuzung Saturnstraße bis nach Fulda hinein mit überhöhter Geschwindigkeit gerast und die Lautstärke ist dementsprechend."

Eine weitere Zuschrift erreichte uns aus dem Künzeller Ortsteil Engelhelms: "Hier sind die Pilgerzeller Straße, die Bronzeller Straße und die Edelzeller Straße oft durch extrem laute Motorräder einer unnötigen Lärmbelästigung ausgesetzt, gerade in den Abendstunden. Diese umgebauten beziehungsweise getunten Motorräder dürften eigentlich keine Betriebserlaubnis haben. Dennoch gehören diese mittlerweile zum normalen Alltag auf den Straßen. Ich erkenne auch nicht, dass von behördlicher Seite aus das Problem aufgegriffen wird, zumindest nicht im Stadtrandbereich."

Mehr unangekündigte Kontrollen gefordert

Der Unmut der Anwohner ist groß. Viele wünschen sich eine erhöhte Polizeipräsenz und vermehrte Kontrollen zu den kritischen Zeitpunkten an den entsprechenden Orten.

"Hier wären dringend Kontrollen der Polizei und ein Blitzer von der Stadt Fulda notwendig, um das einzudämmen und auch die Gefahr zu minimieren, dass kein Passant verletzt wird. Generell wäre es gut, wenn die Löherstraße zu einer reinen Fußgängerzone werden könnte. Das würde die Lebensqualität und den Erlebnisfaktor in der Innenstadt definitiv steigern",
schreibt ein O|N-Leser. Eine weitere Zuschrift bemängelt die wenigen Kontrollen: "Es hilft nichts, wenn abends einmal ein Polizeiauto langsam durch diese Zone fährt. Es braucht Polizeipräsenz, die regelmäßig Streife laufen."

Polizei: "Führen an ausgewählten Tagen Kontrollen durch"

"Leider habe ich das Gefühl, dass die Polizeikontrollen nicht zu den Abend- oder Nachtzeiten stattfinden. Würden sich Beamte zum Beispiel mal Freitag- oder Samstagnacht im genannten Kreuzungsbereich postieren, sie würden vermutlich jedes zweite Fahrzeug aus dem Verkehr ziehen können und eine Ordnungswidrigkeitsstrafe wegen Lärmbelästigung ausstellen können."

Der Polizei sind die Hotspots bekannt. Auf unsere Nachfrage erklärt das zuständige Polizeipräsidium Osthessen in Fulda, dass es in den vergangenen Wochen zu vermehrten Beschwerden durch Anwohner kam. Die Sommerzeit verstärkt das Problem nochmals. Auf die Frage nach Kontrollen verweist die Polizei derweil auf die regelmäßigen und groß angelegten Kontrollen. "Wir bewerten unsere Maßnahmen kontinuierlich neu, passen sie dem Geschehen an und nehmen dabei auch Hinweise aus der Bevölkerung ernst und lassen diese in die Bewertung und zielgerichtete Kontrollmaßnahmen einfließen", sagt der Polizeisprecher und betont zugleich: "Gerade in den Sommermonaten kommt es im innerstädtischen Bereich zu Herausforderungen für die Polizei. Deshalb müssen in Abwägung der Gesamtlage in lauen Sommernächten auch Schwerpunkte gesetzt werden, wozu auch die Kontrollen von Rasern, Posern und Tunern gehören." Für unsere OSTHESSEN|NEWS-Redaktion ist derweil klar: Wir bleiben an diesem Thema dran! (kru) +++

↓↓ alle 6 Artikel anzeigen ↓↓

X