Anwohner sind verzweifelt

Raser-Szene sorgt für Unmut in der Dalbergstraße: Greift die Polizei jetzt durch?

Immer wieder beschweren sich Anwohner über die Raser- und Poserszene in der Dalbergstraße.
Symbolbild: O|N / Carina Jirsch

08.06.2026 / FULDA - In der Fuldaer Innenstadt sorgt die sogenannte Poser- und Raser-Szene aktuell für Diskussionen. Insbesondere im Bereich der Dalbergstraße berichten Anwohner von nächtlichem Lärm, aufheulenden Motoren, hoher Geschwindigkeit und riskanten Fahrmanövern. Auch mutmaßlich illegale Autorennen und unnötige Lärmbelästigungen stehen im Raum.



Ein OSTHESSEN|NEWS-Leser beschreibt die Situation in einer Zuschrift als wiederkehrendes Problem: "Die Strecke zwischen den Ampelkreuzungen Brauhausstraße, Florengasse und Goethestraße mutiert regelmäßig zu einer illegalen Rennstrecke." Besonders in den Abend- und Nachtstunden sei die Belastung hoch. Weiter heißt es in dem Schreiben: "Aufheulende Motoren mit manipulierten Auspuffklappen, quietschende Reifen bei Kavalierstarts, überhöhte Geschwindigkeit und das bewusste Überfahren roter Ampeln sind an der Tagesordnung." Die Situation führe zu einer erheblichen Lärmbelastung und verunsichere Anwohner im Innenstadtbereich.

Polizei: "Dalbergstraße als bekannte Schwerpunktstrecke"

Auf Anfrage von O|N bestätigt das Polizeipräsidium Osthessen, dass die Dalbergstraße im Kontext der sogenannten Poser- und Raser-Szene bekannt ist. Dabei handele es sich um Verkehrsteilnehmer, die durch auffällige Fahrweise, unnötigen Lärm und gezielte Fahrmanöver bewusst Aufmerksamkeit erzeugen. Die Dalbergstraße sei als Verlängerung der Petersberger Straße eine vielbefahrene innerstädtische Hauptverkehrsstraße und werde regelmäßig auch von dieser Szene genutzt. Sie gehöre zu den bekannten Schwerpunktbereichen im Innenstadtgebiet und werde entsprechend in die polizeiliche Streifen- und Kontrolltätigkeit einbezogen. "Sogenannte "Auto/Motorrad-Poser" fallen durch ihre auffällige Fahrweise und das vorsätzliche Erzeugen von unnötigem Lärm während der Fahrzeugbenutzung negativ auf. Dadurch suchen sie bewusst die Aufmerksamkeit der Bevölkerung", heißt es seitens der Polizei.

Nach Angaben der Polizei gingen zuletzt Ende April einzelne Beschwerden über die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Fulda ein. Weitere Meldungen aus der Dalbergstraße selbst liegen aktuell nicht vor, jedoch aus angrenzenden Bereichen wie der Petersberger Straße, der Löherstraße sowie dem Bereich Am Rosengarten.

Schwerpunktkontrollen - auch im Hinblick auf den Hessentag

Das Polizeipräsidium Osthessen verweist darauf, dass insbesondere in den Sommermonaten regelmäßig Schwerpunktkontrollen gegen sogenannte "Tuner, Raser und Poser" durchgeführt werden. Diese finden häufig auch mit zivilen Fahrzeugen statt und seien für Außenstehende nicht immer erkennbar: "Das Polizeipräsidium Osthessen führt insbesondere in der Sommersaison regelmäßig Schwerpunktkontrollen durch, um das Problemphänomen der "Autoposer, Raser und Tuner" zu bekämpfen und auf die Beschwerden und eigenen Feststellungen in diesem Bereich zu reagieren", so die Polizei weiter.

Zudem arbeitet die Polizei nach eigenen Angaben eng mit der Stadt Fulda und weiteren Kommunen zusammen, um dem Problemphänomen entgegenzuwirken und auf Hinweise aus der Bevölkerung zu reagieren. Auch mit Blick auf den bevorstehenden Hessentag seien entsprechende Maßnahmen vorgesehen. Durch das Verkehrssperrkonzept im Innenstadtbereich werde es zwar zu erheblichen Einschränkungen kommen, gleichzeitig bleibe die Polizei weiterhin im Einsatz, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Erst Ende Mai führte die Polizei im Stadtgebiet Fulda erneut Schwerpunktkontrollen durch. Dabei standen 24 Fahrzeuge im Fokus, von denen 19 beanstandet wurden. In mehreren Fällen wurden technische Veränderungen festgestellt, Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und in Einzelfällen die Weiterfahrt untersagt. Die Polizei kündigt an, auch künftig konsequent gegen Raser und Poser vorzugehen und entsprechende Kontrollen fortzusetzen.

OSTHESSEN|NEWS hat die Stadt Fulda ebenfalls über die Vorwürfe informiert und unter anderem gefragt, ob die geschilderten Probleme bekannt sind und welche Maßnahmen gegebenenfalls ergriffen werden, um gegen die Poser- und Raserszene vorzugehen. Eine Stellungnahme der Stadt lag bis dato jedoch noch nicht vor. (ems) +++

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