Touristisches Angebot in den Startlöchern

Kran-Einsatz am Hexenturm: Neue Außentreppe macht das Bauwerk erlebbar

Ein weiterer großer Schritt im Rahmen der Sanierung des Hexenturms. Die Projektbeteiligten (v.l.r.): Ansgar Erb (Caritas Vorstandsmitglied), Frank Vollmer (Leiter des Gebäudemanagements der Stadt Fulda), Christoph Lieding (Projektleiter), Sabine Petermann (Architektin), Daniel Schreiner (Stadtbaurat), Karl Winfried und Maximilian Vogel (Firma Vogel Schmiede und Metallwerkstätte GmbH)
Fotos: Marvin Myketin

21.04.2026 / FULDA - Was lange währt... Die Arbeiten rund um den Fuldaer Hexenturm nähern sich ihrem Abschluss. Am Montagvormittag stand ein weiterer großer Schritt an: Eine 7,54 Meter hohe und 3,5 Tonnen schwere Stahltreppe schwebte am Haken eines Krans langsam ihrem neuen Platz entgegen - ein Anblick, der den ein oder anderen Passanten staunend nach oben blicken ließ. Stadtbaurat Daniel Schreiner gegenüber OSTHESSEN|NEWS: "Der Turm steht an einer neuralgischen Stelle, die von vielen Menschen wahrgenommen wird. Die Freude ist groß, dass er bald für touristische Gruppen begehbar sein wird."



Der historische Hexenturm gilt als der besterhaltene Wehrturm Fuldas aus dem Mittelalter. Seit Mai 2024 laufen die aufwendigen Sanierungsmaßnahmen. Der Hintergrund: Da dem Turm eine schützende Dachkonstruktion fehlte, konnte der Regen jahrzehntelang ungehindert eindringen und für erhebliche Witterungsschäden sorgen. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf circa 900.000 Euro.

Hexenturm vor Verfall gestoppt

Im Inneren wurde das Mauerwerk instand gesetzt und eine aufwendige Treppenkonstruktion eingebaut. Anschließend erhielt der Turm ein neues Dach - angelehnt an historische Abbildungen (O|N berichtete). Auf der Aussichtsfläche lassen sich bezaubernde Ausblicke auf die Innenstadt, den Dahliengarten und den Dom genießen. "Der bauliche Zustand war wirklich schlecht", blickt der Stadtbaurat zurück. Frank Vollmer, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt Fulda, ergänzt: "Die Idee einer Sanierung reicht bis in die 1960er Jahre zurück. Irgendwann standen wir vor der Frage: Wird der Turm zur Ruine - oder bringen wir ihn auf Vordermann? Er war eine leere Hülle. Jetzt wird er wieder erlebbar und Teil der touristischen Führungen." Mit der Sanierung habe man dem Hexenturm nicht nur eine neue Funktion gegeben, sondern auch seine Zukunft gesichert. "Eine Investition, die dem Erhalt dieses mittelalterlichen Bauwerks zugutekommt."

Touristischer Mehrwert

Mit der Installation der Außentreppe zum Eingang - auf Höhe der ehemaligen Wehrmauer - rückt die Fertigstellung nun in greifbare Nähe. "Damit sind die Maßnahmen weitgehend abgeschlossen. Kleinere Rest- und Aufräumarbeiten stehen noch an", so Schreiner. Sein Dank gilt auch der benachbarten Caritas: "Ohne ihre Unterstützung wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen. Der Turm verfügt nur über eine sehr kleine Parzelle - wir mussten für die Arbeiten Teile der Zuwegung mitnutzen."

Zum Abschluss schaut Schreiner bereits voraus - auf die hoffentlich zahlreichen Besucher des Turms. "Ich hoffe, dass die Menschen mit großer Neugier die Führungen buchen werden. Der Blick von oben auf Fulda ist wirklich beeindruckend - und die Zimmermannskunst im Inneren ebenso." (mkr) +++

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