"Hersfelderin mit Kopp und Arsch"

Von der Kita-Leitung zur Kommunalpolitik: Moehle Assi tritt für CDU an

Marlene Moehle Assi kandidiert für die CDU bei der Kommunalwahl 2026 in Bad Hersfeld.
Fotos: Privat

11.03.2026 / BAD HERSFELD - Am 15. März 2026 wählen die Bürger in Hessen ihre kommunalen Parlamente. Auch in Bad Hersfeld steht die Kommunalwahl an. Für die CDU kandidiert dabei auch ein bekanntes Gesicht: Marlene Moehle Assi tritt auf Listenplatz 15 an und möchte künftig in der Stadtverordnetenversammlung mitarbeiten.



Die Bad Hersfelderin kennt die Stadt aus verschiedenen Perspektiven - beruflich, familiär und gesellschaftlich. "Ich habe lange Zeit für die Stadt Bad Hersfeld gearbeitet", sagt sie. Politisch habe sie sich damals bewusst zurückgehalten: "Aus Solidarität gegenüber dem Arbeitgeber habe ich mich aber nicht kommunalpolitisch engagiert, solange ich dort noch angestellt war."

Seit rund einem Jahr arbeitet sie in der freien Wirtschaft - und möchte sich nun stärker einbringen. "Jetzt möchte ich mich für die Belange der Hersfelder Bürger einsetzen", sagt Moehle Assi.

Verwurzelt in Bad Hersfeld

In der Stadt ist ihr Name kein Unbekannter. Ihr Vater "Möhle Karlchen" gilt in Bad Hersfeld als echtes Urgestein der Gastronomie. Jahrzehntelang führte die Familie die bekannte Marktschänke, den Ratskeller und das Hotel Neuseeland. Auch ihr Mann Helge Moehle Assi ist vielen Hersfeldern ein Begriff - unter anderem als technischer Leiter des Lullusfestes.

Doch auch sie selbst ist fest in der Stadt verwurzelt. "Mich kennt man in Bad Hersfeld", sagt sie. Unter anderem arbeitete sie knapp zehn Jahre als Kita-Leitung im Stadtteil Sorga. Zudem spielte sie viele Jahre Handball und engagierte sich bei verschiedenen Veranstaltungen - etwa beim Catering der Bad Hersfelder Festspiele im Jahr 2022. "Ich bin Bad Hersfelderin mit Kopp und Arsch", sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Kitas, Sicherheit und Innenstadt

Ein zentrales Thema ihrer möglichen politischen Arbeit sieht sie im Bereich der Kinderbetreuung. "Mein Fokus liegt in den Kitas", sagt Moehle Assi. Ihrer Ansicht nach liegen die städtischen Einrichtungen organisatorisch noch "im Dornröschenschlaf". Familien bräuchten flexiblere Modelle: "Die Kitas werden den modernen Familienansprüchen derzeit nicht gerecht."

Dabei gehe es nicht nur um Öffnungszeiten, sondern vor allem um die Qualität. "Betreuungsqualität und Planungssicherheit für Eltern sind entscheidend", sagt sie. Aus ihrer beruflichen Erfahrung kenne sie die internen Abläufe genau und wisse, wie die andere Seite funktionieren kann.

"Die Qualität der Betreuung steht und fällt mit den Rahmenbedingungen. Unsere städtischen Erzieherinnen und Erzieher leisten hervorragende Arbeit - trotz immer neuer Sparmaßnahmen. Hier ist der Träger gefragt, die Kita endlich so auszustatten, dass Qualität nicht von Kürzungen bestimmt wird". Auch das Thema Sicherheit beschäftigt sie. Für Moehle Assi hängt vieles mit dem gesellschaftlichen Miteinander zusammen. "Präsenz ist entscheidend", sagt sie. "Wenn alles etwas mehr belebt wäre, dann wäre gar nicht so viel Raum für dunkle Ecken."

Ideen für die Innenstadt

"Der Leerstand ist ein riesiges Problem, aber nicht nur in Bad Hersfeld", erklärt Moehle Assi. Dabei sei die Fußgängerzone eigentlich "historisch wunderschön". Auch der Linggplatz müsse stärker durch die Hersfelder Bürger belebt werden - nicht nur während der Festspielzeit. "Wenn in Hersfeld was los ist, sind die Plätze gefüllt. Das müssen wir ausbauen."

Dabei denkt sie auch an neue Konzepte. "Man müsste die Fußgängerzone verkleinern, um die noch aktiven Verkaufsflächen zu komprimieren." Gleichzeitig könnten die übrigen Bereiche anders genutzt werden. "Das soll nicht bedeuten, alles wieder durch Fahrzeuge befahrbar zu machen. Im Gegenteil, wir brauchen Konzepte, die alle Generationen ansprechen, und Orte, wo die Menschen sich gerne aufhalten. Nur weil es nie anders war, heißt es nicht, dass es nie anders werden kann."

Für Moehle Assi steht fest: Veränderungen brauchen Zeit - aber sie müssen beginnen. "Es wird sich nichts von heute auf morgen ändern - aber es muss ein Stein ins Rollen kommen."

Am wichtigsten bleiben für sie dabei die Menschen. "Am Ende sind wir auf die Bürger angewiesen." Ihre Überzeugung: Eine lebenswerte Stadt entsteht vor allem durch ihre Bewohner, durch "zufriedene Hersfelder und jeder definiert Zufriedenheit für sich selbst anders". (pm/cb) +++

X