Staatsanwaltschaft stoppt Verfahren

Tödlicher Frontalcrash auf der B 454: Ermittlungen werden eingestellt

Horrorcrash auf der B454 bei Niederaula. Sechs Personen wurden schwer verletzt, fünf von ihnen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt.
Archivfotos: O|N / Henrik Schmitt/ Hans-Hubertus Braune

16.02.2026 / NIEDERAULA - Nach einem tödlichen Unfall im Mai 2025 auf der B 454 nahe Niederaula im Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurden die Ermittlungen nun eingestellt. Das teilt die Staatsanwaltschaft mit. Zwischen dem Kernort und dem Ortsteil Kleba kam es am frühen Abend zu einem verheerenden Frontalcrash zweier Pkw - ein Einsatz, der nicht nur die Region erschütterte, sondern auch die Retter an ihre Grenzen brachte.



Sechs Personen wurden hierbei schwer verletzt, fünf von ihnen in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Der 56-jährige Fahrer eines VW Lupo wurde dabei so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen erlag. Ermittelt wurde gegen den Fahrer eines Audi A4 wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung. Die Polizei hatte zunächst mitgeteilt, dass der Audi nach damaligem Ermittlungsstand aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn geraten sei und es dort zum Frontalzusammenstoß beider Fahrzeuge gekommen sei.

Ermittlungen liefern genauen Hergang

Die weiteren Ermittlungen kamen schließlich zu einem anderen Ergebnis - mit der nun erfolgten Einstellung des Verfahrens. "Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem die Ermittlungen, die die Einholung eines unfallanalytischen Gutachtens umfassten, ergeben hatten, dass es zur Kollision beider PKW kam, weil der Getötete mit seinem Fahrzeug auf die Fahrbahn des Beschuldigten geraten war, dem keine Ausweichmöglichkeit verblieb", heißt es in der Begründung gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Dramatische Minuten auf der Bundesstraße

Gegen 18:50 Uhr heulten die Sirenen. Mit Blaulicht und Martinshorn eilten zahlreiche Rettungskräfte auf die Bundesstraße zwischen Niederaula und Kleba. Was sie dort erwartete, war ein Bild der Zerstörung: Zwei Fahrzeuge frontal ineinander verkeilt, eines davon voll besetzt mit jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Fast alle Insassen waren massiv eingeklemmt. Aus dem Motorraum stieg Rauch auf, das Fahrzeug drohte Feuer zu fangen.

Im zweiten Auto saß der 56-jährige Mann. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Für die Einsatzkräfte ist das der Moment, der sich einprägt - das Wissen, dass trotz aller Professionalität nicht jedes Leben gerettet werden kann.

Hand in Hand im Ausnahmezustand

Die zuerst eintreffenden Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst hatten die Rauchentwicklung schnell unter Kontrolle. Doch jede Sekunde zählte. Binnen Minuten füllte sich die Bundesstraße mit Einsatzfahrzeugen. Rettungswagen aus Niederaula, Bad Hersfeld, Grebenau und Schlitz trafen ein. Zwei Rettungshubschrauber landeten auf nahegelegenen Flächen: der in Fulda stationierte Christoph 28 sowie Christoph 7 aus Kassel. Rund 40 Feuerwehrleute aus Niederaula und Kirchheim arbeiteten parallel mit mehreren hydraulischen Rettungssätzen. (mp/cb) +++

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